EU-Kommission genehmigt neue Gaskraftwerke in Deutschland
Quick Look
- Die EU-Kommission hat den Bau von elf Gigawatt neuer Gaskraftwerke in Deutschland bis 2031 genehmigt.
- Die Kosten sollen über eine Umlage ab 2031 von allen Stromnutzern getragen werden.
- Die Kraftwerke sollen zunächst mit Erdgas betrieben werden und ab 2045 auf Wasserstoff umgestellt werden, um die Stromversorgungssicherheit zu gewährleisten und Lücken bei Wind- und Solarenergie auszugleichen.
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Why It Matters
Deutschland plant den Ausbau erneuerbarer Energien und den Kohleausstieg bis 2038. Um die Stromversorgungssicherheit bei Flauten von Wind und Sonne zu gewährleisten, sollen Gaskraftwerke als Reservekapazität dienen.
In Deutschland sollen in den nächsten fünf Jahren zahlreiche neue Gaskraftwerke gebaut werden – das war bereits beschlossen worden. Nur die Genehmigung der EU-Kommission stand noch aus. Bezahlt werden soll dies von allen Stromnutzern über eine neue Umlage ab 2031. Um wie viel der Strom deshalb dann teurer wird, ist offen.
Die EU-Kommission begründete ihre Zustimmung damit, dass die Maßnahme für die Versorgungssicherheit notwendig sei und die Höhe der Förderung dem tatsächlichen Bedarf entspreche. Wichtig sei zudem, dass die Fördergelder in einem fairen, diskriminierungsfreien Verfahren vergeben würden. Die Auswirkungen auf den Wettbewerb in der EU blieben dadurch begrenzt.
Es geht um insgesamt elf Gigawatt neuer Kapazitäten, die spätestens Ende 2031 am Netz sein sollen. Kraftwerksbetreiber können sich in einer Auktion darum bewerben. Die neuen Anlagen sollen zunächst Erdgas verbrennen, wobei klimaschädliche Gase entstehen. Spätestens 2045 sollen die Gaskraftwerke dann aber »klimaneutral« mit Wasserstoff laufen. Dafür sollen sie schon beim Bau ausgelegt sein.
Die Kraftwerke sollen helfen, mögliche Lücken in der Stromversorgung ab 2031 zu vermeiden und einspringen, wenn zu wenig Wind- und Sonnenenergie erzeugt werden. Dafür soll ab 2032 ein sogenannter Kapazitätsmarkt entstehen. Das heißt, Kraftwerksbetreiber werden dafür bezahlt, dass sie Kapazitäten vorhalten, die gerade nicht gebraucht werden.
Daneben soll der Ökostromausbau weitergehen. Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Energien kommen. Bis 2038 soll Deutschland aus der Stromerzeugung mit Kohle aussteigen.
In der EU gelten strenge Regeln, wenn ein Staat heimische Unternehmen mit Finanzspritzen unterstützen möchte. Damit soll verhindert werden, dass etwa ein finanzstarkes Land wie Deutschland seinen Firmen einen unverhältnismäßigen Vorteil verschafft und so etwa Konkurrenz aus dem Markt gedrängt wird. Deswegen müssen Vorhaben wie die nun genehmigten von der EU-Kommission geprüft und freigegeben werden.
Open Questions
- Wie hoch wird die neue Stromumlage für Verbraucher ab 2031 ausfallen?
- Welche Unternehmen werden an der Auktion für die Gaskraftwerke teilnehmen?
- Wie wird sichergestellt, dass die Gaskraftwerke tatsächlich ab 2045 auf Wasserstoff umgestellt werden können?





