
Der deutsche Leitindex fällt unter Druck. Inflationssorgen, steigende Ölpreise und die bevorstehende US-Zinsentscheidung belasten die Stimmung am Aktienmarkt.
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Der DAX stand im August noch bei über 26.600 Punkten. Die US-Notenbank Federal Reserve steht vor einer Zinsentscheidung.
Der DAX fällt im frühen Handel um mehr als 0,5 Prozent auf 25.260 Punkte zurück.
Aus charttechnischer Sicht ist die Nähe der 100-Tage-Linie bedeutsam. Der gleitende Durchschnitt verläuft aktuell bei 25.230 Zählern. Sollte der deutsche Leitindex unter diese Marke fallen, würde die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten ins Blickfeld rücken.
Weitere Kursverluste würden dann wahrscheinlicher. Im August hatte der DAX noch erstmals die Marke von 26.600 Punkten übersprungen. Jetzt hat er sich jedoch um deutlich mehr als 1.000 Punkte von seinem Rekordhoch entfernt.
In der aktuellen Lage sind die Argumente für einen Aktienkauf dürftig: der Inflationsdruck steigt, viele Notenbanken reagieren mit Zinserhöhungen, um die Teuerung einzudämmen. Höhere Zinsen belasten den Aktienmarkt und dämpfen die Konjunktur.
Besonders im Blick haben die Anlegerinnen und Anleger weiterhin den Ölpreis, der weiter zulegt. "Nach dem Vorrücken der Huthis im Jemen wird gar das Niveau von 110 Dollar pro Barrel ins Visier genommen", schrieb am Morgen der Commerzbank-Devisenexperte Michael Pfister. Dies lenkt die Aufmerksamkeit noch stärker auf die am Mittwoch erwartete Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).
"Neben der ohnehin hochbrisanten Lage an der Straße von Hormus rückt nun die Kontrolle der strategisch immens wichtigen Meerenge Bab al-Mandab durch Huthi-Rebellen in den Fokus", so Frank Sohlleder, Analyst beim Broker ActivTrades, in seinem Tageskommentar. "Dieser zusätzliche geografische Krisenherd im Nahen Osten sorgt für erhebliche Nervosität auf dem Parkett und treibt die Risikoaversion der Investoren unmittelbar vor den entscheidenden geldpolitischen Weichenstellungen weiter in die Höhe."
Deshalb fiebern die Investoren seit Tagen der morgigen Zinssitzung der US-Notenbank entgegen. Die meisten Anlegenden sowie Expertinnen und Experten rechnen mit einer Zinserhöhung. Am Markt ist eine Leitzins-Erhöhung inzwischen zu 90 Prozent eingepreist. Denn die hartnäckig hohe Inflation mit einer Jahresteuerungsrate von zuletzt 3,4 Prozent dürfte der Fed nun keine andere Wahl mehr lassen, als die Zinsen hochzusetzen.
"Die US-Verbraucherpreise haben die Erwartung einer Anhebung der Leitzinsspanne durch die Fed gefestigt", schreibt die Dekabank. Expertinnen und Experten erwarten, dass die Zinsspanne um einen Viertelpunkt auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben wird. Die spannende Frage wird darum sein, ob es bei einer Zinserhöhung in diesem Jahr bleiben wird.
Frische Konjunkturdaten liefern derweil keine positiven Impulse für den Aktienmarkt. Heute stand der ifo-Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel an. Nach einer Erholung beim privaten Konsum sieht es derzeit nicht aus. Die Stimmung unter den deutschen Einzelhändler habe sich im August nicht weiter verbessert, berichtet das ifo-Institut. Die hohe Inflation belastet, Verbraucherinnen und Verbraucher haben weniger im Geldbeutel, und halten sich darum mit Ausgaben zurück.
Bei der Inflation ist keine Entlastung in Sicht: Die deutschen Großhändler haben ihre Preise im August so kräftig erhöht wie seit Februar 2023 nicht mehr. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Preiserhöhungen beim Großhandel können später auch bei den Konsumenten ankommen.
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Anhebung der US-Leitzinsspanne auf 3,75 bis 4,00 Prozent
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