
Krise in der Autobranche sorgt für herben Dämpfer im Sommer
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Die deutsche Industrie verzeichnete trotz voller Auftragsbücher einen Produktionsrückgang im Sommer.
Die Zeichen in der deutschen Industrie stehen seit Monaten auf Grün. Doch die vollen Auftragsbücher können einen Dämpfer im Sommer nicht verhindern. Der fällt zudem überaus klar aus. Grund soll vor allem die kriselnde Autobranche sein.
Die Industrieproduktion ist im Juli deutlich zurückgegangen. Die Herstellung in den Unternehmen lag 2,2 Prozent unterhalb des Vormonats, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Hauptgrund dürfte demnach eine mehrwöchige Produktionspause in der Autoindustrie sein, deren Produktion besonders stark sank (minus 9,2 Prozent). Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet.
"Der Rückgang der Industrieproduktion steht im Widerspruch zu den soliden Auftragseingängen in der Industrie und der spürbaren Verbesserung der Stimmung der Unternehmen. Der Rückgang der Industrieproduktion ist deshalb vor allem mit Produktionsumstellungen in der Autoindustrie zu erklären. Im August und September wird vermutlich das Niedrigwasser des Rheins die Produktion noch gedrosselt haben beziehungsweise drosseln. Aber die Signale der Auftragseingänge und die Stimmungsindikatoren zeigen den zugrunde liegenden sich verbessernden Trend an. Dieser wird sich vermutlich aber erst im vierten Quartal auch deutlich in den Produktionszahlen widerspiegeln", sagte Kfw-Chefvolkswirt Dirk Schumacher.
Das gesamte Produzierende Gewerbe verzeichnete den Angaben nach einen Produktionsrückgang um 1,1 Prozent, im weniger volatilen Dreimonatsvergleich blieb ein leichter Anstieg um 0,4 Prozent. Neben der Industrie gehören dazu die Energieerzeugung und das Baugewerbe, die beide ordentliche Zuwächse verzeichneten. Der Energiesektor - und hier vor allem die Windkraft und Photovoltaik - produzierte laut Statistikamt 4,7 Prozent mehr als im Juni, das Baugewerbe 0,9 Prozent.
Pharmabranche mit dickem Minus
Innerhalb der Industrie gab es im Bereich Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse ein Plus von 2,7 Prozent, bei elektrischer Ausrüstung von 1,6 Prozent und im Maschinenbau von 1,1 Prozent. Demgegenüber standen neben dem Rückgang der Produktion von Kfz- und Kfz-Teilen auch negative Entwicklungen bei Herstellern von pharmazeutischen (minus 5,7 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (minus 2,9 Prozent) sowie von Metallerzeugnissen (minus 2,6 Prozent) und von Gummi und Kunststoffwaren (minus 1,2 Prozent).
"Nachdem sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe trotz gestiegener Energiepreise im zweiten Quartal noch vergleichsweise robust gezeigt hat, scheinen die Folgen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten inzwischen zunehmend Spuren zu hinterlassen", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. Darauf deute vor allem der Produktionsrückgang in energieintensiven Industrien hin. Speziell Auto- und Maschinenbau stünden zudem "wegen des verstärkten internationalen Wettbewerbs weiter zunehmend unter Druck".
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Niedrigwasser des Rheins wird Produktion im August und September drosseln
Likely · Within months
Verbessernder Trend spiegelt sich voraussichtlich erst im vierten Quartal in Produktionszahlen wider
Likely · Within months
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