Deutsche Inflation steigt im August auf 2,9 Prozent
Quick Look
- Die Inflation in Deutschland stieg im August auf 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, getrieben von höheren Energiepreisen aufgrund des Nahostkonflikts und Niedrigwasser am Rhein.
- Nahrungsmittel und Dienstleistungen zeigten moderate Preisanstiege, während die Kerninflation bei 2,4 Prozent lag.
- Auch in Frankreich und Spanien überstieg die Inflation das EZB-Ziel von zwei Prozent, was eine weitere Zinsanhebung im September wahrscheinlich macht.
AI-generated summary
Why It Matters
Die Inflation in Deutschland lag im Juni bei 2,3 Prozent, stieg im Juli auf 2,8 Prozent und erreichte im August 2,9 Prozent. Die EZB hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren angehoben und im Juli pausiert, um die Teuerung zu bekämpfen.
Die Inflation in Deutschland ist im August erneut gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 2,8 Prozent im Juli und 2,3 Prozent im Juni, wie das Statistische Bundesamt am Montag zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Die Ölpreise sind durch den wieder aufgeflammten Nahostkrieg gestiegen. Auch Sondereffekte wie das Niedrigwasser am Rhein belasteten – etwa in Nordrhein-Westfalen.
Energie verteuerte sich um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 8,3 Prozent im Juli. Die Kampfhandlungen der USA und Israel gegen Iran haben die Energiepreise in die Höhe getrieben. In Nordrhein-Westfalen etwa kostete Heizöl im August 33,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, während sich Diesel um 35,6 Prozent und Benzin um 24 Prozent verteuerten. Allein von Juli auf August verteuerten sich Kraftstoffe in NRW um 2,6 Prozent – »auch vor dem Hintergrund des im August herrschenden Niedrigwassers im Rhein«, wie das Statistische Landesamt betonte. Raffinerien werden häufig per Binnenschiff beliefert, wie das Bundeskartellamt erklärte.
Nahrungsmittel kosteten bundesweit erneut durchschnittlich 0,1 Prozent mehr (Juli: plus 0,4 Prozent). Für Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen wurden 2,8 Prozent mehr verlangt (Juli: plus 2,9 Prozent). Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, legten erneut um 2,4 Prozent zu. Von Juli auf August zogen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,2 Prozent an.
Auch in anderen großen Euroländern wie Frankreich und Spanien lag die Inflation im August deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank, die einen Wert von zwei Prozent anstrebt. Sie könnte deshalb im September ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr auf dann 2,5 Prozent anheben. »Zwar bleiben die Entscheidungen von der Datenlage abhängig, doch dürfte eine weitere Zinsanhebung notwendig sein, sofern sich die Inflationsaussichten nicht wesentlich verbessern sollten«, hieß es in den Protokollen zur Juli-Sitzung der EZB. Die Zentralbank hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren angehoben und im Juli pausiert.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Europäische Zentralbank wird im September den Leitzins auf 2,5 Prozent anheben.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie lange wird der Nahostkonflikt die Energiepreise beeinflussen?
- Wird die EZB im September tatsächlich die Zinsen erhöhen?
- Wie wirkt sich das Niedrigwasser am Rhein langfristig auf die Binnenschifffahrt aus?






