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Drohnenangriff auf Flughafen Leipzig/Halle: Russische Spur und politische Reaktionen
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Die Welt1 hour agoPolitics3 min readGermanyView translation

Drohnenangriff auf Flughafen Leipzig/Halle: Russische Spur und politische Reaktionen

Ermittlungen deuten auf GRU-Beteiligung hin; Debatte über Sicherheitsmaßnahmen und russische Aggression an der EU-Außengrenze.

Quick Look

  • Ermittlungen zum Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle führen zum russischen Geheimdienst GRU.
  • Zwei Verdächtige wurden identifiziert.
  • Während die Politik härtere Maßnahmen gegen Russland fordert, warnt Polen vor einer Eskalation an der EU-Außengrenze.

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Why It Matters

Der versuchte Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle wird mit russischen Sabotagebemühungen in Verbindung gebracht. Parallel dazu kam es zu Drohnenangriffen nahe der polnisch-ukrainischen Grenze.

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Der versuchte Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle lässt sich Russland eindeutiger zuordnen als bisher bekannt – und führt im politischen Berlin zu Forderungen nach robusteren Maßnahmen. WELT AM SONNTAG hatte am Wochenende über zwei mutmaßliche Tatverdächtige sowie Details zu deren Ein- und Ausreise nach Deutschland berichtet. Einer der beiden Verdächtigen, der für die Logistik des Anschlags verantwortlich gewesen sein soll, wird demnach dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugerechnet.

Bei den beiden Hauptverdächtigen handelt es sich um den belarussischen Staatsangehörigen Andrei Ka. und den Russen Oleg Le. Der Belarusse soll am 28. Juli, rund eine Woche vor der Tat, über Lettland in den Schengen-Raum eingereist sein. Fahnder halten ihn für einen sogenannten Wegwerfagenten, einen für Sabotageakte angeheuerten Kriminellen. GRU-Agent Le. soll die Logistik organisiert und Ka. angeleitet haben.

Diesen Umstand kritisiert die Innenexpertin der Linken, Clara Bünger: „Bevor hier über weitere Verschärfungen diskutiert wird, sollte man sich fragen, warum die bestehenden Möglichkeiten offenbar nicht genutzt wurden, um den Verdächtigen zu observieren und mögliche Tathandlungen zu verhindern.“ Sie forderte ein „klares Lagebild“ und wirksamen Schutz der kritischen Infrastruktur.

Diesen Aspekt unterstreicht auch die Vizechefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Agnieszka Brugger und dringt auf eine entschlossene Antwort: „Wer unser Land derart angreift und bedroht, muss wirklich glauben, dass das am Ende einen hohen Preis für ihn selbst haben wird.“ Die russischen Angriffe in der polnisch-ukrainischen Grenzregion seien „eine weitere bewusste skrupellose Drohung“.

Laut polnischen Behörden attackierte Russland am Sonntag einen Lastwagen nahe der ukrainischen Grenze zu Polen, auch ein Zug sei mit einer Drohne getroffen worden. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ musste bei einem anderen Vorfall zwei Kilometer von der Grenze entfernt ein privat gecharterter Sonderzug teilweise evakuiert werden, nachdem Drohnen in der Region angegriffen hatten.

AfD wie „Sprachrohr des Kreml“

An Bord dieses Zuges waren demnach einer der engsten Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der außen- und sicherheitspolitische Berater im Kanzleramt Günter Sautter, und der ehemalige britische Premier Boris Johnson, die zu Beratungen in Kiew gewesen waren.

Man werde in der Unterstützung der Ukraine nicht nachlassen, kommentiert der innenpolitische Sprecher der SPD, Sebastian Fiedler. „Putin muss verstehen, dass es für ihn teuer wird, wenn er uns angreift. Insoweit kommt einem europäisch abgestimmten Vorgehen gegen die Schattenflotte eine große Bedeutung zu.“ Zugleich müsse man sich davor hüten, auf die üblichen Tricks hereinzufallen, die das russische Regime perfekt beherrsche. Russland wolle den Eindruck erwecken, dass „unsere Schutzmaßnahmen und Reaktionen auf Russlands Angriffe eine Provokation seien“. Die AfD verhalte sich hier erneut wie „ein Sprachrohr des Kreml“.

Die AfD weist diese Darstellung zurück und fordert von der Bundesregierung mehr Transparenz. „Die Bundesregierung arbeitet mit doppelten Standards: Gegen Russland hat sie trotz laufender Ermittlungen und ohne konkrete Beweise vorzulegen massive Maßnahmen ergriffen“, findet der außenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier. Gegenüber Kiew bleibe sie weiter untätig, obwohl im weitaus schwerwiegenderen Fall des NordStream-Anschlags der Generalbundesanwalt bereits auf Grundlage seiner Ermittlungen Anklage gegen konkrete Verdächtige erhoben habe.

Polen zeigte sich nach den Angriffen im Grenzgebiet zur Ukraine alarmiert. „Putin eskaliert“, schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf X. Regierungschef Donald Tusk rief für den Sonntagnachmittag einen Krisenstab zusammen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte härtere Konsequenzen für Moskau. Russische Angriffe an der polnisch-ukrainischen Grenze seien nicht einfach eine Fortführung der Attacken auf die ukrainischen Staatsgrenzen, schrieb er auf der Plattform X. „Das ist Putins Terror, der direkt an die Türen der EU und der Nato ‚klopft’.“

Open Questions

  • Welche konkreten Sicherheitsmaßnahmen werden für kritische Infrastruktur ergriffen?
  • Wie reagiert die Bundesregierung auf die Vorwürfe der AfD bezüglich NordStream?

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This article was originally published by Die Welt.

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