Düsseldorfer Landgericht setzt Haftbefehl gegen Immobilienmakler aus
Im Prozess um Kokainhandel im Wert von 100 Millionen Euro wurde die Freilassung des Angeklagten gegen Kaution beschlossen.
Quick Look
- Das Düsseldorfer Landgericht hat den Haftbefehl gegen einen 34-jährigen Immobilienmakler außer Vollzug gesetzt.
- Dem Mann wird Kokainhandel in großem Stil vorgeworfen, doch die Beweislage bei den entschlüsselten Kryptohandys ist unklar.
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Why It Matters
Der Angeklagte soll seit 2016 mit vier Komplizen zwölf Tonnen Kokain aus Südamerika importiert haben. Die Beweisführung stützt sich auf entschlüsselte Kryptohandys, deren Zuordnung jedoch strittig ist.
Im Prozess gegen einen Immobilienmakler wegen Handels mit tonnenweise Kokain im Wert von 100 Millionen Euro hat das Düsseldorfer Landgericht überraschend die Freilassung des Angeklagten beschlossen. Das Gericht habe den Haftbefehl außer Vollzug gesetzt, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Der 34-Jährige muss demnach aber eine Kaution von 250.000 Euro hinterlegen, sich täglich bei der Polizei melden und seinen Pass abgeben.
Laut Anklage soll der Makler seit 2016 mit vier weiteren Männern zwölf Tonnen Kokain im Wert von 100 Millionen Euro aus Südamerika importiert und außerdem mit Marihuana sowie Schusswaffen gehandelt haben. Im Prozess hatte sich allerdings abgezeichnet, dass ihm der großangelegte Kokainhandel nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann.
Die über Kryptohandys geführten Gespräche hätten zwar entschlüsselt werden können, die Geräte seien aber von mehreren Personen genutzt worden. Deshalb lasse sich nicht zweifelsfrei zuordnen, wer die entscheidenden Gespräche geführt habe.
Ein Teil der Gespräche sei zudem auf Serbisch geführt worden, sagte einer der Verteidiger. Der 34-Jährige spreche aber kein Serbisch. Den Handel mit Marihuana im Kilobereich hatte der Makler dagegen gestanden. Seine 31 Jahre alte Ehefrau hatte im Prozess zugegeben, 12,8 Kilo Marihuana weitergegeben und dafür 45.000 Euro erhalten zu haben.
Bei einer Razzia Ende Februar hatten Spezialkräfte das Haus des Angeklagten in Ratingen bei Düsseldorf durchsucht und ihn festgenommen. Nach den vier mutmaßlichen Komplizen wird weiter gefahndet. Am kommenden Dienstag soll das Urteil verkündet werden. Der Richter hatte erklärt, der 34-Jährige könne mit einer Strafe zwischen knapp fünf und knapp vier Jahren Haft rechnen.
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Urteilsverkündung am kommenden Dienstag
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