Europäischer Rechnungshof warnt vor hohen Schulden
Quick Look
- Der Europäische Rechnungshof warnt in einem neuen Bericht, dass die EU-Verschuldung bis 2027 auf bis zu eine Billion Euro steigen könnte und allein für Zinsen zwischen 2028 und 2034 bis zu 93 Milliarden Euro ausgegeben werden könnten.
- Gleichzeitig stellte er fest, dass 3,8 Prozent der Haushaltsausgaben im vergangenen Jahr fehlerhaft waren, was etwa 6,7 Milliarden Euro entspricht, wobei betont wird, dass diese Quote kein Maß für Betrug oder Verschwendung sei.
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Why It Matters
Der Europäische Rechnungshof prüft jährlich die Rechtmäßigkeit der Ausgaben des EU-Haushalts. In den letzten Jahren lag die Fehlerquote bei 3,6 Prozent im Vorjahr und 5,6 Prozent im Jahr 2023, wobei ab zwei Prozent von wesentlichen Verstößen gesprochen wird.
Der Europäische Rechnungshof warnt in einem neuen Bericht vor einer Verschuldung der EU - bis 2027 könnten diese auf bis zu eine Billionen Euro steigen. Allein für Zinsen wird die EU nach Einschätzung des Rechnungshofs 2028 bis 2034 bis zu 93 Milliarden Euro ausgeben.
Das deutsche Mitglied des Rechnungshofes, Daniel Caspary, rechne mittelfristig mit einer deutlichen Erhöhung der nationalen Beiträge, "insbesondere auch für Deutschland als größten Nettozahler".
3,8 Prozent der Haushaltsausgaben fehlerhaft
Jedes Jahr untersucht der Europäische Rechnungshof, ob die Gelder aus Brüssel rechtmäßig geflossen sind. Auch dieses Jahr entdecken die Prüfer Unregelmäßigkeiten in Milliardenhöhe.
Im vergangenen Haushaltsjahr waren geschätzt 3,8 Prozent der Ausgaben fehlerhaft. Bei Gesamtausgaben in Höhe von rund 176,3 Milliarden Euro entspricht das einer Summe von rund 6,7 Milliarden Euro, bei denen gegen EU-Vorschriften verstoßen wurde.
Zu den häufigsten Problemen zählten demnach Verstöße gegen die Vorschriften für die Vergabe öffentlicher Aufträge sowie die Finanzierung nicht förderfähiger Projekte oder Ausgaben.
Im Vorjahr hatte die Quote mit 3,6 Prozent etwas niedriger gelegen. 2023 bezifferten die EU-Prüfer sie mit 5,6 Prozent auf dem höchsten Stand seit Jahren. Ab einer Schwelle von zwei Prozent gelten vorschriftswidrige Ausgaben als "wesentlich".
Kein Beweis für Trickserei
Allerdings ist die geschätzte Fehlerquote laut Rechnungshof "kein Maß für Betrug, Ineffizienz oder Verschwendung". Sie sei eine Schätzung der Beträge, die nicht im Einklang mit den EU-Bestimmungen und nationalen Vorschriften verwendet worden seien.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die nationalen Beiträge zur EU-Finanzierung werden mittelfristig deutlich erhöht, insbesondere für Deutschland als größten Nettozahler.
Likely · Within months
Die EU-Zinsausgaben werden zwischen 2028 und 2034 bis zu 93 Milliarden Euro betragen.
Likely · Within years
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen plant die EU zur Reduzierung der Fehlerquote?
- Wie wird die prognostizierte Verschuldung die zukünftige Finanzpolitik der EU beeinflussen?
- Welche spezifischen Projekte oder Bereiche sind am stärksten von fehlerhaften Ausgaben betroffen?






