
Nach tagelangem Kampf gegen den historischen Waldbrand in der Nordeifel dürfen die Bewohner zurückkehren. Die Lage hat sich stabilisiert.
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Im Hürtgenwald in der Nordeifel wütete ein großflächiger Waldbrand, der zur Evakuierung des Ortsteils Gey führte.
Die Bewohner des evakuierten Ortsteils Gey in Hürtgenwald dürfen in ihre Häuser zurück. Das entschied der Landrat des Kreises Düren am Abend. Die 1.800 Bewohner hatten in der Nacht auf Freitag wegen des Waldbrandes in der Nordeifel das Gebiet verlassen müssen - die Flammen waren bis auf 250 Meter an die Grundstücke herangerückt.
Im Lauf des Samstags waren Erfolge bei der Brandbekämpfung vermeldet worden. Es sei gelungen, die Lage zu stabilisieren, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst am Nachmittag bei einem Besuch im Einsatzgebiet. "Es besteht jetzt erste Hoffnung, dass der Brand unter Kontrolle gebracht werden kann", so der CDU-Politiker. Bisher sei kein Haus verloren gegangen. Auch sei verhindert worden, dass Menschen zu Schaden kommen.
Am frühen Abend erklärte der Kreis Düren zudem, dass der Einsatz von Löschhubschraubern eingestellt werde. Es gebe aktuell keinen Bedarf mehr, hieß es zur Begründung.
"In seiner Dimension historisch für NRW"
Wüst hatte sich am Samstag im Lagezentrum über die Situation informieren lassen. Er wurde von Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur begleitet. "Dieser Waldbrand ist in seiner Dimension historisch für unser Bundesland", sagte die Grünen-Politikerin. "Er hat eine Fläche wie alle Waldbrände der letzten fünf Jahre zusammen." Das mache deutlich, was für ein Kraftakt Stand jetzt gelungen sei, den Brand statisch zu halten.
Warum das Feuer ausbrach, ist unklar. NRW-Innenminister Herbert Reul vermutet menschliches Fehlverhalten als Ursache. Er sprach von "irgendeinem Idioten", der den Großbrand verursacht habe. "Darum muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen und einfach irgendwas wegwerfen", so der CDU-Politiker. "Das ist das eigentliche Problem." Einen Waldbrand wie im Hürtgenwald habe er noch nicht gesehen.
Gorißen: "Wald entzündet sich nicht von alleine"
Auch NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen warnte die Bürgerinnen und Bürger eindringlich vor dem Betreten von Wäldern. Oft reiche schon eine "weggeworfene Kippe", einen Waldbrand auszulösen, sagte sie - insbesondere, weil die extreme Trockenheit als Brandbeschleuniger wirke.
Die Löscharbeiten und die Sicherheit der Menschen stünden im Vordergrund, so die CDU-Politikerin weiter. Wenn der Einsatz beendet sei, werde die Lage noch einmal in Gänze aufgerollt. "Aber festhalten kann man: Es ist nahezu immer menschliches Fehlverhalten die Ursache", erläuterte Gorißen. "Der Wald entzündet sich nicht bei 38 Grad oder 40 Grad, die man draußen durchaus auch schon verzeichnen konnte in diesem Sommer, von alleine."
Die Ministerin wies darauf hin, dass es bei diesem Feuer Hinweise auf Brandstiftung geben könnte. "Wir sehen durchaus, wenn verschiedene Brandstellen relativ gleichzeitig oder in enger Abfolge hochkommen", sagte sie. "Es macht einen stutzig." Gesicherte Erkenntnisse lägen aber noch nicht vor.
Ausbreitung gestoppt
Seit Donnerstagnachmittag kämpfen Hunderte Einsatzkräfte gegen die Flammen in der Eifel. Nach Angaben des Kreises Düren sind etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen. Es ist der bislang größte und folgenschwerste Waldbrand des Sommers.
Zunächst hatten sich die Flammen schnell ausgebreitet, massiv beschleunigt vom böigen Wind. In der Nacht zum Samstag wurde die Ausbreitung dann laut Einsatzkräften gestoppt.
DWD: Kein größerer Regen zu erwarten
Rund um das Großfeuer im Hürtgenwald ist allerdings laut Deutschem Wetterdienst aktuell und auch in den nächsten Tagen kein nennenswerter Regen zu erwarten. "Es sieht nicht nach Regen in größeren Mengen aus - auch für die folgenden Tage nicht", sagte eine Sprecherin.
Am Nachmittag hatte es im Hürtgenwald leicht geregnet. "Wir haben etwas Getröpfel über NRW", so die Sprecherin, fügte aber hinzu: "Sehr geringe Niederschlagsmengen, die nicht helfen."

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