
Die japanische Investmentbank hat Stimmrechtsmitteilungen im Zuge der Unicredit-Übernahme der Commerzbank zu spät übermittelt.
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Unicredit plant die Übernahme der Commerzbank und nutzt dabei Derivategeschäfte von Nomura. Nomura musste Stimmrechtsmitteilungen korrigieren, da diese nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprachen.
Die Finanzaufsicht Bafin geht wegen Geschäften rund um die Übernahme der Commerzbank durch Unicredit gegen die japanische Investmentbank Nomura vor. Die Behörde habe eine Geldbuße in Höhe von 320.000 Euro gegen Nomura festgesetzt, teilte die Bafin am Dienstag mit.
„Grund war eine Aufsichtspflichtverletzung im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Wertpapierhandelsgesetz“, hieß es von der deutschen Finanzaufsicht. „Nomura hatte im Zeitraum des Übernahmeangebots der Unicredit für die Commerzbank, konkret im Mai und Juni 2026, Stimmrechtsmitteilungen zur Commerzbank nicht rechtzeitig übermittelt.“
Nomura unterstützt Unicredit beim Kauf der Commerzbank. Unter anderem haben die Japaner einen sogenannten Total Return Swap mit dem Mailänder Institut vereinbart. Dadurch hat Unicredit das Recht, sich 2,44 Prozent der Commerzbank-Aktien bis Mai 2027 entweder physisch liefern oder ihren Gegenwert in bar auszahlen zu lassen.
Im Rahmen des Übernahmeangebots von Unicredit für die Commerzbank hat Nomura auch zahlreiche andere Derivategeschäfte getätigt und Commerzbank-Aktien gekauft. Laut ihren eigenen Stimmrechtsmitteilungen hatte das Institut zeitweise Zugriff auf mehr als acht Prozent der Commerzbank-Anteile.
Nach Angaben der Commerzbank hat Nomura im Rahmen des Übernahmeangebots Unicredit dann auch Aktien angedient – genauso wie andere Geschäftspartner des Mailänder Geldhauses. Sie haben somit maßgeblich dazu beigetragen, dass die Italiener bald die Kontrolle bei der Commerzbank übernehmen können.
Wenn alle Behörden der Übernahme zugestimmt haben, wird Unicredit bald rund 50 Prozent der Anteile kontrollieren. Dann plant das Mailänder Geldhaus auf einer außerordentlichen Hauptversammlung, die Kapitalseite des Commerzbank-Aufsichtsrats auszutauschen – und anschließend auch Vorstandschefin Bettina Orlopp.
Die Bafin kritisiert in ihrer Mitteilung die Geschäfte von Nomura nicht grundsätzlich, sondern nur die verspäteten Stimmrechtsmitteilungen. Anteilseigner müssen dem Emittenten und der Bafin innerhalb von vier Handelstagen mitteilen, wenn sie mit ihren Beteiligungen bestimmte Schwellenwerte überschreiten oder unterschreiten.
Tut ein Anteilseigner dies nicht, verstößt er gegen das Wertpapierhandelsgesetz. „Dies gilt auch, wenn eine Mitteilung rechtzeitig erfolgt, aber nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht und korrigiert werden muss“, betonte die Bafin.
Dies war bei Nomura der Fall. Das japanische Geldhaus korrigierte am 17. Juni insgesamt sieben Stimmrechtsmitteilungen zur Commerzbank, die die Investmentbank zwischen dem 7. Mai und dem 10. Juni abgegeben hatte. Gravierende Änderungen gab es dabei allerdings nicht, sondern nur kleinere Anpassungen.
Entsprechend fiel das Bußgeld mit 320.000 Euro auch vergleichsweise niedrig aus. Theoretisch kann die Bafin bei Verstößen gegen das Wertpapierhandelsgesetz eine Geldbuße von maximal zehn Millionen Euro oder bis zu fünf Prozent des Gesamtumsatzes des betroffenen Unternehmens verhängen.

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