
Verbraucherschutzorganisation kritisiert Diskrepanz zwischen günstigen Entnahmerechten für Unternehmen und Wasserknappheit in Deutschland
Ein Foodwatch-Report kritisiert, dass Getränkekonzerne wie Coca-Cola oder Red Bull Grundwasser in Deutschland oft kostenlos oder zu Spottpreisen entnehmen, während Bürger in wasserarmen Regionen Einschränkungen unterliegen.
AI-generated summary
Die Grundwasserentnahme durch Getränkehersteller ist in Deutschland regional unterschiedlich geregelt und teilweise kostenfrei. Viele Regionen sind zunehmend von Wasserstress betroffen.
Für dieses Tiefengrundwasser zahlen sie der Allgemeinheit in Hessen und Thüringen keinen Cent, in anderen Bundesländern zwischen fünf (zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen oder Sachsen) bis maximal 31 Cent (Berlin), wohlgemerkt für den Kubikmeter. Und damit für winzige Bruchteile dessen, was sie im Laden für das in Flaschen abgefüllte Wasser verlangen, oder was Bürgerinnen und Bürger für ihr Leitungswasser bezahlen.
Die Geschäfte laufen prächtig, denn die Deutschen trinken mehr und mehr Mineralwasser. Das Statistische Bundesamt hat am Dienstag Zahlen veröffentlicht, wonach 2025 die Produktion von Mineral-, Tafel- und Heilwasser um 2,7 Prozent auf 13,07 Milliarden Liter stieg. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat recherchiert, dass sich der Konsum hierzulande seit 1970 verzehnfacht hat. Was sie als bedenklich einstuft: Fast zwei Drittel der insgesamt 61 deutschen Produktionsstandorte für Mineralwasser und Limonaden liegen in Landkreisen, die bereits von Wasserknappheit betroffen waren.
„Nicht mehr hinnehmbar, wenn Red Bull und Co. unser Wasser nutzen.“
Ausgerechnet dort dürften die einschlägigen Konzerne wie Coca-Cola, Aldi, die zur Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) gehörende MEG, oder Red Bull „die Ressource Wasser zum Spottpreis nutzen“ heißt es in einem neuen Report von Foodwatch, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. In Regionen, in denen die Behörden in trockenen Sommern wie 2026 schon mal die Wassernutzung für private Haushalte einschränken und ihnen unter Androhung von Geldstrafen verbieten, Rasenflächen zu gießen oder Pools zu befüllen.
„Wir Bürgerinnen und Bürger sollen Wasser sparen – gleichzeitig pumpen Getränkekonzerne billig und teils sogar kostenlos Wasser ab, selbst in trockenen Regionen“, sagt die bei Foodwatch für die Studie verantwortliche Alina Nitsche. „Angesichts von Hitzesommern und regional zunehmender Trockenheit ist es nicht mehr hinnehmbar, wenn Red Bull und Co. unser Wasser nutzen.“
Zumal, wenn sich die Situation derart zuspitze wie im vergangenen Sommer. „In Bayern wurden Dörfer per Tanklaster versorgt, weil das Wasser knapp wurde“, sagt Nitsche. Sie verweist auch auf eine von der Umweltorganisation BUND 2025 veröffentlichte Studie, wonach die Hälfte der 400 deutschen Landkreise von Wasserstress bedroht sei. Experten verwenden diesen Begriff, wenn die Grundwasserentnahmen die Neubildung um mehr als 20 Prozent übersteigt.
Foodwatch hat die Produktionsstandorte der 15 absatzstärksten Getränkeunternehmen in Deutschland auch daraufhin untersucht, zu welchen Konditionen sie Grundwasser entnehmen. An mindestens fünf Standorten, so das Ergebnis, zahlen sie dafür gar nichts. Private Haushalte würden an den anderen Standorten bis zu 30-mal mehr bezahlen als die Getränkehersteller.
Foodwatch rechnet zudem vor, dass die Mineralwasserfirma Hassia in Hessen Grundwasser kostenlos entnehme, die Flasche im Laden aber für 1,32 Euro verkaufe. Franken-Brunnen zahle für einen Liter Grundwasser 0,0001 Euro, im Supermarkt würden dafür 0,92 Euro verlangt – das 9200-fache. Auch wer bei Lidl einen Liter der Eigenmarke Saskia für 19 Cent kaufe, zahle immerhin noch mehr als 2700 Mal so viel wie der Saskia-Hersteller MEG für das abgefüllte Grundwasser ausgeben musste.
Viele Behörden wollen nichts über die Entnahmebedingungen für Mineralwasser-Firmen sagen
Die Verbraucherorganisation kritisiert auch die Großzügigkeit der Behörden. „Sie vergeben die Wasserentnahmerechte oft mit langen, teils sogar unbefristeten Genehmigungen und zu sehr günstigen Preisen, manchmal sogar zum Nulltarif“, heißt es im Report. Etwa an den Mineralwasserriesen Refresco, der in Trappenkamp in Schleswig-Holstein 2019 unbefristet Wasser entnehmen dürfe. Insgesamt hat Foodwatch insgesamt mehr als 100 Anfragen an Behörden zu konkreten Wasserrechtsvergaben gestellt. Viele davon würden jedoch mauern. Ein unhaltbarer Zustand, sagt Nitsche. „Das Allgemeingut Wasser gehört nicht Coca-Cola, Aldi, Red Bull und Co., sondern uns allen.“

According to the EU climate service Copernicus, the year 2026 is expected to exceed the 1.5 degree warming limit. Last October was the warmest since records began worldwide, accompanied by record temperatures in the world's oceans.

According to the EU climate service Copernicus, global warming is expected to exceed 1.5 degrees in 2026. After the warmest October on record, science is warning of continued climate extremes.

China's CO2 emissions fell by an estimated 3.1 percent in the third quarter, according to an analysis. The main reasons are a decline in coal-fired power generation and oil consumption in transport due to increasing electromobility.

China's carbon emissions fell an estimated 3.1 percent year-on-year in the third quarter, an analysis by the Center for Research on Energy and Clean Air (Crea) shows. The reasons are less coal-fired power generation, falling oil consumption in transport and declining emissions in the cement and steel industries. The analysis appears shortly before the COP31 world climate conference in Antalya.

The Allianz Green Transition Tracker study shows that the world, Germany and the EU will miss the goal of climate neutrality by 2050. China remains the largest greenhouse gas emitter with 30 percent of emissions, followed by the USA with eleven percent. Renewable energies overtook coal in global electricity generation for the first time in 2025.

The polar vortex over the North Pole could be disrupted earlier in November 2026 than at any time since measurements began. Experts see a window of opportunity for cold air outbreaks in Europe from the end of November to December; there is no guarantee of winter cold. The influence of climate change and the strong El Niño has not yet been scientifically clarified.