Breaking
ITDubai-Tel Aviv flight emergency: Israel investigates possible terrorist attackTRTFF referred administrators to PFDK within the scope of betting investigationARIran receives the American response to its proposal to end the war, amid continuing tension in the Strait of HormuzDEFlyDubai emergency landing in Saudi Arabia: Pilot is said to have attacked colleaguesCNWTT China Grand Slam 2026 will be held at Shougang Park, Shijingshan, Beijing from October 1st to 11thTRFerry service cancellation announcement from GESTAŞRUUkrainian forces attack Trubchevsk in Russia's Bryansk Region, 12 injuredFRPolitical tensions in France: revelations about Jordan Bardella, pension reforms and budgetary debatesARHezbollah denies its relationship with a cell in Syria, and a military escalation in Gaza and southern LebanonARThe Iraqi Prime Minister announces the end of the international coalition’s mission against ISISITDubai-Tel Aviv flight emergency: Israel investigates possible terrorist attackTRTFF referred administrators to PFDK within the scope of betting investigationARIran receives the American response to its proposal to end the war, amid continuing tension in the Strait of HormuzDEFlyDubai emergency landing in Saudi Arabia: Pilot is said to have attacked colleaguesCNWTT China Grand Slam 2026 will be held at Shougang Park, Shijingshan, Beijing from October 1st to 11thTRFerry service cancellation announcement from GESTAŞRUUkrainian forces attack Trubchevsk in Russia's Bryansk Region, 12 injuredFRPolitical tensions in France: revelations about Jordan Bardella, pension reforms and budgetary debatesARHezbollah denies its relationship with a cell in Syria, and a military escalation in Gaza and southern LebanonARThe Iraqi Prime Minister announces the end of the international coalition’s mission against ISIS
BackGaskrise: Wirtschaftsministerium weist Sefe zur Speicherbefüllung an
Gaskrise: Wirtschaftsministerium weist Sefe zur Speicherbefüllung an
Developing
Handelsblatt1 hour agoBusiness4 min readGermanyView translation

Gaskrise: Wirtschaftsministerium weist Sefe zur Speicherbefüllung an

Angesichts niedriger Füllstände und geopolitischer Risiken greift die Bundesregierung kurz vor der Heizsaison ein.

Quick Look

Wegen niedriger Gasspeicherstände und geopolitischer Spannungen hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche den Staatskonzern Sefe angewiesen, bis Mitte Dezember acht Terawattstunden Gas einzuspeichern, um die Versorgungssicherheit im Winter zu gewährleisten.

AI-generated summary

Why It Matters

Sefe (Securing Energy for Europe) ist die verstaatlichte ehemalige Gazprom-Tochter. Die Gasspeicherfüllstände liegen derzeit deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben von 80 Prozent zum 1. November.

Font size

Berlin, Düsseldorf. Hohe Gaspreise und niedrige Vorräte sorgen kurz vor Beginn der Heizsaison für Anspannung. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat den staatlichen Gaskonzern Sefe zwar verpflichtet, die Speicher aufzufüllen. „Damit sind wir aber noch nicht über den Winter“, sagte Sebastian Heinermann, Geschäftsführer des Gasspeicherverbands INES, am Mittwoch auf der Handelsblatt Gas-Tagung in Berlin.

Auch Energieexpertin Anne-Sophie Corbeau vom Center on Global Energy Policy an der Columbia University sieht die Situation kritisch. „Die Möglichkeit, dass ein kalter Winter auf niedrige Gasspeicherstände und weltweit eingeschränkte LNG‑Exporte trifft – das macht die Situation so gefährlich“, sagte sie.

Sollte sich die Situation mit Blick auf den Nahen Osten und die Exporte über die Straße von Hormus nicht verbessern, werde Ende des Jahres zum ersten Mal seit 1981 ein Rückgang bei den Mengen im globalen LNG‑Handel zu sehen sein, sagte die Expertin.

Angesichts der kritischen Situation hat der Staat reagiert. Statt die Befüllung der deutschen Gasspeicher ausschließlich dem Markt zu überlassen, wies Reiche den staatseigenen Gashändler Sefe am späten Dienstagabend offiziell an, die Gasspeicher zu befüllen, wie das Handelsblatt exklusiv berichtete.

Der zentrale Grund für den Schritt liege in den weiter andauernden geopolitischen Risiken, hieß es in Ministeriumskreisen. Sefe bestätigte, die Anweisung erhalten zu haben, „bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern“. Die Gesamtkapazität der deutschen Gasspeicher liegt bei etwa 250 Terawattstunden.

Bei Sefe handelt es sich um die ehemalige Tochter des russischen Konzerns Gazprom, Gazprom Germania. Sie wurde im Zuge des Ukrainekriegs von der Bundesregierung verstaatlicht, um die Gasversorgung zu sichern. Der jetzige Unternehmensname „Sefe“ steht dabei für „Securing Energy for Europe“.

Doch das Unternehmen hält das Versprechen, das der Name auslöst, bislang nicht. Obwohl Sefe vom Wirtschaftsministerium schon vor Wochen inoffiziell dazu angehalten wurde, Gas für den Winter zu beschaffen, sind die täglichen Einspeicherungen in Deutschland seither weiter gesunken.

Laut der Unternehmensberatung Team Consult wurden in der vergangenen Woche in Deutschland 276 Gigawattstunden pro Tag eingespeichert. In der Woche zuvor waren es noch 578 Gigawattstunden. In Sefes Gasspeicher wurde zuletzt nur ein Prozent der möglichen Menge eingespeichert.

Sefe ist sowohl Gasspeicherbetreiber als auch Händler. Die Füllstände in den Sefe-Speichern hängen dabei nicht nur davon ab, wie viel Gas Sefe als Händler einkauft, sondern auch davon, wie viel andere Händler einkaufen.

Der Sefe-Vertriebsvorstand Hamead Ahrary sagte dazu bei der Handelsblatt-Tagung: „Uns ist es wichtig, das Ganze marktschonend zu machen.“ Zudem sei es wichtig, dass auch die anderen Marktteilnehmer einspeicherten. „Die Einspeicherung liegt in der Verantwortung des gesamten Marktes“, sagte Ahrary. Auch aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums hieß es, trotz der Anweisung an Sefe bleibe „ohne Wenn und Aber“ die Erwartung an alle anderen Marktakteure bestehen, ihrer Verpflichtung nachzukommen, Gas für den Winter einzuspeichern.

Im Durchschnitt sind die deutschen Kavernen derzeit zu 57 Prozent gefüllt – die Sefe-Speicher nur zu 36 Prozent. Würde Sefe herausgerechnet, hätte Deutschland längst einen Füllstand von mehr als 70 Prozent und würde damit die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Sefe als Händler habe für seine Kunden aber „ausreichend Gas gespeichert“, sagte Ahrary.

Klar ist: Die Gasmärkte sind angespannt wie selten. Der europäische Gaspreis notiert derzeit bei um die 70 Euro pro Megawattstunde. Vor Beginn des Irankriegs waren es etwa 30 Euro. Doch seitdem die USA den Iran angegriffen haben und die Straße von Hormus nur eingeschränkt passierbar ist, gelangt kaum noch Gas aus Katar auf den Weltmarkt. So fehlt global ein Viertel des früheren Erdgasangebots.

Die hohen Preise haben Deutschland in eine ungewöhnliche Situation gebracht: Normalerweise ist Gas im Winter teurer als im Sommer. Dadurch haben Händler einen Anreiz, in den warmen Monaten Gas einzuspeichern und es in der kalten Jahreszeit wieder zu verkaufen. Doch in den vergangenen Monaten sah es eher so aus, als wäre es dieses Jahr umgekehrt.

Seit März sind die Gaspreise zwei- bis zweieinhalbmal so hoch wie zu Jahresbeginn. Gleichzeitig erwarteten viele Unternehmen und Politiker monatelang, dass der Irankrieg noch vor dem Winter enden würde – und die Preise dann sinken würden. Eine Einspeicherung im Sommer lohnte sich deshalb nicht.

Die Devise von Wirtschaftsministerin Reiche lautete in den vergangenen Monaten stets: die Märkte machen lassen. Noch Anfang September sagte sie bei Haushaltsberatungen im Bundestag: „Der Staat darf nicht selbst zum Preistreiber werden.“

Die Sorge der Ministerin: Wenn der Staat große Erdgaseinkäufe veranlassen würde, um die Speicher zu füllen, könnte der starke Nachfrageanstieg zu noch viel höheren Gaspreisen am Markt führen. Genau das war 2022 nach Beginn des Ukrainekriegs geschehen, als die Bundesregierung Gaseinkäufe veranlasst hatte, um die Gasversorgung im Winter sicherzustellen.

Dennoch habe die Ministerin stets betont, bei Bedarf einzugreifen, hieß es in Ministeriumskreisen. Dieser Bedarf sei nun eingetreten. „Die Beauftragung der Sefe mit zusätzlicher Beschaffung ist eines dieser vorbereiteten Instrumente“, hieß es.

Im Ministerium wird aber auch erklärt, damit nicht so weit zu gehen wie 2022. Sefe behalte trotz der Anweisung Handlungsspielraum. Das Unternehmen werde selbst entscheiden, welche Mengen zu welchem Zeitpunkt eingespeichert werden.

Dass zu weitgehende Staatseingriffe womöglich der falsche Weg sind, untermauerte im November 2025 eine Studie, die noch das Wirtschaftsministerium unter Robert Habeck (Grüne) bei dem Beratungsunternehmen Frontier Economics in Auftrag gegeben hatte. Sie kam zu dem Ergebnis, dass durch staatliche Füllstandsvorgaben für die Gasspeicher der wichtige Gaspreisunterschied zwischen Sommer und Winter sogar noch schrumpfte – und die Märkte dann noch schlechter funktionierten. Die Empfehlung lautete daher: „Dauerhafte Abschaffung der Füllstandsvorgaben.“

Die Studienautoren schrieben auch: Wenn der Staat etwas tun wolle, dann sei es am sinnvollsten, eine strategische Reserve anzulegen – also eine klar definierte Menge an Gas zu beschaffen und für Krisen zurückzulegen.

Eine solche strategische Reserve brachte Reiche dann auch auf den Weg – allerdings soll sie erst ab Sommer 2027 aufgebaut werden. Die Füllstandsvorgaben wiederum besagen in Deutschland weiterhin, dass die Gasspeicher zum 1. November zu 80 Prozent gefüllt sein sollen. Die Realität aber ist von dieser Marke weit entfernt.

INES-Chef Heinermann machte in Berlin deutlich, dass es einen „strukturellen Reformbedarf“ gebe. „Wir müssen jetzt kurzfristig in den Markt eingreifen, das müssen wir künftig besser organisieren. Wir müssen das Ganze auf einen gesunden Boden stellen, damit man in Zukunft keine kurzfristigen Maßnahmen ergreifen muss“, sagte er in Berlin.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Sefe beschafft bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas.

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Wie reagiert der Markt auf die staatliche Anweisung?
  • Reichen die acht Terawattstunden für einen harten Winter aus?

Related Topics

This article was originally published by Handelsblatt.

Related Stories

More on this topicgasspeicher