Gewinne steigen: Schwankende Märkte sorgen bei US-Banken für gute Geschäfte
Quick Look
Große US-Banken wie Goldman Sachs, JP Morgan Chase und Wells Fargo haben im Sommer ihre Gewinne trotz volatiler Märkte, fallender Übernahmetätigkeit und geopolitischer Spannungen erhöht, getrieben von Aktienhandel, Kreditgeschäft und höheren Zinseinnahmen.
AI-generated summary
Why It Matters
Die US-Notenbank Fed hat Zinsen erhöht, um Inflation zu bekämpfen, was zu höheren Kreditkosten und Marktschwankungen geführt hat. Gleichzeitig haben geopolitische Spannungen im Nahost-Konflikt die Märkte belastet. Die Banken haben von dieser Volatilität im Handel profitiert.
Hohe Ölpreise, Ausverkauf bei Chips, steigende Zinsen: Aktive Anleger hatten in den vergangenen Wochen zu tun. Und davon profitieren die Banken. Dagegen lahmte das Geschäft mit Übernahmen. Dennoch konnten die großen US-Banken ihre Überschüsse steigern.
Die großen US-Banken haben im Sommer vor allem mit ihren Aktiengeschäften in einem schwankenden Marktumfeld mehr verdient. Dennoch verfehlten einige die Erwartungen. Goldman Sachs hatte am Ende des Sommers mit 5,3 Milliarden Euro ein Viertel mehr in der Kasse als im Vorjahr, wie die US-Investmentbank mitteilte. Auch beim Konkurrenten JP Morgan Chase erhöhte sich der Überschuss bis Ende September - her waren es letztlich 15,3 Milliarden Dollar. Bei Wells Fargo sorgten derweil das florierende Kreditgeschäft und höhere Zinseinnahmen für einen Anstieg des Gewinns auf knapp sechs Milliarden Dollar.
"Ungeachtet der aktuellen Komplexität und Unsicherheit in der Welt sind wir weiterhin sehr gut positioniert, um unsere Kunden zu bedienen", erklärte Bankchef Goldman-Sachs-Chef David Solomon. Die Einnahmen im Aktienhandel stiegen zwischen Juni und Ende September um 72 Prozent. Investoren hatten ihre Portfolios stark umgeschichtet. Treiber waren die Fed-Zinserhöhung, steigende Treibstoffkosten und ein Ausverkauf bei Chip-Werten. Auch geopolitische Spannungen durch den Nahost-Konflikt sorgten für Marktschwankungen, wovon die Handelsabteilungen der Bank profitierten. Die gesamten Erträge stiegen um beinahe ein Viertel auf 18,7 Milliarden Dollar - es war somit das zweitbeste Quartal ihrer Bank-Geschichte beim Umsatz,
Das klassische Investmentbanking der Bank wuchs trotz der weltweiten Flaute bei Fusionen und Übernahmen. Die Gebühreneinnahmen legten um ein Fünftel auf 3,2 Milliarden Dollar zu. Zudem legten die Beratungserträge um 18 Prozent zu. Die Vermögensverwaltung verzeichnete ein Ertragsplus von 14 Prozent. Das Institut hat diese Sparte in den vergangenen Jahren ausgebaut, um unabhängiger vom schwankungsanfälligen Handelsgeschäft und Investmentbanking zu werden. Einen leichten Rückgang verbuchte Goldman Sachs hingegen im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC).
Bei JP Morgan kletterten die Erträge im Aktien- und Anleihehandel um 15 Prozent und damit etwas stärker als im Investmentbanking. Daten des Anbieters Dealogic zufolge verteidigte JPMorgan damit die Spitzenposition in der Branche. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 50,2 Milliarden Dollar und verfehlte ebenso wie der Gewinn die Erwartungen.
Wells Fargo meldete einen Zinsüberschuss, der um fünf Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar zulegte. Das Institut profitiert davon, dass die US-Notenbank Fed eine regulatorische Obergrenze für die Bilanzsumme aufgehoben hat. Dadurch hat Wells Fargo mehr Spielraum, um Kredite zu vergeben. Vor allem bei Kreditkarten und Autokrediten verzeichnete die Bank Zuwächse infolge einer hohen Ausgabenbereitschaft der Verbraucher.
"Während wirtschaftliche Unsicherheit besteht und die Verbraucherstimmung gemischt bleibt, zeigen unsere Daten, dass es unseren Privat- und Geschäftskunden gut geht", sagte Bank.-Chef Charlie Scharf. "Die Verbraucher geben mehr aus, die Kreditausfälle sind gering, und die Einlagen- und Anlagebestände sind gewachsen. Die Unternehmen verfügen weiterhin über starke Bilanzen und die Verluste bleiben gering. Während höhere Zinsen, höhere Ölpreise und eine anhaltende Inflation Risiken für die Wirtschaft darstellen, überwiegen starke positive Kräfte wie die Investitionen in die KI-Infrastruktur, eine hohe Beschäftigung und ein stetiges Lohnwachstum weiterhin die Risiken", sagte er.
Die Citigroup verdiente 5,2 Milliarden Dollar nach 3,8 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Der Umsatz erreichte 23,8 Milliarden Dollar, angetrieben durch Wachstum in den Bereichen Services, Wealth, Markets und Banking. Der Zinsüberschuss stieg um 14 Prozent, während die Erträge im Bereich Services um 15 Prozent und im Aktienbereich um 14 Prozent zulegten. Der Bereich Banking wuchs um 6 Prozent, und der Bereich Wealth verzeichnete ein breit gefächertes Wachstum in seinen drei Geschäftsbereichen.
An der Börse waren US-Bankenaktien zuletzt jedoch unter Druck geraten, da Anleger negative konjunkturelle Folgen durch weitere mögliche Zinserhöhungen der Fed fürchten. Analysten erwarten zwar, dass die hohen Anleiherenditen den Zinsüberschuss von Wells Fargo vorerst stützen dürften. Steigende Refinanzierungskosten könnten das wirtschaftliche Wachstum aber dämpfen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Fed wird die Zinsen voraussichtlich weiter erhöhen, um Inflation zu bekämpfen.
Likely · Within months
Die Kreditnachfrage bei Wells Fargo wird voraussichtlich weiter steigen.
Possible · Within months
Open Questions
- Wie lange wird die aktuelle Marktvolatilität anhalten?
- Welche langfristigen Auswirkungen haben die Zinserhöhungen auf das Kreditwachstum?
- Wie wird sich der Nahost-Konflikt auf die globale Wirtschaft auswirken?






