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Halbjahresbilanz: Toyotas Aktie schießt nach Gewinnprognose in die Höhe
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Handelsblatt1 hour agoBusiness4 min readGermanyView translation

Halbjahresbilanz: Toyotas Aktie schießt nach Gewinnprognose in die Höhe

Der weltgrößte Autobauer Toyota hebt seine Gewinnprognose an und kündigt eine umfassende Organisationsreform sowie eine Expansion in den Robotikmarkt an.

Quick Look

  • Nach einer Prognoseanhebung für den Betriebsgewinn auf 3,9 Billionen Yen reagieren Anleger euphorisch auf Toyotas Halbjahresbilanz.
  • Trotz globaler Herausforderungen setzt der Konzern auf Hybrid-Erfolge, eine neue Elektro-Offensive in China und eine interne Reorganisation.

AI-generated summary

Why It Matters

Toyota steht unter Druck durch den Wandel zur Elektromobilität und wachsende Konkurrenz aus China. Der Konzern versucht durch Reorganisation und Hybrid-Strategien seine Marktführerschaft zu sichern.

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Tokio. Ein Kurssprung von 16,7 Prozent: Die Anleger reagieren am Donnerstag euphorisch auf Toyotas Halbjahresbilanz. Auslöser war die Anhebung der Prognose für den Betriebsgewinn um 14,7 Prozent auf 3,9 Billionen Yen (21,9 Milliarden Euro) für das bis März 2027 laufende Geschäftsjahr. Die optimistische Prognose nach vorn erfolgte, obwohl den weltgrößten Autobauer US-Zölle, der Konkurrenzdruck aus China und der Irankrieg belasten.

Die Bilanz war mit Spannung erwartet worden. Denn seit April führt der frühere Finanzchef Kenta Kon den Konzern. Er soll den schleichenden Anstieg der Gewinnschwelle und den Verfall der Profitabilität stoppen – was in einem ersten Schritt gelungen sein könnte. Denn mit einer erwarteten Marge von 7,3 Prozent würde fast das Vorjahresniveau erreicht und es gäbe keine weiteren Einbußen bei der Profitabilität.

Neben dem Zahlenausblick kündigte das Konzernmanagement der Japaner eine umfassende Organisationsreform an, um schneller agieren zu können. Zudem plant der Konzern eine Expansion bei Robotern für Fabriken, andere Branchen und den Alltag, wie es heißt.

Dem aktuellen Ausblick war eine klare Warnung vorausgegangen: So hatte sich die Marge des Konzerns im ersten Quartal dieses Kalenderjahres auf nur noch 4,5 Prozent halbiert. Die Sorge war groß gewesen, dass Toyota in einen ähnlichen Abwärtssog geraten könnte wie die europäischen Hersteller. Nun ist es Kon gelungen, den Abwärtstrend vorerst zu bremsen.

Von April bis September sank der Absatz der Gruppe zwar um 4,6 Prozent auf 5,4 Millionen Fahrzeuge. Grund dafür war aber die Überführung des Lkw-Herstellers Hino in die neue börsennotierte Holding Archion – ein Gemeinschaftsprojekt mit Mitsubishi Fuso, der japanischen Tochter von Daimler Truck.

Derweil stieg der Umsatz um 9,5 Prozent auf 26,9 Billionen Yen, der Betriebsgewinn um 9,2 Prozent auf 2,2 Billionen Yen. Der Reingewinn legte um ein Viertel auf 2,3 Billionen Yen zu. Einen Großteil davon verursachten allerdings auch Wechselkursgewinne: Der Yen war schwächer als kalkuliert, was die Auslandsergebnisse bei der Umrechnung steigen ließ.

Toyota profitiert von seiner Weltmarktführerschaft bei Hybridautos. Zwar gilt die Kombination aus Elektro- und Benzinmotor nur als Übergangstechnik zum vollelektrischen Antrieb. Doch das Aus für Elektroautosubventionen in den USA und die mögliche Verschiebung des Verbrenner-Aus in Europa verlängern die Attraktivität der Zwischenlösung.

Auch Andreas Ries, Global Head of Automotive beim Beratungsunternehmen KPMG, hatte in diesem Jahr bereits vorausgesagt, dass der Trend dem Automobilhersteller „Rückenwind“ gebe. Bei Toyota liegt der Anteil teil- und vollelektrifizierter Autos bei 55,6 Prozent. Künftig soll er weiter steigen.

Die starke Marktstellung erlaubt es Toyota, vor allem in den USA, sich Rabattschlachten zu entziehen. Laut einer Analyse von Morgan Stanley lagen Toyotas Verkaufsanreize im Oktober mit 1.577 Dollar mehr als 50 Prozent unter dem Durchschnitt.

Seine Schwäche bei reinen Batterieautos will Toyota mit der Zeit wettmachen. Finanzchef Yoichi Miyazaki kündigte an: „Mit Blick auf das Jahr 2030 werden wir eine Unternehmensstruktur aufbauen, bei der batterieelektrische Fahrzeuge auf einer soliden Basis von zehn Millionen Fahrzeugen stehen, deren Kern aus Hybridfahrzeugen besteht.“

Trotz dieser Erfolge hat der Konzern aber ebenso wie die deutschen Hersteller Probleme mit dem Konkurrenzdruck aus China. So bewertet der japanische Autoanalyst Takaki Nakanishi die chinesischen Autobauer als größte Herausforderung für die japanische Konkurrenz. „Ihr technologisches Niveau hat bereits das der japanischen Hersteller erreicht“, urteilt er – besonders bei der Verbindung von Auto, Elektrifizierung und Software sowie beim Entwicklungstempo.

Toyota setzt deshalb darauf, von China zu lernen – um dort und auf anderen Märkten wieder zu wachsen. Deswegen konsolidiert der Konzern nicht nur seine chinesischen Joint Ventures, sondern will ab Januar eine Elektro-Offensive starten. Finanzchef Miyazaki formuliert die Strategie: „In China für China, um neue Kunden anzuziehen und unser Wachstum wieder zu beschleunigen.“

In Südostasien, wo Toyota Marktführer ist, will der Konzern die chinesischen Rivalen sogar mit ihren eigenen Mitteln schlagen. „Bei der Einführung neuer Modelle werden wir die in China gewonnenen Erkenntnisse einfließen lassen, um unsere Kostenwettbewerbsfähigkeit deutlich zu steigern“, kündigte er an.

Zugleich soll eine umfassende Reorganisation zum 1. Januar die Bürokratie des Autoherstellers verschlanken, Entscheidungen beschleunigen und die Unternehmenswerte stärken. Personalwesen, Finanzabteilung sowie Konzernverwaltung werden in einer „Kanri“-Gruppe gebündelt. Annähernd übersetzen lässt sich der Begriff mit Aufsichtsgruppe. Laut Miyazaki will Toyota damit ein professionelles Support-Team aufbauen, „das die Zufriedenheit unserer Kollegen fördert und sie befähigt, Herausforderungen am Arbeitsplatz zu meistern“.

Dazu dient auch die neue Gruppe für Toyota-Philosophie und Bildung. Kein Geringerer als Verwaltungsratschef Akio Toyoda, der frühere Konzernchef und Enkel des Firmengründers, übernimmt sie. Er soll Toyotas Erfahrungen und Werte in der nächsten Managergeneration verankern.

Außerdem konkretisierte Miyazaki den bereits im September angekündigten Vorstoß in die Roboterindustrie. „Wir werden unseren internen Bedarf an 400.000 Robotern und unseren jährlichen Bedarf von einer Billion Yen für den Austausch veralteter Anlagen in eine Chance für unser Geschäftswachstum verwandeln“, sagte er.

Mit diesem Eigenbedarf im Rücken will Toyota Roboter entwickeln und, so Miyazaki, „den Vertrieb in andere Fertigungsunternehmen und Branchen ausbauen und unsere Produkte in Lifestyle-Bereichen anbieten“. Konkrete Absatzziele nannte er allerdings nicht.

In Europa kämpft Toyota derweil mit allen Mitteln gegen den deutsch-französischen Autopakt. Er würde Elektroautos, die nicht in der EU und möglicherweise Großbritannien gebaut werden, von Subventionen ausschließen. Das beträfe dann auch Toyotas bisherige Modelle.

So wirbt Toyota dafür, sein großes Engagement in Europa zu berücksichtigen, wo der Konzern zweitgrößter Anbieter sei. Die Idee: Auch in Japan und der Türkei produzierte Autos sollen einbezogen werden. Diese Position sollen Konzernchef Kon und Bundeskanzler Friedrich Merz bei dessen Japanbesuch Ende Oktober erläutert haben.

Der Bundeskanzler durfte sich bei seinem Asienbesuch dabei auch Beschwerden in Südkorea anhören – wohl nicht ohne Wirkung. Die Intensität der Kritik habe ihn „etwas überrascht“, sagte der Kanzler am 30. Oktober zum Abschluss seiner Asienreise in Seoul. „Ich werde das natürlich beim nächsten Europäischen Rat ansprechen“, sagte er. Die Sorgen habe er sehr intensiv vermittelt bekommen. Dann hatte er zugesagt: „Ich nehme es ernst und ich nehme es mit.“

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Start einer Elektro-Offensive in China ab Januar.

    Very likely · Within months

Open Questions

  • Wie erfolgreich wird die Elektro-Offensive in China ab Januar?
  • Welche konkreten Absatzziele gibt es für die neue Robotik-Sparte?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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