Hessens Ministerpräsident Boris Rhein fordert Fortsetzung der Debatte über Stadtbild und Migration nach AfD-Erfolgen
Quick Look
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein betont nach den Landtagswahlsiegen der AfD in drei Bundesländern die Notwendigkeit, die von Bundeskanzler Friedrich Merz angestoßene Diskussion über das Stadtbild und Migrationspolitik fortzusetzen und Lehren daraus zu ziehen, während die AfD bundesweit bei 29 Prozent liegt und die Union bei 19 Prozent.
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Why It Matters
Die AfD hat in den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt erhebliche Erfolge erzielt, wobei sie in Sachsen-Anhalt ihr bisher bestes Ergebnis von 43,8 Prozent erreichte. Bundespolitisch liegt die AfD in Umfragen bei 29 Prozent, während die Union auf 19 Prozent gefallen ist.
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hält es nach den AfD-Wahlerfolgen für geboten, die durch Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU) ausgelöste Diskussion über die Veränderung des «Stadtbilds» fortzusetzen. Die Debatte, die Merz angestoßen habe, sei richtig gewesen, sagte Rhein der «Bild am Sonntag». Allerdings sei dann «vorschnell» gesagt worden: «Das darf man so nicht diskutieren.» Rhein machte klar: «Doch, wir müssen es diskutieren, und wir müssen dann am Ende auch Lehren daraus ziehen.»
Merz hatte vor rund einem Jahr gesagt, die Bundesregierung korrigiere frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik und mache Fortschritte, «aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem». Später konkretisierte er, Probleme machten Migranten, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus hätten, nicht arbeiteten und sich nicht an die Regeln in Deutschland hielten.
AfD in drei Bundesländern Wahlgewinnerin
Ministerpräsident Rhein sagte, die Migrationskrise sei mit «großen Schritten» angegangen worden, aber noch nicht gelöst. «Wir haben selbstverständlich ein Problem, beispielsweise auch mit der Einwanderung in die Sozialsysteme. Das muss man so aussprechen und dann einer Lösung zuführen.» Man habe auch ein Thema mit Kriminalität von zugewanderten Menschen. «Das macht doch gar keinen Sinn, diese Themen hinter einer Brandmauer zu verstecken oder sie nie mehr zu besprechen. Sie verschwinden ja dadurch nicht», sagte Rhein.
Die AfD hatte in Mecklenburg-Vorpommern ihr Ergebnis von 16,7 auf 38,2 Prozent mehr als verdoppelt und ging damit nach Thüringen und Sachsen-Anhalt im dritten Bundesland als Siegerin aus der Landtagswahl hervor. In Sachsen-Anhalt hatte sie zuvor mit 43,8 Prozent ihr bisher höchstes Ergebnis bei einer Landtagswahl geholt - nur knapp an einer absoluten Mehrheit vorbei.
Union bei Insa bei 19 Prozent - AfD bei 29 Prozent
Bundesweit liegt die AfD in einer jüngsten Insa-Umfrage für die «Bild am Sonntag» unverändert bei 29 Prozent. Die Union hat im Vergleich zur Erhebung vor einer Woche um einen Punkt eingebüßt und liegt nun bei 19 Prozent. In einer Mitte September veröffentlichten YouGov-Umfrage erreichte die Union gar ein historisches Tief von 18 Prozent - die AfD stand auch hier bei 29 Prozent.
Rhein sagte auf die Frage, was er nun vom Kanzler erwarte: «Wir müssen die Deutungshoheit über die Alltagsfragen der ganz normalen Menschen als Partei der Mitte wiedererlangen.» Die Spritpreisbremse sei eine gute Antwort. «Aber es ist paradox, eine Spritpreisbremse zu beschließen und den Menschen an der Supermarktkasse das Geld wieder aus der Tasche zu ziehen.» Rhein spielte damit etwa auf geplante höhere Tabak-, Alkohol- und Sektsteuern an.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Debatte über Migrationspolitik und Stadtbild wird in den kommenden Wochen weitergeführt werden, mit möglichen politischen Konsequenzen für die Union.
Likely · Within weeks
Die AfD wird ihre starke Position in Umfragen und Wahlen voraussichtlich behalten oder ausbauen, solange die Migrationsfrage ungelöst bleibt.
Likely · Within months
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen plant die Bundesregierung zur Bewältigung der Migrationsherausforderungen?
- Wie wird die Union ihre verlorenen Wähler zurückgewinnen?
- Welche spezifischen Lehren zieht die Hessens Landesregierung aus der Migrationsdebatte?


