Hessischer Arbeitsmarkt zeigt gemischte Signale: Arbeitslosigkeit stagniert, aber Ausbildungsplätze sinken
Quick Look
- Die Arbeitslosigkeit in Hessen ist erstmals seit Monaten nicht gestiegen, die Zahl der freien Stellen stieg auf 10.000 und die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bleiben bei rund 2,8 Millionen stabil.
- Gleichzeitig fehlen vielen Unternehmen Arbeitskräfte, während die Zahl der Ausbildungsplätze innerhalb eines Jahres um zehn Prozent gesunken ist.
- Die Grünen schlagen vor, den Horizont der Schüler durch mehr Praktika, Mobilitätszuschüsse und bessere Berufsschulen zu erweitern, um die Jugend vor Arbeitslosigkeit zu bewahren.
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Why It Matters
Der hessische Arbeitsmarkt zeigt widersprüchliche Entwicklungen: Während die Arbeitslosigkeit nicht mehr steigt und freie Stellen zunehmen, fehlen vielen Unternehmen Arbeitskräfte und die Zahl der Ausbildungsplätze ist gesunken.
Erstmals seit Monaten keine steigende Arbeitslosigkeit – das ist die gute Nachricht vom hessischen Arbeitsmarkt. Und auch der Anstieg der neu gemeldeten freien Stellen auf 10.000, deutlich mehr als in den vergangenen Monaten, ist ein positives Signal. Ebenso erfreulich ist, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land trotz des Arbeitsplatzabbaus in vielen Unternehmen mit rund 2,8 Millionen immer noch weitgehend stabil ist. Daraus den Schluss zu ziehen, dass sich nun alles zum Besseren wendet, wäre allerdings falsch.
Denn gleichzeitig fehlen vielen Unternehmen Arbeitskräfte. Nicht umsonst weisen die hessischen Arbeitgeberverbände auch angesichts der aktuellen Zahlen wieder auf den dringenden Bedarf an qualifiziertem Personal aus dem Ausland hin. Umso mehr erstaunt es da, dass sich die Zahl der Ausbildungsplätze in Hessen binnen Jahresfrist um zehn Prozent verringert hat.
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Es ist Unternehmen nicht zu verdenken, dass sie keine Plätze mehr anbieten, wenn sie gerade Stellen abbauen oder mehrmals vergeblich Auszubildende gesucht haben. Das Missverhältnis zwischen dem, was die jungen Leute suchen, und dem, was angeboten wird, ist ein Problem. Oft liegt es aber nicht daran, dass es für den Wunschberuf keinen Ausbildungsplatz gibt, sondern daran, dass dieser zu weit weg ist.
Die Vorschläge der Grünen im Hessischen Landtag weisen daher in die richtige Richtung: den Horizont der Schüler durch mehr Praktika zu erweitern, eventuell sogar mit Prämien; Mobilitätszuschüsse und ein größeres Angebot an Wohnheimen für eine Ausbildung in entfernteren Orten; moderne Berufsschulen und die Möglichkeit für digitalen Unterricht. Nicht vorgeschlagen, aber vorstellbar, wäre auch ein Zuschuss zum Führerschein, der für viele Auszubildende vor allem im Handwerk essenziell ist.
Ausbildung zu stärken ist für das Land und die Unternehmen eine lohnende Investition. Bevor man Fachkräfte aus dem Ausland holt, sollten eher die hiesigen Jugendlichen ausgebildet werden, denn dass aktuell noch mehr als 9000 junge Leute ohne Ausbildungsplatz sind, ist wahrlich kein gutes Signal. Es gilt, ihnen mit vereinten Kräften eine Chance zu geben. Nur so können sie für die Zukunft vor Arbeitslosigkeit bewahrt werden.
Open Questions
- Wie stark wird der Rückgang der Ausbildungsplätze in den kommenden Monaten weitergehen?
- Welche konkreten Maßnahmen plant die Landesregierung zur Förderung der Berufsausbildung?
- In welchen Branchen ist der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt?







