Hohe Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt stärkt AfD bei Landtagswahl 2025
Quick Look
- Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2025 erreichte die Wahlbeteiligung mit rund 80 Prozent einen historischen Höchstwert.
- Die AfD profitierte maßgeblich von der Mobilisierung ehemaliger Nichtwähler und gewann über 170.000 Stimmen aus diesem Lager, während etablierte Parteien wie CDU, SPD und Grüne trotz Zugewinne aus dem Nichtwählerlager insgesamt an die AfD verloren.
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Why It Matters
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2025 fand statt, wobei die Wahlbeteiligung mit rund 80 Prozent einen historischen Höchstwert erreichte, deutlich über dem Wert von 60,3 Prozent bei der Wahl 2021.
Die höchste Wahlbeteiligung in der Geschichte des Bundeslandes Sachsen-Anhalt hat maßgeblich zum Sieg der AfD beigetragen. Nachwahlbefragungen zufolge konnte die AfD bei der Landtagswahl 2025 insbesondere im Lager der Nichtwähler punkten.
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Mit rund 80 Prozent liegt die Wahlbeteiligung in diesem Jahr deutlich über dem Wert von 60,3 Prozent im Jahr 2021. Der Analyse des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag der ARD zufolge gewann die AfD 170.000 Wähler, die 2021 der Wahl ferngeblieben waren. In anderen Worten: Von den insgesamt 291.000 Neu-AfD-Wählern waren 58 Prozent bei der letzten Wahl noch Nichtwähler.
Auch von fast allen anderen Parteien konnte die AfD gewinnen: Von der CDU wanderten 82.000 Wähler zur AfD, von der FDP 19.000, von den Linken 11.000, von der SPD 7000 und von den Grünen 2000. Nur an das BSW musste die AfD laut den Berechnungen 2000 Wähler abgeben.
Ein ähnliches Bild zeigt auch die Nachwahlbefragung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF. 42 Prozent der AfD-Wähler und damit fast jeder Zweite stammen aus dem Lager der Nichtwähler. 29 Prozent hatten bereits bei der vergangenen Wahl AfD gewählt. 15 Prozent waren bisher bei der CDU verortet, 14 Prozent bei den anderen Parteien.
SPD und Grüne profitieren vom Anti-AfD-Effekt
In einem geringeren Maße profitierten CDU, Linke, SPD und Grüne von der gestiegenen Wahlbeteiligung. Die Christdemokraten gewinnen 32.000 bisherige Nichtwähler hinzu, die Linkspartei und die SPD je 16.000 und die Grünen 10.000 Wähler aus diesem Lager.
Der Verein Campact hatte mit einer millionenschweren Kampagne zur Wahl von SPD und Grünen aufgerufen, denn ein Einzug mehrerer kleinerer Parteien in den Landtag erschwert es der AfD, auf eine absolute Mehrheit der Sitze zu kommen. Diese Strategie scheint aufgegangen zu sein. Offen ist, ob der Einzug von SPD und Grünen reicht, um eine AfD-geführte Regierung zu verhindern.
Denn zugleich hat die CDU an alle anderen Parteien verloren. Der infratest-dimap-Analyse zufolge entschieden sich 82.000 bisherige CDU-Wähler für die AfD, 17.000 für die Grünen, 14.000 für die SPD, 11.000 für das BSW und 8.000 für die Linke. Insgesamt übersteigt der Verlust von 132.000 Wählern an andere Parteien deutlich den Zugewinn aus dem Nichtwählerlager.
Die SPD gewann ausweislich der Analyse von Infratest dimap 16.000 Nichtwähler und 14.000 CDU‑Wähler, verlor allerdings auch 7000 Wähler an die AfD, 6000 an das BSW und in geringerem Maß an Grüne und Linke.
Die Grünen wiederum profitierten von 17.000 bisherigen CDU-Wählern und 10.000 Nichtwählern, in geringem Maß auch von SPD-, FDP- und Linke-Wählern. Überraschenderweise weist die Analyse bei den Grünen auch einen Verlust von rund 2000 Wählern an die AfD aus.
Die Linke überzeugte neben 16.000 Nichtwählern auch 13.000 Wähler von CDU, FDP und SPD. Sie verlor zugleich 13.000 Wähler an das BSW, 11.000 Wähler an die AfD und 4000 Wähler an die Grünen, sodass sie sich im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren insgesamt etwas verschlechterte.
Oft hatten Vertreter von CDU, SPD oder den Grünen erklärt, dass eine hohe Wahlbeteiligung ein Mittel sei, um die AfD zu schlagen. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt jedoch zeigte sich, dass es der AfD erfolgreicher gelungen ist, Nichtwähler zu mobilisieren.
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What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die AfD wird versuchen, eine Regierung zu bilden oder zumindest als stärkste Fraktion Einfluss auf die Regierungsbildung zu nehmen.
Likely · Within weeks
SPD und Grünen werden ihre Zusammenarbeit verstärken, um eine AfD-geführte Regierung zu verhindern, basierend auf der Campact-Kampagne.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Reicht der Einzug von SPD und Grünen aus, um eine AfD-geführte Regierung zu verhindern?
- Wie wird sich die Wählerwanderung zwischen den Parteien auf die zukünftige Regierungsbildung auswirken?
- Welche langfristigen Auswirkungen hat die Mobilisierung ehemaliger Nichtwähler durch die AfD auf das Parteiensystem in Sachsen-Anhalt?


