Huthi-Rebellen erobern strategische Insel in der Bab al-Mandab-Meerenge
Jemenitischen Quellen zufolge haben die Huthi die Insel Mayyun eingenommen und kontrollieren nun die gesamte jemenitische Küste des Roten Meeres.
Quick Look
- Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben laut Regierungsquellen die strategische jemenitische Insel Mayyun in der Bab al-Mandab-Meerenge erobert.
- Damit kontrollieren sie die gesamte jemenitische Rotmeerküste, was den internationalen Schifffahrtsweg und den Welthandel stark bedroht.
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Why It Matters
Konflikt im Jemen zwischen Huthi-Rebellen und der international anerkannten Regierung.
Düsseldorf. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben jemenitischen Regierungsquellen zufolge eine strategisch gelegene Insel in der Meerenge Bab al-Mandab erobert. Die Insel Mayyun (oder Perim) liegt am südlichen Ende der Meerenge, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Beide sind Teil einer Schifffahrtsroute, die vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean führt und somit den kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien darstellt.
Erst gestern hatten die Rebellen auch die Hafenstadt Mokka eingenommen. Mit den jüngsten Vorstößen kontrollieren die Huthi nun die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen. Der für den Welthandel enorm wichtige Schifffahrtsweg dürfte damit noch stärker bedroht werden als bisher.
Von ihren neu gewonnen Positionen aus können die Huthi Handels- und andere Schiffe im Roten Meer noch gezielter angreifen oder stören als zuvor. Die Huthi hatten dort in den vergangenen Jahren mehrfach Schiffe angegriffen und teils versenkt oder diese gekapert.
Im Jemen war zuletzt ein seit Jahren andauernder Konflikt erneut aufgeflammt. Die Huthi kämpfen gegen die international anerkannte Regierung und deren Verbündete. Sie gehören zur sogenannten iranischen „Achse des Widerstands“, einem regionalen Netzwerk aus vom Iran unterstützten Milizen. Teheran unterstützt die Huthi ähnlich wie die Hisbollah im Libanon mit Waffen, Technologie, Fachwissen und finanziell.
Auf der anderen Seite stehen die jemenitische Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, sowie regierungstreue Kräfte. So sind beispielsweise die sogenannten Nationalen Widerstandskräfte strategische Partner der Regierung geworden im Kampf gegen die Huthi, gegen die das saudisch angeführte Bündnis auch Luftangriffe fliegt.
Seit Ausbruch des Irankriegs wird die Meerenge Bab al-Mandab als alternative Handelsroute genutzt, um Ausfälle durch die Straße von Hormus etwas zu kompensieren. Vor allem Saudi-Arabien verschifft sein Öl nun stärker über den Hafen Yanbu am Roten Meer. Auch andere Golfstaaten versuchen, so zumindest einen Teil ihrer Exporte umzuleiten.
Die Meerenge ist an der schmalsten Stelle etwa 20 Kilometer breit und damit deutlich schmaler als die Straße von Hormus, die etwa 50 Kilometer breit ist. Die stärkere Kontrolle des Zugangs zu Bab al-Mandab durch die Huthi dürfte als erheblicher Rückschlag für Saudi-Arabien und den internationalen Schiffsverkehr gewertet werden. Die USA und die EU versuchten mit Militäreinsätzen bereits, Handelsschiffe besser vor Angriffen der Miliz zu schützen.
Die Huthi hatten schon im Zuge des Gaza-Kriegs aus Solidarität mit der Hamas wiederholt Schiffe im Roten Meer angegriffen. Dadurch wurde der internationale Schiffsverkehr erheblich gestört. Nach saudisch geführten Angriffen kündigten die Huthi im Juli eine Blockade der Schifffahrt für Saudi-Arabien an. Seitdem griffen sie mehrere Schiffe an und zwangen weitere zu Kursänderungen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Verstärkte Angriffe auf Handels- und Ölschiffe im Roten Meer
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie reagieren USA und EU militärisch auf die Insel-Eroberung?
- Bleibt die Blockade für Saudi-Arabien dauerhaft bestehen?






