Industrie: Deutsche Unternehmen fahren Produktion deutlich hoch
Quick Look
- Die deutsche Industrieproduktion stieg im August um 2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat, viermal stärker als von Ökonomen erwartet.
- Der Baugewerbe trieb das Wachstum mit einem Plus von 9,3 Prozent an, während die Autoindustrie um 5,4 Prozent schrumpfte.
- Die Auftragsbücher sind zwar voll, doch der Wegfall großer Rüstungsaufträge führte zu einem Einbruch des Neugeschäfts um 10,6 Prozent gegenüber Juli.
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Why It Matters
Die Industrieproduktion war im Juli um 1,2 Prozent geschrumpft. Die Auftragsbücher sind derzeit so gut gefüllt wie seit Beginn der Statistik 2015 nicht mehr.
Berlin. Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im August viermal so stark hochgefahren wie erwartet. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 2,0 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das ist das kräftigste Plus seit knapp anderthalb Jahren. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet. Im Juli war die Produktion noch um 1,2 Prozent geschrumpft.
Die positive Entwicklung im August geht vor allem auf die höhere Produktion im Baugewerbe zurück: Diese wuchs um 9,3 Prozent zum Vormonat. „Innerhalb des Baugewerbes ist insbesondere der Bereich spezialisierte Bautätigkeiten und Ausbaugewerbe mit einem Plus von 13,1 Prozent gegenüber dem Vormonat hervorzuheben“, erklärten die Statistiker. Die Energieerzeugung schrumpfte dagegen um 0,4 Prozent.
Die Industrie allein stellte 0,6 Prozent mehr her. Die Maschinenbauer meldeten dabei mit 5,3 Prozent ein besonders kräftiges Plus. Negativ auf die gesamte Produktion wirkte sich hingegen der erneute Rückgang in der Autoindustrie von 5,4 Prozent aus. Erklärt wird das teilweise mit den branchenüblichen Werksferien, die diesmal mehr als im Vorjahr in den August fielen.
Für die Industrie stehen die Chancen auf eine Belebung in den kommenden Monaten nicht schlecht: Die Auftragsbücher sind mittlerweile so gut gefüllt wie noch nie seit Beginn der Statistik 2015. Im August gab es allerdings einen Rückschlag: Der Wegfall großer Rüstungsaufträge hat der deutschen Industrie einen heftigen Auftragseinbruch eingebrockt. Das Neugeschäft schrumpfte um 10,6 Prozent im Vergleich zum Juli und damit so stark wie seit Januar nicht mehr.
Das Bundeswirtschaftsministerium verweist auf Risiken. So bleibe die Rheinschifffahrt infolge des Niedrigwassers eingeschränkt, während der Impuls der energieintensiven Industrien im Zuge der Krise in der Golfregion nachlasse und sich die Auslandsumsätze zuletzt angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks wenig dynamisch entwickelten. „Somit sind die Aussichten für eine breit angelegte Belebung der Industriekonjunktur weiter verhalten“, hieß es vom Ministerium.
Open Questions
- Wie lange wird der Rückgang in der Autoindustrie aufgrund von Werksferien anhalten?
- Welche Maßnahmen plant die Regierung zur Unterstützung der energieintensiven Industrien?
- Wie wird sich die eingeschränkte Rheinschifffahrt auf die Industrie auswirken?





