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Die Innenminister von Bund und Ländern beabsichtigen, konsequenter gegen bandenmäßigen Sozialmissbrauch vorzugehen. Zur Bekämpfung organisierter Täterstrukturen sei es »von zentraler Bedeutung, effektive Maßnahmen zur Prävention, Aufdeckung und Strafverfolgung zu ergreifen«, heißt es in einem bei der Innenministerkonferenz (IMK) gefasstem Beschluss.
Missbrauch müsse frühzeitig erkannt, systematisch verhindert und entschlossen verfolgt werden. Dazu brauche es neue Prüfmechanismen, eine engere behördenübergreifende Zusammenarbeit und die konsequente Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten zur Rückforderung von zu Unrecht erlangten Leistungen, steht es weiter in dem Beschluss.
Hintergrund für die Pläne der Innenminister sind demnach Fälle, in denen Banden EU-Bürger aus Südosteuropa nach Deutschland geholt und in Scheinarbeitsverhältnisse gebracht hatten, um dann Anspruch auf Sozialleistungen zu erhalten. Begrüßt wurden von der IMK Initiativen einzelner Länder, die Kooperationen zwischen Polizei, Jobcentern und weiteren Behörden auszubauen, um Missbräuche dieser Art zu verhindern.
Kritik an EU-Vorgaben
Die Ministerinnen und Minister verwiesen in dem Beschluss auf eine Empfehlung der Kommission zur Sozialstaatsreform, »sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, den Zugang von EU-Ausländern zu Sozialleistungen in Deutschland künftig an eine umfassendere Beschäftigung sowie eine ausreichende Mindestbeschäftigungsdauer zu knüpfen«.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und fünf EU-Kollegen fordern eine EU-weite Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. Angesichts steigender Spritpreise und massiver Gewinne der Energiebranche soll das Thema Mitte September in Dublin diskutiert werden.

Im Liveblog: Bayerns BSW-Chef Klaus Ernst schließt AfD-Duldung aus. Bundeskanzler Merz verspricht Wirtschaftsentlastung. Mario Voigt als Thüringer CDU-Chef wiedergewählt. Antisemitismusbeauftragter Klein fordert schärferes Strafrecht gegen Hamas-Sympathisanten.

Bundeskanzler Merz besucht nach seinem Urlaub den Hürtgenwald. Währenddessen äußert sich Alexander Dobrindt vage zu einem Waffenfund bei Berlin, und Rüstungsstaatssekretär Jens Plötner betont die Notwendigkeit schneller technologischer Anpassungen im Ukrainekrieg.

Dirk Kurbjuweit analysiert die aktuelle Sicherheitslage nach einem Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig und einem Vorfall in einem Waffenlager nahe Berlin, zu denen sich die Bundesregierung bisher nicht äußert.
Im Iran wurde ein Mann hingerichtet, der wegen seiner Teilnahme an regierungskritischen Protesten zum Tode verurteilt worden war. Ihm wurden unter anderem »Kriegsführung gegen Gott« und operative Aktivitäten für Israel und die USA vorgeworfen.

Die Bahngewerkschaft EVG droht mit bundesweiten Streiks im Januar, falls die Bundesregierung nicht noch dieses Jahr ein Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal einbringt. Das Verkehrsministerium betont, dass eine Anpassung bereits in Arbeit sei.