KfW-Energiewendebarometer: Investitionsbereitschaft in Klimaschutz steigt wieder
Zwei Drittel der Haushalte in Deutschland zeigen Handlungsbereitschaft, doch einkommensschwache Haushalte stehen vor finanziellen Hürden bei der Energiewende.
Quick Look
- Die Bereitschaft deutscher Haushalte zu Klimaschutzinvestitionen steigt laut KfW-Energiewendebarometer auf 66 Prozent.
- Während die Zustimmung zur Energiewende hoch bleibt, belasten steigende CO2-Preise einkommensschwache Haushalte überproportional.
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Why It Matters
Die KfW erhebt jährlich das Energiewendebarometer zur Einstellung der Bevölkerung. Seit 2021 gilt in Deutschland eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe.
Die Bereitschaft zu privaten Investitionen in den Klimaschutz ist in Deutschland wieder gestiegen. In der jüngsten Auflage des jährlichen "Energiewendebarometers" der Förderbank KfW bekunden zwei Drittel (66 Prozent) der Haushalte Handlungsbereitschaft.
Damit steigt die Bereitschaft zum ersten Mal seit 2023 wieder. Im vergangenen Jahr war mit 59 Prozent der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018 ermittelt worden.
Jeder dritte Haushalt investiert bereits
Unverändert hoch bleibt die Zustimmung zur Energiewende. 84 Prozent der repräsentativ befragten Privathaushalte gaben an, dass sie die Abkehr von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas hin zu Erneuerbaren Energien wie Wind-, Sonnen- und Wasserkraft für wichtig oder sehr wichtig halten.
Jeder dritte Haushalt hat bereits jetzt aktiv in den Klimaschutz investiert: 14 Millionen Haushalte in Deutschland nutzen von der Wärmepumpe, über Pelletheizung, Photovoltaik-Anlage und Solarthermie bis Elektroauto mindestens eine dieser Technologien, wie die KfW ausführt.
Weitere fünf Prozent planen nach eigenen Angaben eine solche Investition in den nächsten zwölf Monaten. "Der außergewöhnliche Hitzesommer 2026 hat die Notwendigkeit des Klimaschutzes noch mal klar verdeutlicht", sagt KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher.
Ärmere Haushalte trifft CO2-Bepreisung mehr
Es zeigen sich jedoch Unterschiede je nach Einkommenshöhe: "Haushalten im unteren Einkommenssegment fehlen oft die Mittel für Investitionen in klimaschonende Technologien", erklärt Schumacher. Finanzschwache Haushalte würden häufiger mit Öl und Gas heizen. Dadurch fällt bei ihnen die zusätzliche Bepreisung fossiler Brennstoffe zugleich stärker ins Gewicht.
Seit 2021 wird in Deutschland eine CO2-Abgabe für alle fossilen Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel erhoben. Der Verbrauch dieser Rohstoffe wird dadurch teurer, was zum Klimaschutz beitragen soll. Zum 1. Januar 2026 wurde der Preis je Tonne Kohlendioxid (CO2) von 55 Euro auf eine Spanne zwischen 55 Euro und 65 Euro angehoben.
Durch die steigende CO2-Bepreisung würden ärmere Haushalte in den kommenden Jahren überproportional belastet, sagt Schumacher. "Um die Energiewende in die Breite zu tragen, ist es wichtig, auch einkommensschwächere Haushalte durch gezielte Fördermaßnahmen für Energiewendetechnologien zu gewinnen."
Fast zwei Drittel der Haushalte in Deutschland (63 Prozent) heizen der Erhebung zufolge noch mit Gas oder Öl. Wärmepumpen nutzen neun Prozent der Haushalte, Holzpellets sechs Prozent.
Open Questions
- Welche konkreten Fördermaßnahmen sind für einkommensschwache Haushalte geplant?







