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Der Prozess findet vor dem Hintergrund einer Verhaftungswelle gegen oppositionelle Bürgermeister statt. Die Regierung weist Vorwürfe der politisch motivierten Justiz zurück.
In einem viel beachteten Korruptionsverfahren in der Türkei sind sechs ehemalige Bürgermeister der Opposition zu teils sehr langen Haftstrafen verurteilt worden. Der ehemalige Bürgermeister des Bezirks Besiktas, Rıza Akpolat, erhielt etwa eine Gesamtfreiheitsstrafe von 23 Jahren und 3 Monaten, wie die Nachrichtenagenturen Anadolu und DHA berichteten. Das Gericht in Istanbul verurteilte ihn demnach wegen Bestechung, Geldwäsche und Manipulation von Ausschreibungen.
Fünf weitere ehemalige Bürgermeister wurden DHA zufolge zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, ein weiterer wurde freigesprochen. Die Bürgermeister waren im Zuge der Ermittlungen abgesetzt worden.
Der Prozess wurde in der Türkei auch vor dem Hintergrund einer Verhaftungswelle gegen oppositionelle Bürgermeister – und der Festnahme des ehemaligen Istanbuler Oberbürgermeisters Ekrem İmamoğlu aufmerksam verfolgt. Seine Anhänger werten das Verfahren gegen ihn und andere Oppositionspolitiker als politisch motiviert. Die Regierung weist Einflussnahme auf die Justiz zurück.
İmamoğlu, der profilierteste Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, war im März 2025 verhaftet worden. Er muss sich in einem anderen Prozess unter anderem wegen Korruption und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht verantworten.

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