
Die Ukraine hat gemeinsam mit Vertretern der USA und Europas ein Thesenpapier ausgearbeitet. Der Kreml weist US-Vorschläge für eine freie Wirtschaftszone im Donbass zurück.
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Der Ukraine-Krieg dauert seit über vier Jahren an. Die USA versuchen vermittelnd einzugreifen, während Russland seine Maximalforderungen aufrechterhält.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sieht bis zum Spätsommer 2027 ein Zeitfenster für eine US-vermittelte Friedenslösung mit Russland. Die Ukraine habe gemeinsam mit Vertretern der USA und Europas ein nur eine Seite umfassendes Thesenpapier ausgearbeitet, das Moskau vorgelegt werden solle, sagte Selenskij. Kernpunkte des Dokuments seien ein Waffenstillstand sowie ein US-Vorschlag für eine Freihandelszone im ostukrainischen Donbass, die von einer dritten Seite verwaltet werden solle.
Selenskij zufolge erstreckt sich die Gelegenheit für ein Ende des Krieges vom G-20-Gipfel in den USA im kommenden Dezember bis zum Ende des Sommers 2027. Danach rücke in den USA der Präsidentschaftswahlkampf für 2028 in den Fokus.
Die von den USA geführten Friedensgespräche waren Anfang des Jahres gescheitert. Die Ukraine hatte russische Forderungen nach Gebietsabtretungen zurückgewiesen, Russland wiederum hatte auf seinen Maximalforderungen beharrt. Zudem war die US-Regierung zunehmend durch den Konflikt mit Iran beansprucht. Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner besuchten Moskau zuletzt im Januar, reisten jedoch bislang nicht nach Kiew.
Der Kreml weist Vorschläge für eine freie Wirtschaftszone im ostukrainischen Donbass im Rahmen einer Friedensregelung zurück. Der Donbass sei Teil Russlands, und eine dritte Partei könne keine russische Region verwalten, sagt Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Zudem sei eine mögliche Stationierung von Nato-Truppen in der Ukraine für Russland inakzeptabel. Dies habe die Regierung in Moskau mehrfach deutlich gemacht.
Selenskij dankt Deutschland für Rettung zahlloser Leben. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat Kanzler Friedrich Merz (CDU) für die deutsche Unterstützung bei der Verteidigung des Landes gedankt. Deutschland sei führend bei der Erhaltung der Unabhängigkeit der Ukraine. „Unzählige Leben wurden bewahrt dank der deutschen Hilfe“, teilte Selenskij bei X mit – in einer Danksagung nach dem am Montag groß gefeierten 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine.
Selenskij veröffentlichte auch ein Glückwunschschreiben von Donald Trump, nachdem russische Medien mit Häme behauptet hatten, der US-Präsident habe in diesem Jahr nicht zum Unabhängigkeitstag gratuliert. „Der 24. August ist ein Tag, an dem wir unsere dauerhafte Freundschaft feiern, die auf 35 Jahren diplomatischer Beziehungen aufbaut, einer Verbindung, die sich seit der Erlangung der Unabhängigkeit der Ukraine nur noch vertieft hat“, teilte Trump demnach mit. Die USA bewunderten den „widerstandsfähigen Geist“ der Ukraine, ehrten ihre Opfer und blickten zuversichtlich in ihre Zukunft als „souveräne, wohlhabende Nation“.
Trumps Schreiben endete mit einem Friedensappell. „Nutzen wir diesen Moment, um den Konflikt zu beenden und einen dauerhaften, langlebigen Frieden aufzubauen, der das enorme Potenzial der Ukraine für kommende Generationen entfesselt.“
Selenskij dankte für die „herzliche und ermutigende Gratulation“. Außerdem formulierte er eine indirekte Forderung nach Abfangraketen zum Schutz vor Angriffen mit russischen ballistischen Raketen. Er sagte: „Diese Worte, ähnlich wie der Klang eines Starts des Patriot PAC-3, heben unsere Stimmung und geben Hoffnung, dass Leben vor den brutalen Angriffen Russlands geschützt werden können und dass ein würdevoller Frieden erreicht werden kann.“
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) setzt nach einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio am Montag weiter auf eine Vermittlerrolle der USA im Ukraine-Krieg. In einem Interview mit dem Nachrichtenportal t-online sagt Wadephul, die Zusammenarbeit mit Rubio sei konstruktiv und positiv. Beide Politiker seien sich einig, dass der Krieg nur durch Verhandlungen beendet werden könne, sähen aber derzeit keine Bereitschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu ernsthaften Gesprächen.
Wadephul erklärt zudem, es sei denkbar, dass Putin am G20-Gipfel unter US-Vorsitz im Dezember in Miami teilnehmen werde. „Normalerweise gehört der russische Präsident zu den Teilnehmern“, wird Wadephul zitiert.
Nach einem Drohnenangriff in der südrussischen Region Krasnodar ist Behördenangaben zufolge eine Ölraffinerie in Brand geraten. Durch herabfallende Trümmerteile seien in der Umgebung zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden, teilte Regionalgouverneur Weniamin Kondratjew auf Telegram mit.
Trotz ständiger russischer Luftangriffe sind die ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer nach Regierungsangaben aus Kiew nicht komplett blockiert. „Jeweils drei bis vier Schiffe fahren täglich in den Großraum Odessa hinein und wieder hinaus“, sagte Präsident Wolodimir Selenskij auf einer Pressekonferenz am ukrainischen Unabhängigkeitstag in Kiew. Allerdings sei der Hafenumschlag vor Beginn der russischen Drohnen- und Raketenangriffe drei- bis viermal so hoch gewesen.
Der britische Premierminister Andy Burnham ruft die Verbündeten der Ukraine dazu auf, dem Land mehr Flugabwehrsysteme aus eigenen Beständen bereitzustellen. "Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun", sagt Burnham zu Beginn eines Treffens der sogenannten Koalition der Willigen. Der russische Präsident Wladimir Putin hoffe darauf, durch Angriffe auf ukrainische Zivilisten mit ballistischen Raketen den Krieg zu gewinnen. "Dies darf niemals zum Sieg führen." Zudem fordert Burnham schärfere Sanktionen gegen russische Öl- und Flüssigerdgas-Exporte (LNG), um den Druck auf Moskau zu erhöhen.
Am ukrainischen Unabhängigkeitstag ist infolge neuer russischer Angriffe mindestens ein Zivilist in der Stadt Pawlohrad getötet worden. In der Industriestadt seien zwei Menschen verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Parallel dazu wurden nach Behördenangaben bei einem Drohnenangriff auf das Zentrum der nordostukrainischen Großstadt Tschernihiw mindestens 20 Menschen verletzt.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Behörden per Dekret ermächtigt, die Kontrolle über unzureichend geschützte kritische Infrastrukturen zu übernehmen. Damit reagiert Putin auf die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe etwa auf Ölraffinerien und Logistikzentren. Die Regelung erlaubt es, Vermögenswerte und Eigentumsrechte unter vorübergehende staatliche Zwangsverwaltung zu stellen, wenn die Betreiber ihre Schutzpflichten verletzen oder Schäden nach Angriffen zu langsam beheben, hieß es in dem veröffentlichten Erlass.
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij zehn als vermisst geglaubte Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückerhalten. Die Angehörigen der Streitkräfte und der Nationalgarde seien bei einer über Belarus organisierten Sonderphase des Gefangenenaustausches in die Heimat zurückgekehrt, teilte Selenskij bei Telegram und X mit.
EU-Ratspräsident António Costa hat am Nationalfeiertag der Ukraine für eine entschlossene Unterstützung der EU-Beitrittsbestrebungen des Landes geworben. „Wir alle wissen, dass der Beitritt ein anspruchsvoller Prozess ist“, sagte er in einer Rede auf dem Sophienplatz in Kiew. „Doch diese Herausforderungen dürfen unsere politische Entschlossenheit nicht bremsen.“ Die EU-Erweiterung sei eine „geopolitische Notwendigkeit“.
Seine erste Auslandsreise im Amt hat den neuen britischen Premierminister Andy Burnham in die Ukraine geführt. Großbritannien werde trotz „unerhörter Drohungen“ aus Moskau die Ukraine weiterhin in ihrem Abwehrkampf unterstützen, sagte Burnham in einer Ansprache in Kiew aus Anlass der Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes.
Bei einem schweren Drohnenangriff sollen in der Millionenstadt Krasnodar im Süden Russlands nach Behördenangaben drei Kinder getötet worden sein. Bei der Attacke in der Nacht seien Drohnentrümmer auf eine private Kinderbetreuungseinrichtung gestürzt, teilte der Gouverneur des Gebiets Krasnodar, Weniamin Kondratjew, mit. Drei Kinder seien getötet, sechs weitere verletzt worden. Auch ein Warenlager, mehrere Häuser und noch im Bau befindliche Wohnblöcke seien von herabfallenden Drohnentrümmern getroffen worden, sagte Kondratjew. Die Lagerhalle gehöre dem zweitgrößten russischen Onlineversandhändler Ozon und sei in Flammen aufgegangen.
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G20-Gipfel im Dezember unter US-Vorsitz
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