Deutschland unterstützt Ukraine mit 250 Millionen Euro, russischer Vormarsch und internationale Sanktionen
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Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert an und führt zu anhaltenden Kämpfen sowie gegenseitigen Drohnenangriffen auf die Infrastruktur.
Die Bundesregierung hat der Ukraine weitere 250 Millionen Euro zugesagt. Die Gelder seien für Reparaturen an der Energieinfrastruktur vor dem kommenden Winter gedacht, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Die Energieversorgung bleibe eine Frontlinie dieses Krieges, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. »Dies trägt zur Sicherung der Energie- und Wärmeversorgung der Bevölkerung trotz anhaltender russischer Angriffe bei.« Sie forderte andere Staaten auf ebenfalls mehr Finanzhilfe bereitzustellen.
Seit 2022 hat die Bundesregierung 560 Millionen Euro als Unterstützung für die Energieinfrastruktur gezahlt. Mit der jetzigen Aufstockung steigt diese Summe auf 810 Millionen Euro.
In der umkämpften Stadt Kostjantyniwka ist die russische Armee weiter vorgedrungen. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Geolokalisierte Aufnahmen zeigen demnach, dass sie im Nordwesten von Kostjantyniwka am Ufer des Flusses Krywyj Torez vorankamen.
Unterdessen gewannen ukrainische Truppen die Kontrolle über zwei Dörfer bei Sumy und Slowjansk zurück. Geolokalisierte Videoaufnahmen zeigen demnach, wie ukrainische Soldaten in Mohrysja bei Sumy eine Flagge hissen und wie sie russische Soldaten in Mykolaiwka bei Slowjansk gefangen nehmen. Das ISW geht daher davon aus, dass die Angreifer schon vor einiger Zeit in Kleingruppen in das Dorf eingedrungen waren, ohne es aber komplett besetzen zu können.
German Gref, der Chef von Russlands größter Bank Sberbank, hat sich besorgt über den Zustand der russischen Wirtschaft gezeigt. Man beobachte einen nachlassenden Konsum sowie eine anziehende Inflation. »Das gibt Anlass zur Sorge«, sagte Gref auf einem Wirtschaftsforum in der Hafenstadt Wladiwostok. »Wir sehen erste Tendenzen.« Einen Hauptgrund für die steigende Teuerung sah er im Ausfall von Ölraffineriekapazitäten durch Drohnenangriffe der Ukraine.
Nach offiziellen Angaben aus dem Juli war die russische Wirtschaft im Jahresvergleich um 0,6 Prozent gewachsen, nach einem Plus von 1,7 Prozent im Juni. Die Sberbank rechnet Gref zufolge dennoch für das laufende Jahr mit einem neuen Rekordgewinn. Das Geldhaus hatte 2025 trotz der westlichen Sanktionen im Zuge des Ukrainekrieges ein Rekordergebnis von 1,7 Billionen Rubel (16,8 Milliarden Euro) erzielt.
Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa ist ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden. Das teilt die örtliche Militärverwaltung auf Telegram mit. Insgesamt seien in der Stadt 17 Menschen verletzt worden.
Nach dem versuchten Drohnenanschlag in Leipzig hat der prominente CDU-Außen- und Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter eine klare Absprache der Nato-Verbündeten gefordert. Es reiche nicht aus, lediglich »symbolische und diplomatische Maßnahmen« wie die Schließung russischer Kulturinstitute in Berlin zu treffen, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.
Laut Kiesewetter ist es jetzt an der Zeit für Beratungen nach Artikel 4 des Nato-Vertrages. Diese sind vorgesehen, wenn sich ein Nato-Staat für von außen gefährdet erklärt. Die Bundesregierung schrecke aber davor noch zurück. Russland werte das als Zeichen von Schwäche, sagte der CDU-Politiker und warnte vor weiteren Sabotageakten.
»Ich rechne also mit weiterem Terror Russlands und kriegerischen Maßnahmen wie Sabotage, gezielten Morden und Terroranschlägen auch in Deutschland.«
Die bulgarische Regierung hat Ausnahmen von EU-Sanktionen gegen Russland genehmigt, um Eisen- und Stahlimporte für ihr Atomkraftwerk Kosloduj zu ermöglichen. Für die Reaktoren sowjetischer Bauart seien regelmäßig Ersatzteile russischer Hersteller nötig, um die nukleare Sicherheit zu gewährleisten, teilt die Regierung mit. Kosloduj ist das einzige Atomkraftwerk des Landes und liefert mehr als ein Drittel des bulgarischen Stroms.
Norwegen hat auf Betreiben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz ein russisches Forschungs- und Kreuzfahrtschiff in der Arktis beschlagnahmt. Damit solle sichergestellt werden, dass Russland seinen ausstehenden Verpflichtungen nachkomme, teilte Norwegen mit. Naftogaz hatte den Vorgang bereits mitgeteilt.
Das Schiff Professor Moltschanow wurde nach Angaben von Naftogaz im Hafen von Barentsburg in der Inselgruppe Spitzbergen festgesetzt. Mit der Beschlagnahme will Naftogaz die Entscheidung eines Schiedsgerichts durchsetzen.
Das Gericht hatte Russland zur Zahlung von rund 4,2 Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Millionen Euro) an Naftogaz angewiesen – als Ausgleich für enteignete Vermögenswerte auf der 2014 annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Russland ist dem Schiedsspruch bislang nicht nachgekommen.
Die ukrainische Regierung hat die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) darüber informiert, dass »der russische Luftraum nicht sicher ist«. Das gab der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha im Onlinedienst X bekannt. Er verwies auf die »Zunahme militärischer Aktivitäten« über Russland und riet dazu, den russischen Luftraum zu meiden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits am Dienstag eine ähnliche Warnung an Fluggesellschaften, Versicherungsunternehmen und Passagiere ausgesprochen, die den russischen Luftraum nutzen. Er kündigte eine hohe Zahl von Drohnen im russischen Luftraum an. »Die sicheren Tage im russischen Luftraum sind vorbei«, fügte er hinzu. Da die Ukraine aber keine Zivilisten treffen wolle, erfolgte die Vorwarnung.
Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete Selenskyjs Worte als »Staatsterrorismus« und entgegnete, dass man wisse, wie man darauf reagieren würde.
Die EU-Außenminister haben bei ihrem Treffen in Irland der Ukraine weitere Unterstützung bei der Flugabwehr gegeben. »Wir haben uns gefreut, heute Ankündigungen von Mitgliedsstaaten zu hören, Luftverteidigung bereitzustellen«, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach dem Ende der Beratungen. Dies sei etwas, worum man seit Langem gebeten habe.
Um welche Mitgliedsstaaten es sich handelt, sagte Kallas nicht. Diese würden es selbst öffentlich bekannt geben. »Aber für die Ukraine war es wichtig, zu hören, dass es bei der Luftverteidigung tatsächlich Bewegung gibt.« Am Vortag hatte Kallas die EU-Länder, die über Abfangraketen verfügen, gebeten, diese der Ukraine zu überlassen. Laut Diplomaten bezog sie sich damit vermutlich vor allem auf Griechenland.
Die Ukraine hatte ihren aktuellen Bedarf an Abfangraketen zuletzt mit rund 300 Stück angegeben. Ein anhaltender Mangel könnte besonders im Winter problematisch werden, wenn Russland die Energieinfrastruktur angreift.
Nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Bundeskanzler Friedrich Merz für die deutschen Sanktionen gegen Russland gelobt. »Dies ist eine weitere Eskalation seitens Russlands, und es ist wichtig, dass Deutschland darauf reagiert hat«, teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit.
Merz habe ihn bei einem Gespräch über die Strafmaßnahmen informiert. Wie zuvor schon der ukrainische Botschafter in Berlin bot Selenskyj Deutschland ukrainische Unterstützung bei der Drohnenabwehr an. »Ich habe ihm meinerseits versichert, dass die Ukraine bereit ist, mit Fachwissen, Erfahrung oder auf anderen Gebieten zu helfen, wo Deutschland dies benötigt«, sagte Selenskyj.
Den Angaben nach sprachen Merz und Selenskyj auch über ein geplantes Drohnenabkommen. Beide Seiten seien derzeit dabei, den Vertragstext abzuschließen. Einen Termin für die Unterzeichnung des Abkommens war zunächst nicht bekannt.
Die Bundesregierung hat Russland als Urheber des versuchten Sprengstoffanschlags am Flughafen Leipzig/Halle benannt und Sanktionen verhängt. Auch die EU will reagieren. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul kündigte bei einem Treffen mit europäischen Kollegen umfangreiche Vorschläge für Strafmaßnahmen an. »Russland hat eskaliert (...) und Russland muss jetzt mit diesen Konsequenzen leben«, sagte er.
Nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen haben die Europäische Union und mehrere Mitgliedstaaten russische Gesandte und Botschafter einbestellt. Dies teilten die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sowie Vertreter Frankreichs, Finnlands und Belgiens bei einem informellen Treffen der EU-Außenminister in Irland mit.
Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot sagte, he habe einen Vertreter der russischen Botschaft in Paris einbestellt, um gegen das Vorgehen des Landes zu protestieren. Zudem müssten Sanktionen auf europäischer Ebene beschlossen werden, insbesondere gegen die russische Schattenflotte. Diese wird auch für Angriffe auf öffentliche Versorgungsnetze in Europa verantwortlich gemacht.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will mit den EU-Außenministern über den Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen beraten. Die Tat weise alle Merkmale von staatlich gefördertem Terrorismus auf, sagte Kallas bei einem informellen Treffen der Außenminister in Irland. Auch für den Fall, dass Russland seine Angriffe auf die Ukraine weiter eskaliere, müssten sich die EU-Staaten über ein gemeinsames Vorgehen verständigen.
Nach den neuen Sanktionen gegen Russland hat Ex-Präsident Dmitri Medwedew Deutschland gedroht. »Sie verdienen einen direkten Schlag gegen alle deutschen Produktionsstätten für Militärtechnik«, schrieb Medwedew, derzeit Vizechef des russischen Sicherheitsrats, auf Telegram. Gemeint seien Rüstungsbetriebe, die für die Ukraine arbeiten, und »durchaus auch einige andere Orte in Berlin«. Medwedew ist für seine extremen Äußerungen und Beschimpfungen, besonders gegen Deutschland, bekannt.
Medwedew wies die Anschuldigungen der deutschen Behörden zurück. Diese hätten den versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle erfunden. Zudem beschimpfte der frühere russische Präsident die »derzeitige deutsche Führung« als »neonazistisch« und »extrem russophob«.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat Schäden an etwa 100 Schiffen des Landes durch ukrainische Drohnenangriffe eingeräumt. »Ich denke, dass sie uns einen realen Schaden verursacht haben«, sagte Putin in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. »Es sind Menschen gestorben, Seeleute, darunter auch ausländische.« Es seien auch Bürger Aserbaidschans und der Türkei getötet worden.
Die Ukraine sei aber nicht in der Lage, Russland mit ihren Attacken kritische Schäden zuzufügen, sagte Putin. Der Gesamtschaden der Attacken liege nach vorläufigen Berechnungen bisher bei einem Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts. »Das ist kein kritischer Schaden für uns. Und sie können uns auch keinen kritischen Schaden zufügen«, behauptete der Präsident. Die Ukraine hatte insbesondere im Schwarzen und dem benachbarten Asowschen Meer Öltanker und Getreidefrachter attackiert.
Die Ukraine weitete zuletzt ihre Angriffe mit weitreichenden Drohnen auf das russische Hinterland deutlich aus. Immer wieder gingen dabei auch Ölraffinerien und Logistikzentren in Flammen auf. Putin sagte, inzwischen sei der Schutz für die Raffinerien deutlich verbessert worden. Unternehmen hatten indes beklagt, dass der russische Staat – anders als von Putin immer wieder versprochen – kein Garant für die Sicherheit sei.
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EU beschließt neue Sanktionen gegen Russland.
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Die ICAO warnt vor akuten Gefahren für die zivile Luftfahrt durch Konflikte, Langstreckenwaffen und Drohnen. Der ukrainische Präsident Selenskyj betont, dass ein drohnenreicher Luftraum kein Ort für Zivilflugzeuge sei.

Russland kündigt die Schließung des Goethe-Instituts in Moskau an, während Deutschland der Ukraine 250 Millionen Euro für die Energieinfrastruktur bereitstellt. Gleichzeitig deckt Dänemark russische Sabotagepläne auf.

Nach Brandsätzen auf eine Rüstungsbaustelle in München und neuen Details zum Drohnenvorfall in Leipzig reagiert Russland mit der Schließung von Goethe-Instituten. Innenminister fordern härteren Infrastrukturschutz und Reaktionen bleiben umstritten.

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