Überblick: Aktuelle Entwicklungen im Ukraine-Krieg und internationalen Konflikten
Goethe-Institut in Moskau vor Schließung, deutsche Finanzhilfen für die Ukraine und Sabotagevorwürfe in Dänemark.
Quick Look
- Russland kündigt die Schließung des Goethe-Instituts in Moskau an, während Deutschland der Ukraine 250 Millionen Euro für die Energieinfrastruktur bereitstellt.
- Gleichzeitig deckt Dänemark russische Sabotagepläne auf.
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Why It Matters
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und westlichen Ländern haben sich infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine massiv verschlechtert.
Bundesaußenminister Johann Wadephul kritisiert die Entscheidung Russlands zur Schließung des Goethe-Instituts in Moskau. „Ich bedauere, dass Russland diesen Schritt gegangen ist und das Goethe-Institut schließen wird“, sagt Wadephul beim Treffen des Weimarer Dreiecks mit seinen Amtskollegen aus Frankreich und Polen. Das Goethe-Institut habe auch in Russland „eine wichtige Funktion als Kulturbrücke übernommen, und wir wären bereit gewesen, das fortzusetzen“.
Wadephul sagte außerdem, er sehe in der Europäischen Union und darüber hinaus eine beispiellose Unterstützung im Umgang der Bundesregierung mit Russland. „Wenn Sie sich das Bild insgesamt in Europa und ehrlich gesagt darüber hinaus anschauen, dann ist es ein beeindruckendes Bild der Solidarität, was hier gezeigt wird“, so Wadephul. „Und ich glaube, das hat seine Wirkung auch in Moskau nicht verfehlt“, fügt er hinzu.
Die Bundesregierung stellt über die staatliche Förderbank KfW weitere 250 Millionen Euro für die Ukraine bereit. Die Gelder seien für Reparaturen an der Energieinfrastruktur vor dem kommenden Winter gedacht, teilt das Wirtschaftsministerium in Berlin mit. Dies trage zur Sicherung der Energie- und Wärmeversorgung der Bevölkerung trotz anhaltender russischer Angriffe bei.
Die Energieversorgung bleibe eine Frontlinie dieses Krieges, sagt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Sie appelliert an andere Staaten, ebenfalls Gelder bereitzustellen.
Seit 2022 hat die Bundesregierung 560 Millionen Euro in den Energieunterstützungsfonds eingezahlt. Mit der jetzigen Aufstockung steigt diese Summe auf 810 Millionen Euro.
Die Regierung in Moskau hat die Beschlagnahmung eines russischen Kreuzfahrtschiffs in der Arktis durch Norwegen scharf verurteilt. Es handele sich um Piraterie, erklärte das Außenministerium in Moskau am Donnerstag. Russlands Minister für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis, Alexej Tschekunkow, kündigte an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen.
Norwegen hatte die „Professor Moltschanow“ am Mittwoch vor Spitzbergen beschlagnahmt, um eine milliardenschwere Entschädigungsforderung des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz durchzusetzen. Hintergrund ist die russische Annexion der Krim 2014. Naftogaz geht seit 2016 juristisch gegen die damalige Enteignung seiner dortigen Vermögenswerte vor.
German Gref, Chef von Russlands größtem Geldhaus, der Sberbank, hat sich besorgt über die russische Wirtschaft geäußert und vor einem nachlassenden Konsum sowie einer anziehenden Inflation gewarnt. „Der Konsum geht seit Juni zurück. Das gibt Anlass zur Sorge“, sagte Gref auf einem Wirtschaftsforum.
Das Anziehen der Teuerung führt er vor allem auf den Ausfall von Ölraffineriekapazitäten durch Drohnenangriffe der Ukraine zurück. Die russische Wirtschaft war nach offiziellen Angaben im Juli im Jahresvergleich nur noch um 0,6 Prozent gewachsen, nach einem Plus von 1,7 Prozent im Juni. Die Sberbank rechnet Gref zufolge dennoch für das laufende Jahr mit einem neuen Rekordgewinn. Das Geldhaus hatte 2025 trotz der westlichen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs ein Rekordergebnis von 1,7 Billionen Rubel (16,8 Milliarden Euro) erzielt.
Dänische Behörden haben laut einem Bericht der Zeitung „Berlingske“ Pläne und Vorbereitungen für russische Sabotage in Dänemark aufgedeckt. Nach Angaben des dänischen Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst PET werbe Russland gezielt Dänen an, um Sabotageakte vorzunehmen. Unter den Zielen seien besonders Unternehmen in der Verteidigungsindustrie, die eine Verbindung zur militärischen Hilfe in der Ukraine hätten, sagte der Chef für Spionageabwehr beim PET, Emil Græsholm, der Zeitung.
„Das Hauptziel ist, konkrete Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu stoppen“, sagte Græsholm den Angaben zufolge. „Gleichzeitig soll uns Angst gemacht werden, damit wir die Ukrainer nicht mehr unterstützen und unsere eigene Verteidigungsfähigkeit nicht ausbauen.“
In der Regel hält sich der Nachrichtendienst bedeckt – nicht in diesem Fall: „Die Auswahl der Ziele und die Vorbereitungen sind so konkret, dass wir es für notwendig halten, mit der Nachricht an die Öffentlichkeit zu gehen, dass es sich um eine Bedrohung handelt, die ernst genommen werden muss“, sagte Græsholm. „Berlingske“ gegenüber nannte er Brandstiftung als mögliches Ziel der russischen Pläne. Unternehmen in der Rüstungsindustrie seien aufgerufen, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen.
Die Regierung in Moskau wird nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow die Goethe-Institute in Russland schließen. Es handle sich um eine Reaktion auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin, sagte der Minister der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in Wladiwostok. Die Bundesregierung hatte die Schließung des Russland-Hauses infolge des Fundes einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle angekündigt. Berlin macht Moskau für den versuchten Angriff verantwortlich.
Nach Angaben des Goethe-Instituts gibt es neben der Hauptstelle in Moskau auch noch Kultureinrichtungen in St. Petersburg und Jekaterinburg. „Natürlich werden sie geschlossen, nachdem unser Kulturzentrum von dort (Berlin) vertrieben wurde“, sagte Lawrow beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok. Deutschland nehme bewusst in Kauf, dass der Schritt gegen das Russische Haus „eindeutig das Ende seiner kulturellen Präsenz in der Russischen Föderation bedeutet“.
Trotz aller Spannungen mit dem Westen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe das Institut weiter arbeiten können, sagte Lawrow. Das Goethe-Institut gehört zu den letzten in Russland noch tätigen deutschen Einrichtungen. Russland hatte massenhaft Stiftungen und Organisationen für unerwünscht erklärt und dadurch mit Tätigkeitsverbot belegt.
Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa ist ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden. Das teilt die örtliche Militärverwaltung auf Telegram mit. Weitere Einzelheiten werden zunächst nicht genannt.
Die bulgarische Regierung genehmigt Ausnahmen von den EU-Sanktionen gegen Russland, um den Import von Eisen und Stahl für das Kernkraftwerk Kosloduj zu ermöglichen. Für die Reaktoren sowjetischer Bauart seien regelmäßig Ersatzteile russischer Hersteller nötig, um die nukleare Sicherheit zu gewährleisten, teilt die Regierung mit. Kosloduj ist das einzige Atomkraftwerk des Landes und liefert mehr als ein Drittel des bulgarischen Stroms.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine undurchsichtige Schießerei zwischen seinen Geheimdiensten scharf kritisiert. Er sprach von einer „absolut skandalösen Situation“. Der Generalstaatsanwalt müsse klären, warum sich Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes SBU und des Militärgeheimdienstes HUR in Kiew einen Schusswechsel mit Verletzten geliefert hätten, sagte Selenskyj. „Hier in der Ukraine darf nur auf russische Besatzer geschossen werden, um die Ukraine zu verteidigen“, sagte er.
Der SBU teilte am Mittwoch zunächst mit, gemeinsam mit dem HUR sei es gelungen, einen aus Moskau gesteuerten Anschlag auf einen russischen Oppositionellen zu verhindern. Nach Kiewer Medienberichten soll es sich dabei um einen Offizier des Russischen Freiwilligenkorps RDK handeln, das auf Seiten der Ukraine kämpft.
Später schrieb der SBU, seine Einsatzkräfte seien bei einer Ermittlungsaktion von Unbekannten angegriffen worden. In einem Schusswechsel seien mehrere Angreifer verletzt worden. Sie hätten sich als Armeeangehörige herausgestellt. Die Aufsicht über die russischen Freiwilligen führt der Militärgeheimdienst HUR, der sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall äußerte.
Wegen der fast pausenlosen russischen Drohnen- und Raketenangriffe auf Kiew ändert die Ukraine die Regeln für Luftalarme. Künftig solle es eine Alarmstufe Gelb geben, wenn beispielsweise eine Drohne im Anflug sei, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Beratung mit der Regierung mit. Alarmstufe Rot bedeute einen Angriff mit ballistischen Raketen oder eine massive Attacke anderer Art. Entsprechend würden auch verschiedene Sirenensignale entwickelt.
Erfolgten die russischen Luftangriffe bislang meistens nachts, haben die Moskauer Truppen ihre Taktik zuletzt geändert: Rund um die Uhr greifen einzelne Kampfdrohnen oder kleine Gruppen die ukrainische Hauptstadt an. Dazu kommen alle zwei bis drei Tage Angriffe mit ballistischen Raketen, denen die Ukraine derzeit nur wenig entgegenzusetzen hat.
In Kiew herrschte am Mittwoch bis zum Abend neunmal Luftalarm. Das öffentliche Leben kommt unter diesen Umständen fast zum Erliegen, Betriebe können nicht arbeiten, der öffentliche Nahverkehr muss stoppen, vor allem die U-Bahn. Hauptziel der Änderungen sei, „den Menschen und Unternehmen in der Ukraine mehr Planungssicherheit zu geben und ihnen ein besseres Verständnis dafür zu vermitteln, wie sie in den jeweiligen Situationen reagieren sollen“, schrieb Selenskyj auf dem Portal X.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine anhaltende zivile und militärische Unterstützung zugesichert. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe Merz diesen darüber informiert, dass Deutschland Russland für den hybriden Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig verantwortlich mache, teilt ein Regierungssprecher mit. Selenskyj habe sich für die deutsche Hilfe, auch bei der Luftverteidigung, bedankt.
Belgien lehnt die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte zugunsten der Ukraine weiterhin ab. Außenminister Maxime Prevot sagt nach einem informellen Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Irland, die Haltung seines Landes sei unverändert. Die Niederlande, Polen, Spanien und Schweden dringen auf eine erneute Diskussion des Themas. „Die Debatte wurde auf Initiative von vier europäischen Ländern wieder zur Sprache gebracht“, erklärt Prevot. Der Vorstoß sei bei den Kollegen jedoch auf wenig Begeisterung gestoßen. Eine Verwendung der Gelder, die einer Beschlagnahmung gleichkomme, berge sehr große Risiken.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht in engeren Beziehungen seines Landes zu Russland und China keine Abkehr vom Westen. Die angestrebte Vollmitgliedschaft der Türkei in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) bedeute „keinen Bruch mit einem Block und keine Abkehr vom Westen“, sagte Erdogan vor Journalisten auf dem Rückflug vom SCO-Gipfel in Kirgistan.
Erdogan äußerte sich auch zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Er und der russische Präsident Wladimir Putin erwarteten, dass der Krieg „so schnell wie möglich friedlich endet“, sagte Erdogan. Die Türkei unterhält während des Krieges weiterhin Beziehungen sowohl zu Russland als auch zur Ukraine.
Mit Blick auf zunehmende Angriffe auf die zivile Schifffahrt im Schwarzen Meer forderte Erdogan einen dauerhaften Mechanismus zum Schutz des Handelsverkehrs. Es sei zudem sinnvoll, ein erneutes Aufflammen der „Getreidekrise“ zu verhindern. Die Türkei hatte 2022 ein Getreideabkommen vermittelt, das ukrainische Häfen öffnete und auch den Transport russischer Lebensmittel und Düngemittel ermöglichte. Das Abkommen war vor allem für die Lebensmittelversorgung in Afrika, dem Nahen Osten und Asien von großer Bedeutung. Russland stieg ein Jahr später aus der Vereinbarung aus.
Die Ukraine legt angesichts der täglichen russischen Angriffe auf ihr Energiesystem nach eigenen Angaben ein Netzwerk unterirdischer Treibstofflager an. Priorität habe die ununterbrochene Versorgung mit Diesel, insbesondere für Verteidigungszwecke und kritische Infrastruktur, erklärt Energieminister Denys Schmyhal. Zudem haben die Ukraine und Rumänien Schmyhal zufolge vereinbart, die Kapazitäten für Treibstofflieferungen nach Kiew auf der Schiene und über Flusshäfen auszubauen. Russland hat in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf Tankstellen verstärkt und rund 300 davon vor allem in den Frontregionen zerstört oder beschädigt.
Die Ukraine steht kurz vor dem Abschluss einer Vereinbarung mit Deutschland über die gemeinsame Entwicklung von Drohnen. Das teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz mit. Das Abkommen, das von der Ukraine vor einigen Monaten vorgeschlagen worden war, soll die gemeinsame Entwicklung verschiedener Drohnentypen, Raketen und der dazugehörigen Software umfassen. „Unsere Teams schließen derzeit die Arbeiten am Text des Drohnen-Abkommens ab. Dies wird sowohl Deutschland als auch die Ukraine zusätzliche Verteidigungskapazitäten bringen“, erklärt Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram.
Im Fall des gescheiterten Drohnen-Anschlags auf den Leipziger Flughafen haben die Ermittler nach einem Medienbericht zwei Tatverdächtige identifiziert. Wie die „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR berichten, handelt es sich dabei um einen gebürtigen Russen mit lettischem Pass und einen aktenkundigen Mann aus Belarus mit russischem Pass.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für die deutschen Sanktionen gegen Russland nach dem Fund einer Drohne mit Sprengstoff auf dem Flughafen Halle/Leipzig gelobt. „Dies ist eine weitere Eskalation seitens Russlands, und es ist wichtig, dass Deutschland darauf reagiert hat“, teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit. Merz habe ihn bei einem Gespräch über die Strafmaßnahmen informiert. Zugleich bot er wie zuvor auch schon der ukrainische Botschafter in Berlin Deutschland Kiews Hilfe bei der Drohnenabwehr an.
„Ich habe ihm meinerseits versichert, dass die Ukraine bereit ist, mit Fachwissen, Erfahrung oder auf anderen Gebieten zu unterstützen.“
What to Watch
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Schließung der Goethe-Institute in Russland
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Open Questions
- Wie reagiert Deutschland auf die endgültige Schließung des Goethe-Instituts?
- Werden die Sabotagepläne in Dänemark rechtzeitig vereitelt?






