
Kuba erlebt die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Während die Regierung Reformen ankündigt, leiden die Bürger unter Stromausfällen und Repressionen.
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Kuba leidet unter der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, verstärkt durch das US-Embargo und neue Ölsanktionen.
Fidel Castro mag gestorben sein. Aber der Mythos der Revolution soll auch ohne ihn weiterleben. "Patria o muerte", Vaterland oder Tod, singt da ein Musiker anlässlich der Geburtstagsfeierlichkeiten für Fidel Castro. Der Satz war einer der Kampf-Slogans des Revolutionsführers.
Der charismatische Chefkommandant fasziniert damals - 1959 - die Massen, als er im Zuge der kubanischen Revolution an die Macht kommt. Castro investiert massiv ins Bildungs- und Gesundheitswesen, macht Schule und Arztbesuche auch in ländlichen Gegenden für alle zugänglich. Der "Sozialismus unter Palmen" verspricht viel. Wenig ist im Laufe der letzten Jahrzehnte von ihm übrig geblieben. Eine marode Infrastruktur, Stromausfälle und Versorgungsmängel bestimmen den Alltag in Kuba.
Schwere Wirtschaftskrise
"Ich habe zwei Kinder im Teenageralter", sagt Maria Miranda. Sie lebt in Havanna. "Es ist wirklich schwer für mich, weil es sehr kompliziert ist, wenn der Strom ausfällt und wir nicht kochen können. Wir versuchen, Mahlzeiten im Voraus zuzubereiten. eine Nacht, zwei Nächte oder sogar drei ohne Strom zu überstehen - das ist hart."
Kuba erlebt derzeit die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, verschärft durch den Druck des jahrzehntealten US-Embargos. Seit Anfang des Jahres sanktionieren die USA außerdem internationale Öllieferungen an Kuba. Die Vereinten Nationen kritisieren das.
Kubas Führung unter Reformdruck
Der Druck, unter dem die Karibikinsel und seine Bewohner ächzen, begleitet auch die Gedenkfeierlichkeiten für Fidel Castro. Bei einem mehrtägigen Kolloquium zu Ehren Fidels hält der aktuelle Staatschef Miguel Diaz-Canel die Eröffnungsrede. "Wir geben niemals die Prinzipien des Sozialismus auf. Wir geben dem Druck und den Erpressungsversuchen nicht nach. Wir führen wirtschaftliche und soziale Reformen ein", so Diaz-Canel. "Diese Fähigkeit zum Widerstand und zur Veränderung haben wir von unserem Oberbefehlshaber Fidel Castro gelernt."
Tatsächlich hat die politische Führung in Havanna zuletzt eine wirtschaftliche Kehrtwende vollzogen - die größte seit Jahrzehnten. Private Investitionen sind jetzt unter anderem möglich, aus dem Ausland und aus Kuba selbst. Ausgewählte Staatsbetriebe sollen in Aktiengesellschaften oder Privatunternehmen verwandelt werden.
Mehr als 1.300 politische Gefangene
Die Wirtschaft öffnet sich - die Repression gegen politisch Andersdenkende aber bleibt. Das sagt Javier Larrondo, Präsident der Nichtregierungsorganisation Prisoners Defenders, die sich für den Schutz politischer Gefangener einsetzt. "Im Juli haben wir 1.327 politische Gefangene dokumentiert. 36 wurden im Juli festgenommen, einige davon haben gegen Stromausfälle protestiert", berichtet er. Sein Fazit: "Die Regierung bestraft diejenigen, die sich wehren oder über die Verhältnisse informieren."
Der Druck auf Kuba ist groß. Von außen wie von innen. Fidel Castro hinterlässt ein gemischtes Erbe. Von Feierlaune kann für die Mehrheit der Kubanerinnen und Kubaner aktuell keine Rede sein.

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