Rückblick auf die Überraschung von 2021 und aktuelle Prognosen für den kommenden Sonntag
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Bei der Landtagswahl 2021 schnitt die CDU mit 37,1 Prozent deutlich besser ab, als es die letzten Umfragen mit 27 Prozent prognostiziert hatten.
Als die Sachsen-Anhalter am 6. Juni 2021 einen neuen Landtag wählten, erlebten die Demoskopen eine ihrer größten Überraschungen der vergangenen Jahre. Während die letzten Umfragen CDU und AfD nahezu gleichauf sahen, gewann die CDU des damaligen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff die Wahl am Ende mit deutlichem Abstand.
Die letzte Insa-Erhebung für die „Bild“ hatte die CDU zwei Tage vor der Wahl bei 27 Prozent gesehen, die AfD bei 26 Prozent. Tatsächlich kam die CDU auf 37,1 Prozent und lag damit mehr als zehn Prozentpunkte über dem Umfragewert. Die AfD erreichte dagegen 20,8 Prozent und blieb mehr als fünf Punkte hinter der Prognose zurück. Zum ersten Mal verlor die Partei bei einer Landtagswahl an Zustimmung.
Vor der Landtagswahl an diesem Sonntag rechnen die Institute nicht mit einer Wiederholung dieses Effekts. Binkert erwartet keinen Effekt durch Amtsinhaber Sven Schulze wie vor fünf Jahren durch Haseloff.
Der Chef von Infratest Dimap, Roland Abold, sagte der dpa, vor Wahlen mobilisierten die Parteien von Linken bis CDU besonders stark, wenn die AfD hohe Umfragewerte habe. Dies sei bisher in Sachsen-Anhalt allerdings kaum sichtbar. Dennoch: „In den letzten Wochen haben wir Bewegung bei den Grünen und in geringerem Ausmaß bei der SPD gesehen. Beide haben sich in den Umfragen über der Fünf-Prozent-Hürde stabilisiert – wahrscheinlich ein Effekt der Kampagnen zum taktischen Wählen. Hier könnte es noch Dynamik vor der Wahl geben.“ Taktisches Wählen meint in diesem Zusammenhang, dass AfD-Gegner nicht ihre favorisierte Partei wählen, sondern jene, von der sie hoffen, dass ihr Einzug in den Landtag eine Mehrheit für die AfD verhindern könnte. Hier mischt im Wahlkampf auch die NGO „Campact“ mit ihrer Initiative „Strategisch Wählen“ mit.
In der letzten Umfrage vor der Wahl an diesem Sonntag kam die AfD auf 41 Prozent. Die CDU lag in der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF bei 23 Prozent. Auf Platz drei folgte die Linke mit 11,5 Prozent, die SPD kam auf 8,5 Prozent, die Grünen standen bei 6 Prozent. Das BSW mit 4 Prozent und die FDP mit 3 Prozent würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und damit den Sprung ins Parlament verpassen.
Umfragen sind generell mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Gegenüber der Forschungsgruppe Wahlen sagten 31 Prozent der Befragten, sie seien noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollten. Überraschungen sind jederzeit möglich.
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Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag.
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