
Nicht ein Erdstoß, sondern ein Gletscherabbruch soll die Ursache der tödlichen Flutwelle in Nepal gewesen sein.
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Die US-Erdbebenwarte USGS korrigierte ihre erste Einschätzung eines Erdbebens auf einen Gletscherabbruch als Ursache der Flut. Eine Lawine aus Eis und Geröll blockierte den Fluss Lhende.
Die verheerende Sturzflut in Nepal ist nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS von einem Gletscherabbruch ausgelöst worden. Die USGS hatte zunächst ein Erdbeben als Ursache für das Unglück vermutet. Nun erklärte sie, die gemessene seismische Aktivität sei auf die abgehende Eis- und Gerölllawine zurückzuführen gewesen.
Die USGS hatte am Mittwochmorgen zunächst ein Erdbeben der Stärke 4,4 nahe der Grenze zwischen Nepal und China gemeldet. Am Donnerstag erklärte sie dann, in der Grenzregion habe sich am Mittwoch um 8.37 Uhr Ortszeit »ein seismisches Ereignis der Stärke 5,2 ereignet«. Weitere Analysen hätten ergeben, dass es dabei nicht um ein Erdbeben gehandelt habe, sondern um einen Gletscherabbruch mit anschließender Eis- und Gerölllawine und »katastrophalen Folgen«.
Auch das Internationale Zentrum für integrierte Bergentwicklung (Icimod) in Kathmandu geht davon aus, dass eine Lawine aus Eis und Geröll von einem Gletscher die Sturzflut auslöste. Die Lawine habe erst den Fluss Lhende blockiert und dann die gigantische Flutwelle freigesetzt, sagte der Icimod-Experte Saswata Sanyal.
Bei der Sturzflut waren am Mittwoch mehr als 160 Menschen ums Leben gekommen. Sie zerstörte nach Angaben von Helfern ganze Ortschaften im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet. In Nepal wurden nach Polizeiangaben inzwischen 162 Tote geborgen, die chinesischen Behörden meldeten drei Tote in Tibet.
Mehr als 1300 Menschen werden inzwischen vermisst. Allein in Nepal stieg die Zahl dem örtlichen Katastrophenschutz zufolge auf 826, darunter fast 580 Touristen. Zu den Vermissten gehören laut nepalesischer Tourismusbehörde auch mindestens acht Deutsche.
Viele Tote wurden demnach viele Kilometer flussabwärts an der Grenze zu Indien entdeckt – und waren offenbar von den Fluten extrem weit mitgerissen worden. Ein Polizeisprecher sagte, teilweise seien nur Leichenteile gefunden worden.
Die Zahl der Vermissten auf chinesischer Seite hatte sich zuvor bereits auf mehr als 550 Menschen verdoppelt, darunter 260 Ausländer, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete.
Die Sturzflut traf unter anderem die Ortschaft Syabrubesi, die der Ausgangspunkt populärer Trekkingrouten ist. Nepals Tourismusbehörde hatte am Mittwoch zunächst von 403 vermissten Touristen gesprochen, darunter 142 Inder, 47 US-Amerikaner, 33 Briten und 24 Kanadier sowie Menschen aus Malaysia, den Niederlanden, Portugal, Südkorea, Südafrika, Italien und auch nepalesische Reisende.
Australiens Premierminister Anthony Albanese erklärte am Donnerstag, unter den Vermissten seien 34 Australier. »Nepal ist ein Entwicklungsland. Es verfügt nicht über die Ressourcen, die in Australien für ein solches Ereignis zur Verfügung stünden. Daher ist die Informationsbeschaffung schwierig«, zitierten australische Medien Ministerpräsident Anthony Albanese.
»Wir sprechen den von den schweren Überschwemmungen in Nepal und Tibet, China, Betroffenen unser tiefstes Mitgefühl aus«, schrieb Albanese auf der Plattform X. »Australier in den betroffenen Gebieten sollten den Anweisungen der örtlichen Behörden Folge leisten.«
Nach der tödlichen Sturzflut im Himalaja sind weitere chinesische Rettungskräfte in das Katastrophengebiet im Südwesten Tibets aufgebrochen. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, erreichte ein Flugzeug mit 111 Experten der Feuerwehr aus Sichuan und Peking den Flughafen in Tingri. Mit Autos würden sie von dort noch fünf bis sechs Stunden zum von der Flut überspülten Grenzübergang Gyirong benötigen, hieß es weiter. Wie das Staatsfernsehen weiter berichtete, erschwerten die großen Schlammmassen in dem Gebiet den Zugang für große Fahrzeuge.

Nach einem Dammbruch in Tibet fürchten Behörden in Nepal neue Sturzfluten. Rettungsarbeiten wurden aufgrund der Sicherheitslage und drohender Niederschläge unterbrochen. Hunderte Menschen, darunter acht Deutsche, gelten weiterhin als vermisst.

Ratko Mladić, ehemaliger General der bosnischen Serbenarmee und verantwortlich für die Belagerung von Sarajewo sowie das Massaker von Srebrenica, ist im Gefängnis verstorben.

Nach einer verheerenden Sturzflut im nepalesischen Distrikt Rasuwa warnt die Katastrophenbehörde NDRRMA vor einem neuen Hochwasser. Satellitenbilder zeigen einen neu entstandenen See, der über die Ufer zu treten droht. Über 1300 Menschen werden noch vermisst.

Ein Gletscherabbruch am Berg Langtang Lirung löste eine massive Schlammlawine aus, die Flüsse in Nepal flutete. Bisher wurden 496 Tote gemeldet, rund 1000 Menschen gelten als vermisst. Rettungsarbeiten gestalten sich aufgrund zerstörter Infrastruktur schwierig.

Die IMO meldet 68 maritime Zwischenfälle im Persischen Golf in sechs Monaten. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sank von 95 auf etwa 15 Durchfahrten pro Tag. Rund 6000 Seeleute und 500 Schiffe sitzen aufgrund der instabilen Sicherheitslage fest.
Die Zahl der Todesopfer nach einer schweren Flutkatastrophe im Himalaja ist auf 469 gestiegen. Nach einem Gletscherabbruch werden in Nepal und Tibet noch fast 1000 Menschen vermisst, darunter über 500 Ausländer, darunter acht Deutsche.