Münchens Olympia-Kandidatur: Infrastruktur und politische Dynamik
Die Bewerbung für die Spiele 2036 als Katalysator für Stadtentwicklung und parteiübergreifende Zusammenarbeit zwischen Söder und Krause.
Quick Look
- München bewirbt sich als Kandidat für die Olympischen Spiele ab 2036.
- Die Stadt muss nun Infrastrukturprojekte wie das Olympische Dorf und den S-Bahn-Ausbau forcieren.
- Das Projekt stärkt zudem die politische Zusammenarbeit zwischen OB Dominik Krause und Markus Söder.
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Why It Matters
München hat sich als Kandidat für die Olympischen Spiele ab 2036 positioniert. Das IOC wird über die Vergabe der Spiele 2036 frühestens in drei Jahren entscheiden.
Auch Münchens Kür zum Kandidaten bedeutet nicht, dass die Stadt einen Zuschlag für Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 schon sicher hätte. Das IOC will frühestens in drei Jahren entscheiden, wohin es die Spiele 2036 vergibt. Für die nachfolgenden Spiele gibt es noch überhaupt keinen Zeitplan. Derzeit erscheint es unwahrscheinlich, dass Deutschland die Veranstaltung in zehn Jahren ausrichten soll, trotzdem gilt: München hat sich für 2036 zur Verfügung gestellt, also muss die Stadt dann auch bereit sein.
Das heißt, sie muss schon jetzt ihre größten Olympia-Projekte angehen und beschleunigen: den Bau eines Olympischen Dorfes mit Wohnungen für mehr als 10 000 Athleten und Betreuer, eine entsprechende Verkehrsanbindung mit Straßen, U- und Trambahn, die Finalisierung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke (die bislang noch für das Ende der Dreißigerjahre vorgesehen ist). Nicht zu vergessen den Bau von temporären Sportstätten.
Insofern ist die Wahl Münchens sicher ein Boost für die Pläne des neuen Oberbürgermeisters Dominik Krause von den Grünen: Die Olympia-Kandidatur sollte der Aufbruchstimmung weiteren Schwung geben, die er bei seinem Amtsantritt im Mai erzeugt hat. So wie es einst dem SPD-OB Hans-Jochen Vogel gelungen ist, als dieser Mitte der Sechzigerjahre Olympia zum ersten Mal nach München geholt und im Zuge dessen die Stadt für die Moderne fit gemacht hat.
Olympia ist freilich auch ein Projekt des Freistaats Bayern und seines Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Dadurch kann Münchens OB Krause in den nächsten Jahren sicher schon Gelder für die Förderung von Infrastrukturmaßnahmen locker machen, auch wenn die Stadt die Spiele dann letztlich doch nicht bekommen sollte.
Dass der CSU-Mann Söder und der Grüne Krause in Sachen Olympiabewerbung gemeinsame Sache gemacht haben und bislang erstaunlich gut miteinander klarkommen, könnte sich auch über Olympia hinaus auf die Politik im Freistaat auswirken. Das Gespenst der Grünen, das Söder in der Vergangenheit oft und gern heraufbeschworen hat, verliert womöglich seinen Schrecken, wenn er merkt, dass man auch mit Grünen-Politikern verlässlich zusammenarbeiten kann – sofern man ein gemeinsames Ziel hat. Und das haben sie ja jetzt in den nächsten Jahren.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Beschleunigung von Infrastrukturmaßnahmen in München.
Likely · Within months
Open Questions
- Wird München den Zuschlag für die Spiele tatsächlich erhalten?
- Wie werden die massiven Infrastrukturkosten finanziert?




