Breaking
BackNahostkonflikt beschert deutscher Chemiebranche Umsatzplus
Nahostkonflikt beschert deutscher Chemiebranche Umsatzplus
NEWS
Die Zeit1 hour agoBusiness1 min readGermany

Nahostkonflikt beschert deutscher Chemiebranche Umsatzplus

Umsatz steigt im zweiten Quartal um 7,3 Prozent – VCI spricht jedoch nur von einer Atempause und sieht keine Trendwende.

Quick Look

  • Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie verzeichnete im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 7,3 Prozent infolge des Nahostkonflikts.
  • Der VCI warnt jedoch vor einer anhaltend schwachen Auslastung und sieht keine fundamentale Trendwende.

AI-generated summary

Why It Matters

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie leidet seit längerem unter hoher Belastung und unzureichender Auslastung der Produktionsanlagen.

Font size

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie hat infolge des Nahostkonflikts einen Aufschwung erlebt. Im zweiten Quartal dieses Jahres stieg erstmals seit drei Jahren der Umsatz spürbar um 7,3 Prozent, wie der Branchenverband VCI berichtet.

Gründe waren eine leicht gestiegene Produktion (+2,4 Prozent zum Vorquartal) und um 5,7 Prozent gestiegene Preise. Diese gehen laut Verband auf kriegsbedingte Lieferkettenprobleme der Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten zurück. Diese sind stärker als die Europäer auf Transporte durch die Straße von Hormus angewiesen. Zudem hätten viele Kunden angesichts des Irankriegs ihre Lager aufgefüllt.

Der VCI sieht in der Entwicklung allerdings nur eine Atempause. Die Produktionsanlagen der Unternehmen seien mit 73,2 Prozent weiterhin unterdurchschnittlich ausgelastet und bereits im Juni seien Aufträge und Umsätze wieder zurückgegangen. «Vorratskäufe und geopolitische Verwerfungen sind keine Trendwende. Die alten Probleme haben sich nicht in Luft aufgelöst. Die deutsche Industrie braucht endlich einen konsequenten Kurs für mehr Wettbewerbsfähigkeit», erklärt Verbandspräsident Markus Steilemann.

Prognose: Produktion wird auch 2026 zurückgehen

Für das Gesamtjahr hat der Verband schon vor einigen Wochen seine Produktionsprognose auf einen Rückgang um 1,5 Prozent abgesenkt. Noch zu Jahresbeginn war man von einer Stagnation ausgegangen. Die höheren Erzeugerpreise sollten den Branchenumsatz im Gesamtjahr zu einem Wachstum von 2,5 Prozent tragen, erwartet der Verband. Die weiterhin schwache Auslastung, der hohe Kostendruck und eine verhaltene Industriekonjunktur belasteten die Geschäfte im zweiten Halbjahr weiter.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Produktion wird 2026 um 1,5 Prozent zurückgehen

    Likely · Within months

Open Questions

  • Wie lange halten die Lieferkettenstörungen in Asien und dem Nahen Osten an?
  • Welche konkreten Maßnahmen beschließt die Politik zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit?

Related Topics

This article was originally published by Die Zeit.

Related Stories

Gasspeicherbetreiber fordern Vergünstigungen zur Erhöhung der Füllstände
Developing·38 minutes ago

Gasspeicherbetreiber fordern Vergünstigungen zur Erhöhung der Füllstände

Die Initiative Energiespeicher-Initiative Ines fordert Abschaffung der Konvertierungsumlage und Netzentgelte sowie staatliche Kreditvergünstigungen, um die Gasspeicher in Deutschland über den aktuellen Füllstand von 53 Prozent zu erhöhen und die Versorgungssicherheit im Winter zu gewährleisten. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt staatliche Eingriffe ab und verweist auf LNG-Importkapazitäten.

Die Zeit
1 min read
Volkswagen-Vorstand gespalten: CEO Oliver Blume will Sanierungsplan durch außerordentliche Hauptversammlung durchsetzen
Developing·1 hour ago

Volkswagen-Vorstand gespalten: CEO Oliver Blume will Sanierungsplan durch außerordentliche Hauptversammlung durchsetzen

Der Vorstand von Europas größtem Autobauer Volkswagen ist gespalten. CEO Oliver Blume plant, seinen Sanierungsplan bei einer außerordentlichen Hauptversammlung durchzusetzen, falls der Aufsichtsrat ihn ablehnt. Die Familien Porsche und Piëch sowie Qatar Holding halten zusammen 70,3 Prozent der Anteile, während die Arbeitnehmer eine Sperrminorität des Landes Niedersachsen verteidigen und bis vor den Bundesgerichtshof gehen wollen.

Handelsblatt
More on this topicchemieindustrie