Norla-Messe in Rendsburg öffnet zum 76. Mal mit Schwerpunkt auf Landtechnik
Quick Look
- Die Landwirtschafts- und Verbrauchermesse Norla in Rendsburg öffnet zum 76.
- Mal mit Schwerpunkt auf Landtechnik.
- Schleswig-Holstein bleibt agrarisch geprägt, wobei der Strukturwandel zu weniger, aber größeren Betrieben führt.
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Why It Matters
Die Norla-Messe findet alle zwei Jahre in Rendsburg statt und präsentiert Entwicklungen in Landwirtschaft, Ernährung und erneuerbaren Energien. Schleswig-Holstein ist traditionell agrarisch geprägt mit über 60 Prozent landwirtschaftlich genutzter Fläche.
Zum 76. Mal öffnet heute die Landwirtschafts- und Verbrauchermesse Norla in Rendsburg. Bis Sonntag präsentieren mehrere Hundert Aussteller Neuigkeiten rund um die Themen Landwirtschaft, Ernährung und Erneuerbare Energien. Wie alle zwei Jahre liegt der Schwerpunkt auf der Landtechnik.
Schleswig-Holstein ist traditionell ein Agrarland. Rund 62 Prozent der Fläche des Landes werden landwirtschaftlich genutzt. «Unsere Landwirtschaft würde nicht so leistungsfähig sein ohne ihre Innovationen», teilte die Landwirtschaftskammer anlässlich der Norla mit. Im Umgang mit Klimawandel, Kostendruck und steigenden Auflagen müssten sich die Betriebe anpassen, um zu bestehen und am Ende die Ernährung zu sichern.
Doch wie hat sich die Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt? Wo wächst was und wie viele Schweine gibt es? Ein paar Zahlen und Statistiken aus dem aktuellsten Agrarbericht:
Beschäftigte in der Landwirtschaft
Der Anteil der in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen liegt nach Angaben des Statistikamtes Nord in Schleswig-Holstein über dem Durchschnitt des übrigen Bundesgebietes. 1991 waren es - einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei - 3,6 Prozent. Bundesweit lag der Anteil bei 3,0 Prozent. 2025 lag der Anteil bei 2,4 Prozent im Norden und 1,2 Prozent im Bundesdurchschnitt.
Milch wichtigstes Standbein der Landwirtschaft
Im Vergleich der alten Bundesländer macht die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein gemeinsam mit Niedersachsen und Rheinland-Pfalz den größten Anteil an der Bruttowertschöpfung aus. Milch ist laut Agrarbericht das wichtigste Standbein in der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft. «Ungefähr ein Drittel der gesamten Verkaufserlöse in der Landwirtschaft werden über die Milch erzielt», heißt es in dem Bericht.
Zahl der Betriebe um mehr als zwei Drittel gesunken
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft lässt sich auch an der Zahl der Betriebe ablesen: 1970 gab es in Schleswig-Holstein noch 39.603 landwirtschaftliche Betriebe, die zusammen rund 1,115 Millionen Hektar bewirtschafteten. 2025 ist die Zahl der Betriebe auf 11.320 geschrumpft. Sie bewirtschaften insgesamt 970.800 Hektar. Im Schnitt lag die Fläche pro Betrieb 2025 bei 85,8 Hektar. 50 Jahre zuvor waren es 25,9 Hektar.
Landwirtschaftliche Betriebe in Schleswig-Holstein sind im bundesweiten Vergleich größer als der Durchschnitt. Lediglich die Betriebe in den ostdeutschen Bundesländern verfügen über eine größere Flächenausstattung je Betrieb, wie es im Agrarbericht für Schleswig-Holstein heißt.
Weniger Tiere insgesamt, aber mehr pro Betrieb
Im vergangenen Jahr wurden 980.000 Schweine im nördlichsten Bundesland gehalten. 1980 waren es mit 1,807 Millionen Tieren noch fast doppelt so viele. Die Zahl der Schweine pro Betrieb nahm hingegen zu - von rechnerisch 121,9 im Jahr 1980 auf 2.041,7 im vergangenen Jahr.
Nach unten verlaufen die Kurven bei der Anzahl der Rinder (1980: 1,553 Millionen Tiere; 2025: 870.000 Tiere) und der Legehennen (1980: 2,349 Millionen; 2025: 1,643 Millionen). Die Zahl der Tiere pro Betrieb stieg bei den Rindern von 65,6 im Jahr 1980 auf 137,5 im vergangenen Jahr. Bei den Legehennen fällt die Konzentration auf wenige Betriebe noch mehr auf. Wurden 1980 noch im Schnitt 176,6 Hühner pro Betrieb gehalten, sind es 2025 im Schnitt 1.304,8 Legehennen pro Betrieb gewesen.
Vier Hauptnaturräume prägen Bewirtschaftung des Landes
Schleswig-Holstein kann in vier Hauptnaturräume aufgeteilt werden: Die von sandigen Böden und Hügeln geprägte Geest, die flache, fruchtbare Marsch, das Hügelland mit lehmigen Böden sowie die vom Meer beeinflusste Küstenniederung der Marsch. Die Beschaffenheit der Naturräume beeinflusst auch die Landbewirtschaftung.
Anbauschwerpunkt im Hügelland ist der Ackerbau mit Winterweizen, Wintergerste, Winterraps und Zuckerrüben. Die Hälfte der Kartoffelanbauflächen liegt laut Agrarbericht in der Marsch. Die Flächen der Geest sind sowohl traditionelle Grünlandstandorte als auch - wegen ihrer sandigen Bodenbeschaffenheit - Regionen für den Anbau von Roggen. Silomais wird in allen Naturräumen angebaut.
Auch die Viehzucht ist demnach überall präsent, «mit einem besonderen Schwerpunkt auf Milchvieh in der Geest und Schweinen sowie Geflügel im Hügelland».
Open Questions
- Wie wirken sich die steigenden Auflagen und der Klimawandel konkret auf die Betriebskosten aus?
- Welche spezifischen Innovationen in der Landtechnik werden auf der Norla vorgestellt?
- Wie entwickelt sich der Preis für Milch und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse aktuell?




