Nepal warnt vor weiterer Flutwelle nach Sturzflut im Himalaya
Quick Look
- Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya hat Nepals Katastrophenschutz vor einer möglichen weiteren Flutwelle am Fluss Bhotekoshi gewarnt.
- Die Todeszahl liegt bei 691, fast 3.000 Menschen werden noch vermisst, darunter auch drei Deutsche.
- Die USA haben 3,6 Millionen Dollar Nothilfe zugesagt.
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Why It Matters
Die Sturzflut wurde durch einen Gletscherabbruch im Grenzgebiet zwischen Nepal und China ausgelöst. Die Flutwelle zog sich entlang des Bhotekoshi-Flusses und verursachte massive Schäden in Nepal und Tibet.
Vier Tage nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya hat Nepals Katastrophenschutz vor einer möglichen weiteren Flutwelle gewarnt. Die Warnung gelte für den Fluss Bhotekoshi, schrieb die Behörde auf X. Menschen in den flussnahen Gegenden Rasuwa, Nuwakot und Dhading sollten vorsichtig sein.
Die Zahl der gefundenen Leichen im Katastrophengebiet zwischen Nepal und Tibet hat sich unterdessen weiter erhöht. China veröffentlichte an diesem Sonntag neue Zahlen. Demnach zählen die chinesischen Behörden inzwischen 16 Tote und 546 Vermisste, darunter auch drei Deutsche. Zusammen mit den Zahlen aus Nepal sind bei der Flutkatastrophe demnach 691 Menschen gestorben, fast 3.000 werden noch vermisst.
Ob sich damit die Zahl der vermissten Deutschen im Katastrophengebiet in Nepal und Tibet insgesamt erhöht hat oder ob es Dopplungen bei den Angaben der Behörden beider Seiten gibt, war zunächst unklar. Bisher war von nepalesischer Seite von acht vermissten Deutschen die Rede. Vier von ihnen gehörten offenbar zu einer Gruppe ausländischer Pilgerer.
Gefahr von Infektionskrankheiten
Von den in Tibet Vermissten sind nach Angaben des chinesischen Senders CCTV 261 Ausländer, darunter 104 aus Nepal, 49 aus Indien, 33 aus Lettland und 18 aus den USA. »Die chinesischen Behörden haben die jeweiligen Botschaften und Konsulate dieser Länder informiert«, berichtete CCTV weiter. Im von der Sturzflut betroffenen Bezirk Gyirong seien keine ausländischen Touristen gestrandet.
In den überfluteten Gebieten wächst unterdessen die Gefahr von Infektionskrankheiten. Die Rettungskräfte kämpfen bei teils starkem Regen weiter gegen Schlamm- und Geröllmassen. In Asien ist derzeit noch die Monsunregenzeit, die üblicherweise bis September dauert. Internationale Katastrophenhelfer suchen noch in meterhohen Schlammmassen und Trümmerbergen nach Vermissten.
USA stellen 3,6 Millionen Dollar Hilfsgeld bereit
Die USA stellten unterdessen 3,6 Millionen Dollar (3,11 Millionen Euro) Nothilfe für die betroffene Region in Aussicht. »Die Vereinigten Staaten stehen an der Seite des nepalesischen Volkes«, teilte das US-Außenministerium auf X mit. Mit dem Geld würden unter anderem »bis zu drei Monate Nothilfe mit Lebensmitteln für bis zu 10.000 von Überschwemmungen betroffene Haushalte« finanziert.
Am Mittwoch hatte nach bisherigen Erkenntnissen des geologischen Dienstes der USA ein Gletscherabbruch im Grenzgebiet zwischen Nepal und China eine Sturzflut ausgelöst. Diese hatte sich anschließend durch den Bhotekoshi von nepalesischem Territorium aus über den Südwesten Tibets zurück nach Nepal ihren Weg gebahnt und dabei massive Schäden verursacht.
Chinesische Experten haben sich dieser Erklärung inzwischen angeschlossen. Die Experten seien zu dem Schluss gekommen, dass ein Gletscher an der Südflanke des Langtang Lirung in Nepal abgebrochen sei und eine Lawine aus Eis und Gestein ausgelöst habe, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Rettungsarbeiten werden aufgrund des anhaltenden Monsunregens noch mehrere Tage dauern.
Likely · Within days
Die Zahl der bestätigten Toten wird in den nächsten Tagen weiter steigen.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie viele der vermissten Personen werden wahrscheinlich noch gefunden?
- Gibt es Dopplungen in den Vermisstenzahlen zwischen nepalesischen und chinesischen Behörden?
- Wie lange werden die Rettungsarbeiten angesichts des anhaltenden Monsunregens dauern?


