
Deutsche Gasspeicher sind nur zu rund der Hälfte ausgelastet. Händler sollen trotz hoher Preise mehr einspeichern, das gesetzliche Ziel von 80 Prozent zum 1. November gilt als kaum noch erreichbar.
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Zum 1. November müssen deutsche Gasspeicher nach gesetzlichen Vorgaben zu jeweils 80 Prozent gefüllt sein.
Mit Blick auf niedrige Gasspeicherstände sehen Bundeswirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur die Wirtschaft in der Pflicht. Derzeit sind die Speicher nur etwas bis zur Hälfte ausgelastet. Die Füllstände seien derzeit noch sehr gering. "Wir beobachten die Lage genau, auch im geopolitischen Kontext, und fordern die Händler auf einzuspeichern", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.
Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, bezeichnete den derzeitigen Stand als nicht zufriedenstellend. "50 Tage später als im Vorjahr haben die deutschen Gasspeicher die 50-Prozent-Befüllung geschafft", schrieb er auf der Plattform X. Es sei wichtig, dass die Gashändler ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kunden für den Winter nachkommen würden, betonte Müller.
Iran-Krieg hält Preise hoch
Normalerweise kaufen Händler Gas im Sommer, wenn es günstig ist und verkaufen es wieder im Winter. Der Einkauf ist derzeit jedoch wenig attraktiv. Durch die blockierte Straße von Hormus gelangen noch immer kaum Schiffe und damit auch wenig Öl und Gas. Das führt zu vergleichsweise hohen Preisen - auch im Sommer.
Zum 1. November müssten die deutschen Gasspeicher nach gesetzlichen Vorgaben eigentlich zu jeweils 80 Prozent gefüllt sein - mit einigen festgelegten Ausnahmen. Von diesem Ziel ist man derzeit jedoch noch um einiges entfernt. Das meint auch der Branchenverband Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB-Gas). Die Vorgabe sei kaum noch zu erreichen, "selbst bei einer Einspeicherung von bis zu 1,2 TWh pro Tag - dem höchsten Wert, der im Markt je beobachtet wurde". Aktuell liegen die Einspeicherungen deutlich niedriger.
Gas aus verschiedenen Quellen
Eine Versorgungskrise wie 2022 gibt es vermutlich nicht zu befürchten. Die Lage ist mittlerweile eine andere. Deutschland beziehe mittlerweile Gas aus mehreren Quellen, erklärt das Haus von Ministerin Katherina Reiche. "Fast die Hälfte unseres Gasbedarfs kommt aus Norwegen", sagt eine Sprecherin. "Dazu bekommen wir Pipeline-Gas aus Frankreich und aus Belgien." Dazu werde über die deutschen Terminals Flüssigerdgas (LNG) importiert, das zu einem Großteil aus den USA komme.
Auf ihrer Webseite schreibt die Bundesnetzagentur, die deutsche Gasversorgung sei stabil, die Versorgungssicherheit gewährleistet. Sie argumentiert, auf dem Weltmarkt sei ausreichend Gas vorhanden und es gebe Importmöglichkeiten.
"Poker mit der sicheren Versorgung"
Die Linksfraktion macht Ministerin Reiche schwere Vorwürfe. Der energiepolitische Sprecher Jörg Cezanne sagte der Rheinischen Post: "In einer derart unsicheren Weltmarktsituation auf einen milden Winter oder auf funktionierende LNG-Märkte zu bauen, damit die halbleeren Speicher ausreichen, ist ein Poker mit der sicheren Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung."
Der Grünen-Politiker Michael Kellner, früher als Staatssekretär unter Robert Habeck für Erdgas zuständig, warnt außerdem: "Wir hatten letztes Jahr den Fall, dass ein LNG -Terminal eingefroren war, weil die Ostsee zugefroren war. Dann hat man einen Eisbrecher hingeschickt. Der Eisbrecher ist kaputt gegangen. Das Terminal war mehrere, ich glaube zwei oder drei Wochen dicht. Und so was kann alles passieren."
Wenn die Füllstände so gering bleiben und ein langer und harter Winter folgt, könnte es eng werden, glauben Experten. Mit Blick auf den kalten Winter 2010 sagt Gasspeicher-Betreiber Juraj Papcun: "Bei so einem kalten Winter wie damals würden wir wahrscheinlich bei aktuellen Befüllungen in Probleme kommen. Wenn es ein durchschnittlicher Winter wäre, dann ist es gut möglich, dass wir auch mit der aktuellen Befüllung durch den Winter kommen können."
Und was tut Deutschland, wenn das Gas nicht reicht? In so einem Fall könnte es nötig werden, zusätzliches Gas einzukaufen - zu dann höheren Preisen.
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Gesetzliches 80-Prozent-Füllstandsziel zum 1. November verfehlt
Likely · Within months

Angesichts der iranischen Bedrohung der Straße von Hormus suchen Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die VAE nach alternativen Exportrouten. Milliardeninvestitionen in Pipelines und Häfen sollen die Abhängigkeit von der Meerenge langfristig mindern.

Die deutschen Gasspeicher sind aktuell nur zur Hälfte gefüllt, was das gesetzliche Ziel von 80 Prozent bis zum 1. November gefährdet. Experten warnen vor wirtschaftlichen Hürden bei der Einspeicherung und betonen die Systemkritikalität der Speicher für kalte Wintertage.

Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit zu 50 Prozent gefüllt. Die BDEW-Vorsitzende Kerstin Andreae warnt, dass das Ziel von 70 bis 80 Prozent bis November aufgrund gestörter Marktmechanismen und hoher Preise immer schwieriger zu erreichen sei.

Die deutschen Gasspeicher verzeichnen Mitte August 2026 mit 49 Prozent den niedrigsten Füllstand seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Hohe Gaspreise infolge der Blockade der Straße von Hormus hemmen die Einspeicherung für den kommenden Winter.
Die deutschen Gasspeicher erreichen Mitte August mit 49 Prozent einen historischen Tiefstand seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Grund sind hohe Gaspreise infolge der Blockade der Straße von Hormus, die wirtschaftliche Anreize zur Einspeicherung mindern.

Europa und Deutschland droht die schwierigste Heizperiode seit 2022. Niedrige Speicherstände und geopolitische Spannungen um die Straße von Hormus treiben die Gaspreise auf das höchste Niveau seit März, was zu Preiserhöhungen für Verbraucher führen könnte.