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Oktoberfest: Stadt nennt Zahlen zu Influencer-Lizenzen und aktuelle Polizeiberichte
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Süddeutsche Zeitung1 hour agoWorld5 min readGermanyView translation

Oktoberfest: Stadt nennt Zahlen zu Influencer-Lizenzen und aktuelle Polizeiberichte

Gut 200 Personen haben bereits eine Gebühr für Influencer-Lizenzen entrichtet. Die Ermittlungen zum tödlichen Unfall am Fahrgeschäft „Hangover“ laufen weiter.

Quick Look

  • Die Stadt München hat nach dem ersten Oktoberfest-Wochenende rund 200 Lizenzverträge für kommerzielle Influencer-Inhalte vergeben.
  • Parallel dauern die Ermittlungen zum tödlichen Unfall am Fahrgeschäft „Hangover“ an, während Polizei und Stadt über weitere Vorfälle auf der Wiesn berichten.

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Why It Matters

Das Oktoberfest in München zieht jährlich Millionen Besucher an und erfordert umfangreiche administrative sowie sicherheitstechnische Maßnahmen.

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OktoberfestStadt nennt Zahlen zu Influencer-Lizenzen auf der Wiesn

25. September 2026, 9:19 Uhr

Gut 200 Personen haben bereits eine Gebühr entrichtet. Die Ermittlungen zum tödlichen Unfall auf der Wiesn gehen unterdessen weiter – nun werden Videos ausgewertet.

Stadt München verteilt zur Wiesn 200 Influencer-Lizenzen Die Neuregelung hatte bei Influencern Aufregung ausgelöst. Wer mit Social-Media-Inhalten unmittelbar oder mittelbar kommerzielle Zwecke verfolgt – etwa durch Sponsoring, Kooperationen oder Produktplatzierungen – der braucht für die Wiesn seit diesem Jahr eine Genehmigung. Bereits nach dem ersten Oktoberfest-Wochenende lagen bei der Stadt München nun rund 300 Anfragen vor, wie eine Sprecherin des städtischen Wirtschaftsreferates der Deutschen Presse-Agentur sagte. Diese hätten nach derzeitigem Stand zu rund 200 Lizenzverträgen geführt. Aussagen über den Kostenrahmen wurden nicht getroffen. Es gebe jedoch eine „Bagatellgrenze“ für den Fall, dass ein Wiesn-Post finanziell nicht sonderlich viel abwirft.

Basis der Lizenzkosten seien immer die Einnahmen, die mit dem Posting generiert würden. Die genaue Berechnung hänge dann von verschiedenen Parametern ab, wie der Reichweite oder die Art der Monetarisierung auf einer Plattform. Sich frühzeitig darum zu kümmern, kann sich für diejenigen, die ihr Geld mit Instagram und Co. verdienen, lohnen – denn: „Vorab nicht lizenzierter Content muss nachlizenziert werden und wird aufgrund des höheren Aufwands teurer“, so die Sprecherin.

Die Stadt freue sich, wenn Eindrücke des Festes nach außen getragen würden, „wer aber mit unserem Fest Geld verdient, muss sich auch daran beteiligen. Das gilt für unsere Wirte und Schausteller selbstverständlich ebenso wie für Influencer – und zwar dann, wenn sie mit einem Posting direkt Geld verdienen.“ Eine solche Regelung sei inzwischen auch bei anderen Veranstaltungen üblich. Viele professionelle Influencer betrachteten die Lizenzierung daher als völlig selbstverständlich.

Die Stadt verdient nach Angaben des Wirtschaftsreferates übrigens nicht an den Lizenzen – sondern finanziert damit die Wiesn. „Das Oktoberfest ist ein Gebührenrechner, das heißt Geld, das durch das Oktoberfest, also zum Beispiel durch Standgelder, eingenommen wird, fließt direkt in die Organisation des Oktoberfestes zurück.“

Ermittler werten Videos zum tödlichen Unfall am „Hangover“ aus

Wie es am Montagabend zum tödlichen Unfall beim Fahrgeschäft „Hangover“ gekommen ist, wird weiterhin ermittelt. Auf Anfrage teilte die Staatsanwaltschaft München I am Donnerstag mit: „Der genaue Geschehensablauf steht bislang nicht fest.“ Es lägen inzwischen jedoch mehrere Videoaufnahmen vor, die jetzt ausgewertet werden. Nach einem Zeugenaufruf hätten sich zudem mehrere Menschen gemeldet. Es seien schon zahlreiche Augenzeugen gehört worden, aber es stünden noch weitere Zeugenvernehmungen aus, hieß es weiter.

Am Montagabend war ein 52 Jahre alter Mitarbeiter des 85 Meter hohen „Hangover“-Turms von einer herabfahrenden Gondel getroffen und eingeklemmt worden. Der Mann starb wenig später im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hätte sich der Mann mutmaßlich nicht dort aufhalten dürfen, wo er sich bei dem Unfall befunden hatte.

Schwerpunktkontrolle gegen illegale Prostitution

Auf dem Oktoberfest wird der "Skandal im Sperrbezirk" der Spider Murphy Gang immer noch gern gespielt. Dass der Hit auch außerhalb des Festgeländes weiterhin aktuell ist, zeigte sich bei einem Wiesn-Schwerpunkteinsatz zur Bekämpfung der illegalen Prostitution, vor allem im Escort-Bereich, in eben jenem Sperrbezirk.

Am Dienstag wurden rund um den Hauptbahnhof sechs Frauen erwischt, die in dortigen Hotels offensichtlich der Sexarbeit nachgingen: zwei Deutsche im Alter von 25 und 40 Jahren, zwei Rumäninnen im Alter von 22 und 35 Jahren sowie eine 46-jährige Bulgarin und eine 33-jährige Brasilianerin. Wegen verbotener Prostitutionsausübung sowie weiterer Verstöße gegen das Prostituiertenschutzgesetz wurden diverse Straftaten und Ordnungswidrigkeiten angezeigt. Gegen die Brasilianerin wird zudem wegen eines Vergehens nach dem Aufenthaltsgesetz ermittelt.

Taschendiebfahnder schnappen Wiederholungstäter

Die auf dem Oktoberfest nach dem Rechten schauenden Taschendiebfahnder aus München haben am Mittwochabend zwei offensichtlich eigens aus Rumänien angereiste Männer festgenommen. Einen 38-Jährigen kannten sie bereits: Auf den Tag genau vor einem Jahr war dieser schon einmal beim Taschendiebstahl erwischt worden. In diesem Jahr war er im Käferzelt zugange, wo er sich gegen 23.30 Uhr einer Frau näherte, unbemerkt deren Handtasche öffnete und hineingriff, aber offenkundig keine Wertgegenstände erlangte. Dennoch nahmen ihn die Einsatzkräfte vorläufig fest. Der Mann sollte am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Ein 30 Jahre alter Landsmann des mutmaßlichen Wiederholungstäters kam indes nach der erkennungsdienstlichen Behandlung wieder auf freien Fuß. Er war gegen 20 Uhr von den Fahndern beobachtet worden, wie er in einer WC-Anlage des Schottenhamel-Zeltes Bargeld von den Trinkgeldtellern der Reinigungskräfte nahm. Nach seiner Festnahme wurde Bargeld in Höhe eines mittleren dreistelligen Betrages sichergestellt. Weil dieses Geld überwiegend aus Münzen bestand, besteht der Verdacht, dass es sich dabei zumindest teilweise um Diebesgut handelt.

Mit Sonnenblumen für mehr Sichtbarkeit

Seit dieser Wiesn bekommt man an den Infoständen der Stadt auf dem Festgelände grüne Bändchen mit Sonnenblumen darauf. Was auf den ersten Blick aussieht wie Merch für die Partei Die Grünen, ist in Wahrheit ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit von Menschen mit einer unsichtbaren Behinderung, wie zum Beispiel Autismus, aber auch einer Angststörung oder Diabetes.

Laut einer Mitarbeiterin am Infostand direkt am Haupteingang nimmt die Nachfrage zu: Haben in den ersten Tagen täglich nur etwa vier Menschen nach einem Bändchen gefragt, waren es an diesem Donnerstag schon um die acht. Noch hat sie aber genug Bändchen.

Zwei Männer wollen mit gefälschten Polizeiausweisen in den Sperrring

Mit gefälschten Polizeiausweisen haben zwei Männer aus Nordmazedonien am Mittwochnachmittag versucht, mit dem Auto in den äußeren Sperrring rund um das Oktoberfest-Gelände zu gelangen. An der Ecke Beethovenstraße/Beethovenplatz behaupteten sie, Polizeibeamte aus dem europäischen Ausland zu sein, wichtige Dokumente zu transportieren und deswegen in die Sperrzone einfahren zu müssen. Einer der beiden Männer zeigte dabei eine Umhängemarke vor, die ihn als Polizisten legitimieren sollte. Weil die Männer aber keine entsprechende Park- oder Zufahrtserlaubnis vorzeigen konnten, wurden sie abgewiesen.

Sie probierten es bei nächster Gelegenheit an der Ecke Goethe-/Mozartstraße erneut. Diesmal wurden sie einer Personen- und Verkehrskontrolle unterzogen. Dabei wurden unter anderem 36 augenscheinlich selbst hergestellte und auf unterschiedliche Namen lautende Ausweise der (nicht existierenden) "European Police Academy" entdeckt sowie Bargeld in vierstelliger Höhe.

Eine genauere Durchsuchung des mit einem österreichischen Kennzeichen versehenen Mercedes ergab keine weiteren Funde, weder Drogen noch Sprengstoff. Die 54 und 52 Jahre alten Männer wurden wegen Urkundenfälschung und Amtsanmaßung angezeigt; beide waren hierzulande bis dato noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Der Ältere durfte nach Hinterlegung einer Kaution von etwas mehr als 1000 Euro wieder gehen, der Jüngere sollte mangels eines Wohnsitzes in der EU einem Haftrichter vorgeführt werden.

52-Jähriger stiehlt Rollator aus Zelt

Einem über 90 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Freising ist am Mittwochnachmittag während des Besuchs im Café Kaiserschmarrn der Rollator gestohlen worden. Der 64 Jahre alte Sohn des Seniors verständigte gegen 16 Uhr die Polizei, die umgehend Videoaufzeichnungen des Festgeländes überprüfte. Dabei konnte ein Verdächtiger festgestellt werden, wie er den Tatort mitsamt dem Rollator verließ.

Sein weiterer Weg wurde dann bis in den Biergarten des Hofbräuzeltes nachverfolgt. Dort nahmen ihn Polizeibeamte gegen 19.10 Uhr fest. Der sichergestellte Rollator wurde dem betagten Mann zurückgegeben. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 52 Jahre alten Touristen aus Frankreich, bei dem ein Promillewert von 1,7 festgestellt wurde. Ob er den Rollator aus Jux und Tollerei mitgenommen hatte oder zum Eigenbedarf als Gehhilfe, ist nicht bekannt. Nach einer Anzeige wegen Diebstahls und der Zahlung einer Kaution von 200 Euro durfte der Franzose wieder gehen.

Pfarrer Ellinghaus: "Seit Montag liegt ein Schatten über der Wiesn"

Beim traditionellen Wiesngottesdienst im Marstallzelt wird an diesem Morgen des Mitarbeiters des Fahrgeschäfts "Hangover" gedacht, der am Montag während der Arbeit ums Leben gekommen ist. Pfarrer Sascha Ellinghaus sagt, seit Montag liege "ein Schatten" über diesem Fest, deshalb habe die Trauer darüber auch in diesem Gottesdienst ihren Platz. Weihbischof Matthias König erinnert jedoch mit Blick auf das eigentliche Wesen des Oktoberfests auch daran, dass es schon in der Bibel heißt: "Freut euch mit den Fröhlichen, trauert mit den Trauernden."

Gegen Ende des Gottesdienstes wird des Verstorbenen in einer Gedenkminute gedacht. "Der Tod erfüllt uns in der Freude dieses Festes mit tiefer Trauer", so Pfarrer Ellinghaus.

Neben zahlreichen Schaustellern und Marktleuten wohnen auch Wiesnwirte wie Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel dem Gottesdienst im Marstall-Festzelt bei sowie Wiesnchef Christian Scharpf (SPD), mehrere Stadträtinnen und Stadträte und - in Vertretung von Oberbürgermeister Dominik Krause - Wiesnstadträtin Anja Berger (beide Grüne).

Schaustellergottesdienst im Marstall-Festzelt - Gedenken an Mitarbeiter des "Hangover"

Wie jedes Jahr findet auch heuer an diesem Donnerstag um 9.30 Uhr ein Gottesdienst für die Schausteller des Oktoberfests statt. Und es ist ein besonderer Gottesdienst, gleich in zweierlei Hinsicht: Zum einen weil die Circus- und Schaustellerseelsorge in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert. Zum anderen aber auch aus einem traurigen Anlass: In dem Gottesdienst wird nämlich des am Montagabend während seiner Schicht verstorbenen 52-jährigen Mitarbeiters des Freefall-Towers "Hangover" gedacht.

Bei dem Gottesdienst anwesend sein wird zum einen Weihbischof Matthias König aus Paderborn. Außerdem erwartet werden Organisator und Pfarrer Sascha Ellinghaus sowie die beiden Regionalseelsorger Monsignore Manfred Simon (Region Rheinland-Pfalz und Saarland) und Pfarrer Martin Fuchs (Region Franken und Niederbayern). Für die evangelischen Kirchen spricht der Leiter der evangelischen Circus- und Schaustellerseelsorge der EKD, Pfarrer Torsten Heinrich, ein Grußwort. Musikalisch untermalt wird das sogenannte Pontifikalamt von den Münchner Dombläsern.

Übrigens: Die direkt an der Theresienwiese gelegene Pfarrkirche St. Paul hat dieses Jahr während der Wiesn erstmals die 50 Meter hoch gelegene Aussichtsplattform ihres Turmes mit einem Blick auf das Festgelände geöffnet - und zwar montags, mittwochs, freitags sowie samstags bis um 22 Uhr und an den übrigen Tagen bis zu Beginn des Abendgottesdienstes. Der Aufstieg ist noch bis zum Ende der Wiesn täglich ab 10 Uhr gegen ein Eintrittsgeld möglich, einen Aufzug gibt es nicht.

Open Questions

  • Wie hoch sind die Einnahmen aus den Influencer-Lizenzen genau?
  • Wie kam es zu dem tödlichen Unfall am Fahrgeschäft Hangover?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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