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BackPisa-Schock, AfD-Wahlerfolge, Bundeswehr-Missstände und Popkultur
Pisa-Schock, AfD-Wahlerfolge, Bundeswehr-Missstände und Popkultur
Politics
Spiegel Deutschland52 minutes agoPolitics4 min readGermany

Pisa-Schock, AfD-Wahlerfolge, Bundeswehr-Missstände und Popkultur

Ein Überblick über aktuelle Entwicklungen im deutschen Bildungssystem, politische Stimmungslagen, interne Probleme der Bundeswehr und Neuigkeiten aus der Unterhaltungsbranche.

Quick Look

  • Die aktuelle Pisa-Studie offenbart massive Defizite im deutschen Bildungssystem.
  • Parallel dazu diskutiert der Autor die Gründe für den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt, berichtet über sexualisiertes Fehlverhalten in der Bundeswehr und beleuchtet Popkultur-Themen.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Pisa-Studie misst regelmäßig die Kompetenzen von 15-Jährigen weltweit. Die Bundeswehr steht seit Jahren wegen interner Fehlverhaltensvorwürfe in der Kritik.

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Würde man an das deutsche Bildungssystem Schulnoten verteilen, hagelte es wohl Sechsen. Ungenügend, ungenügend, ungenügend. Diesen Eindruck vermittelt zumindest die aktuelle Pisa-Studie.

25 Jahre nach dem »Pisa-Schock« fallen die Ergebnisse wieder verheerend aus, zwischenzeitlich hatten sie sich verbessert. In allen drei Bereichen, also Lesen, Naturwissenschaften und Mathematik liegen die Leistungen in Deutschland weit abgeschlagen hinter Pisa-Siegern wie Japan, Korea, Estland, Großbritannien oder Kanada.

Besonders bitter: Die Leistung der 15-Jährigen hängt stärker denn je von Beruf, Bildung und Einkommen der Eltern ab. Der Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und den Leistungen sei so stark »wie in kaum einem anderen Land«, heißt es in der Untersuchung.

»Die Politik müsste eigentlich in Aufruhr geraten, der Kanzler das Thema zur Chefsache erklären, das Fernsehen Sondersendungen bringen. Es geht schließlich um die Kinder und um die Zukunft dieses Landes. Und trotzdem bleibt es seltsam still«, kommentiert meine Kollegin Silke Fokken.

Viele Menschen fragen sich derzeit angesichts der Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt, was man gegen den Siegeszug der gesichert rechtsextremen AfD tun kann. Vielleicht hilft ein Blick in die Wählerverteilung. Der zeigt: Überdurchschnittlich viele Menschen mit geringem Bildungsgrad haben die AfD gewählt.

Sie waren dort nach der Wahl unterwegs und haben Menschen befragt. Jene, die AfD gewählt haben, nach dem Warum. Und jene, die die AfD fürchten und trotzdem dort leben müssen, danach, worauf sie sich jetzt einstellen.

Es mag statistisch nicht repräsentativ sein, trotzdem fand ich persönlich etwa die Aussagen des langjährigen CDU-Wählers, der jetzt sein Kreuz bei der AfD gemacht hat, auf eine gewisse Art beruhigend. Er würde bei der Bundestagswahl nie AfD wählen, weil er deren Überzeugungen nicht teile, sagte der Mann den Kollegen. Aber hier, bei der Landtagswahl, habe er die Möglichkeit gehabt, ohne großes Risiko einen Denkzettel nach Berlin zu schicken.

Ob die Risikobewertung richtig ist, wird sich zeigen. Aber viele Menschen, die mit den Kollegen geredet haben, wirken frustriert, dass viele Politiker sich offenbar von ihnen abgekoppelt haben.

Das erscheint mir – bei dem einen mehr, bei Friedrich Merz vielleicht etwas weniger – vor allem ein Kommunikationsproblem zu sein und damit lösbar.

Es muss ja nicht gleich jeder anbiedernd mit der Simson rumknattern, wie AfD-Kandidat Ulrich Siegmund. Hin und wieder mal zuhören, ein wenig Empathie für die Lebenssituation der Menschen aufbringen, das könnte womöglich schon viel bewirken.

Dass bei der Truppe anders kommuniziert wird als in der Zivilgesellschaft, dass der Ton manchmal rau ist, dürfte niemanden überraschen. Allerdings scheinen sich jetzt Entgleisungen derart zu häufen, dass sich General Carsten Breuer deswegen am Montag in einem internen Tagesbefehl an alle Soldaten und Soldatinnen gewandt hat, wie der SPIEGEL exklusiv erfuhr. Demnach deuten die aktuellen Zahlen darauf hin, dass man 2026 einen neuen Höchststand der Fälle erreicht, wie mein Kollege Matthias Gebauer schreibt.

Hinzu komme, so Matthias, dass in den kommenden Wochen eine sogenannte Dunkelfeldstudie, bei der Tausende aktive und frühere Soldatinnen nach ihren Erfahrungen mit sexualisiertem Fehlverhalten in der Bundeswehr befragt wurden, fertiggestellt wird. Nach SPIEGEL-Informationen haben sich viele Soldatinnen anonym zurückgemeldet, mehr als 15 Prozent sollen geantwortet haben.

»Demnach schilderte ein Großteil der Frauen ausführlich mehr als nur eine geschmacklose Erfahrung aus der eigenen Dienstzeit, nennt Details über Missstände in den Kasernen und anderen Dienststellen der Bundeswehr. Aus den vielen Rückmeldungen entstehe der Eindruck, heißt es in Bundeswehrkreisen, dass es sich nicht um Einzelfälle handle. Vielmehr legten die Schilderungen nahe, dass sexualisiertes Fehlverhalten, von Sexsprüchen, ekelhaften Ritualen bis hin zu roher Gewalt gegen Frauen, zum Truppenalltag gehört«, schreibt Matthias.

Bitte rocken Sie weiter, wir haben alles schon gesehen: Alice Cooper, 78, ist ob seiner Wirkung auf die Fans desillusioniert: »Ich glaube nicht, dass man ein Publikum heute noch schocken kann«, sagte Cooper im Interview mit der dpa. Cooper gilt als Pionier verstörender Bühnenshows. Aktuell ist er mit seiner Band Hollywood Vampires auf Tournee, zu deren Mitgliedern Aerosmith-Gitarrist Joe Perry und Schauspieler Johnny Depp zählen. Er habe immer gedacht, dass es seine Aufgabe sei, zu provozieren, so der Musiker. Jetzt provoziere er auf andere Weise als früher: »Ich denke, der Schock ist jetzt die Tatsache, dass Alice Cooper 78 ist und mehr Energie hat, als er mit 40 hatte.«

Könnten Sie den neuen James Bond begutachten. Oder – genau genommen – den Schauspieler, der derzeit als heißester Kandidat für die Rolle gehandelt wird: Jack Lowden.

Seit Jahren rätseln Bond-Fans, wer Nachfolger von Daniel Craig wird, nachdem der seinen Abschied von der Agentenrolle bekannt gegeben hatte.

Glaubt man Gary Oldman, steht sein Serienpartner Jack Lowden auf der Shortlist. »Wir werden es alle ziemlich bald herausfinden, nicht wahr?«, so Oldman in einem Interview mit dem kanadischen Nachrichtenportal Global News. »Sie haben ihn ausgesucht, es nur noch nicht öffentlich gemacht. Also: Ich drücke meine Daumen für Jack.«

Oldman und Lowden stehen seit inzwischen fünf Staffeln für die Serie »Slow Horses« vor der Kamera. Oldman spielt darin den abgehalfterten Altagenten Jackson Lamb, der einen Trupp degradierter ehemaliger MI-6-Mitarbeiter anführt. Lowden mimt den aktivistischen Spion River Cartwright, der mit großem Körpereinsatz Fälle zu lösen versucht, aber regelmäßig spektakulär scheitert.

Falls Sie »Slow Horses« trotz zahlreicher Emmy-Nominierungen noch nicht kennen: Binge away – die sechste Staffel startet Mitte September.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Veröffentlichung der Dunkelfeldstudie zu sexualisiertem Fehlverhalten in der Bundeswehr.

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Welche konkreten Maßnahmen ergreift die Bundeswehr gegen das Fehlverhalten?
  • Wie wird sich die politische Kommunikation in Sachsen-Anhalt verändern?

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This article was originally published by Spiegel Deutschland.

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