Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt
Quick Look
- Bundeskanzler Friedrich Merz hat Ronald Rauhe, den 44-fachen Medaillengewinner im Kanurennsport, zum neuen Staatsminister für Sport und Ehrenamt ernannt.
- Rauhe soll die deutsche Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele unterstützen und die Spitzensportförderung reformieren.
- Seine Vorgängerin Christiane Schenderlein wurde nach 14 Monaten ins Gesundheitsministerium versetzt.
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Why It Matters
Die vorherige Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein, wurde nach nur 14 Monaten Amtszeit ins Gesundheitsministerium versetzt. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte eine schnelle Nachbesetzung versprochen, die sich jedoch verzögerte. Ronald Rauhe ist ein erfolgreicher Kanute mit 44 Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Ob er dieses Stellenprofil vollumfänglich erfüllt, darf Ronald Rauhe ab sofort höchstselbst beweisen. Am Donnerstag präsentierte Bundeskanzler Friedrich Merz den 44-Jährigen als neuen Staatsminister für Sport und Ehrenamt, vor Rennrädern, Rodelschlitten und einem Kanu, das sie auf den Stufen des Kanzleramts drapiert hatten. Christiane Schenderlein, Rauhes Vorgängerin, hatte Merz kürzlich nach nur 14 Monaten Amtszeit ins Gesundheitsministerium versetzt. Dass sich der Kanzler jemanden als Nachfolger gewünscht hatte, der in der Sportwelt im Rang einer Bekanntheit steht, gab Merz am Donnerstag unumwunden zu. Er erhoffe sich, sagte Merz, „eine tatkräftige Unterstützung von Roland Rauhe“ bei der deutschen Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele.
Rauhe versprach eine solche Mitarbeit sogleich, betitelte die Olympiakampagne als „Zugpferd für die Generation Olympia“ und gelobte, die notorisch komplizierte Spitzensportförderung so zu gestalten, dass „aus Talent wieder Gold wird“. Spannender dürfte die Frage werden, wie trittsicher er auf dem politischen Parkett agiert, zumal sein neues Amt auch den gewaltigen Ehrenamtsbereich außerhalb des Sports betrifft, woran die SPD-Fraktion prompt erinnerte. In jedem Fall ist er eine Personalie, die sich der DOSB als Dachverband des organisierten Sports kaum besser hätte basteln können – auch wenn er bis zuletzt arg gegrummelt hatte.
Zwar waren längst nicht alle Vertreter im Sportkosmos so zufrieden mit der einstigen Staatsministerin, wie es manche Lobeshymne zuletzt suggerieren wollte. Aber die Kulturpolitikerin Schenderlein hatte die zentralen Vorhaben des Koalitionsvertrags binnen gut eines Jahres durchgedrückt, insbesondere das Sportfördergesetz, das den Abschwung in diversen Medaillenspiegeln stoppen soll. Und die zügige Nachbesetzung, die Merz vor der Sommerpause versprochen hatte, zog sich. Speziell Nadine Keßler, Direktorin für Frauenfußball beim Kontinentalverband Uefa und nach SZ-Informationen eine Wunschkandidatin, überlegte es sich doch anders. Derweil rückte der 26. September näher, wenn der DOSB den deutschen Bewerber für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 küren will. Und welch hochpeinliches Signal hätte es gesendet, wäre der wichtigste Sportposten der Regierung da vakant gewesen?
Rauhe kennt sich im Sportsystem zweifellos aus – bei vielen Politikern bemängelte er schon mal „Halbwissen“
Auf Rauhe wartet also ein Sprung ins kalte Wasser, auch wenn ihn das als einstiger Kanute kaum schrecken dürfte. Zum anderen muss er sich in viele Themen kaum tiefer einarbeiten, nicht zuletzt, weil er bis zuletzt die Berliner Olympiabewerbung unterstützte; als „Keynote-Speaker“ und Buchautor darüber sinnierte, wie der Sport in der Gesellschaft wieder besser verankert werden könnte. Seit 2023 sitzt er auch in der Athletenkommission des Europäischen Olympiakomitees (EOC), vor zwei Jahren stieg er in das von DOSB und vom Innenministerium geförderte „Leadership-Programm“ ein, das laut DOSB „deutsche Führungskräfte darauf vorbereitet, die Sportwelt mitzugestalten“. Auf welcher Spur Rauhe dabei unterwegs war, beschrieb der DOSB vor eineinhalb Jahren auf seiner Homepage so: „An der Seite des deutschen Sports.“
Da überraschte es kaum, dass DOSB-Präsident Thomas Weikert am Donnerstag ausrichtete: „Einen Olympiasieger, der über Jahrzehnte als Sportsoldat im Kanurennsport Weltspitzenleistungen mit Engagement im Verein und der Vertretung von Athletinnen und Athleten kombiniert hat, am Kabinettstisch zu wissen, gibt dem Sport und dem ehrenamtlichen Engagement in unserem Land Rückenwind.“ Der deutsche Sport erhalte „einen glaubwürdigen und sympathischen Botschafter an höchster Stelle“, sagte Max Hartung als Sprecher des Vorstands der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Und Pia Greiten, die Präsidentin von „Athleten Deutschland“, befand: „Ronny hat das Spitzensportsystem aus vielen Perspektiven kennengelernt und weiß um die besonderen Bedarfe der Athletinnen und Athleten.“
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Ronald Rauhe wird die deutsche Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele aktiv unterstützen.
Very likely · Within months
Rauhe wird versuchen, die Spitzensportförderung zu reformieren, damit aus Talent wieder Gold wird.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie wird Rauhe den Ehrenamtsbereich außerhalb des Sports gestalten?
- Welche konkreten Schritte plant er zur Reform der Spitzensportförderung?
- Wie wird seine politische Erfahrung im Vergleich zu seiner sportlichen Expertise bewertet werden?




