Rückversicherer warnen vor zunehmenden klimabedingten Naturkatastrophen
Auf dem Branchentreffen in Monte Carlo betonen Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück steigende Schadensummen durch Wetterextreme.
Quick Look
Die großen Rückversicherer Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück warnen auf dem Branchentreffen in Monte Carlo vor steigenden Schäden durch klimabedingte Naturkatastrophen wie Waldbrände, Dürren und Hagel, die zunehmend die globale Infrastruktur belasten.
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Why It Matters
Die Branche trifft sich jährlich in Monte Carlo, um Vertragsverhandlungen für das kommende Jahr vorzubereiten. Rückversicherer sehen sich mit einer Zunahme von sogenannten Non-Peak-Perils konfrontiert.
Dürren und Waldbrände sorgten diesen Sommer in Europa für Milliardenschäden. Die Rückversicherer warnen auf ihrem Branchentreffen: Klimabedingte Katastrophen nehmen zu.
Zürich. Die drei großen Rückversicherer Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück stellen sich auf zunehmende wetterbedingte Naturkatastrophen ein.
Überschwemmungen, Dürren, Hagel, Waldbrände oder schwere Gewitter gewännen als Schadenursachen zunehmend an Bedeutung, teilte Hannover Re am Montag anlässlich des traditionellen Branchentreffens „Rendez-Vous de Septembre“ in Monte Carlo mit. In Monaco trifft sich die Branche traditionell im September, um die Vertragsverhandlungen zum Jahreswechsel vorzubereiten.
Sie führten langfristig zu höheren möglichen Schadenbelastungen und einer wachsenden Nachfrage nach Rückversicherungsschutz. „Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer unmittelbarer spürbar“, erklärte die Münchener Rück.
Das Schadenniveau steigt
Sogenannte Non-Peak-Perils – Ereignisse unterhalb der größten Naturkatastrophen, wie zum Beispiel Hagelstürme – hätten lange Zeit als Ereignisse mit auch insgesamt vergleichsweise geringen Schäden gegolten.
Doch mittlerweile summierten sie sich zu Schadenniveaus, die bislang vor allem mit Großereignissen wie Erdbeben oder Hurrikans assoziiert worden seien. Auch die Hitze als eher schleichendes Risiko werde zunehmend zum Schadentreiber. Mehrere tausend Menschen waren bei den Hitzewellen im Sommer in Europa ums Leben gekommen.
Darüber hinaus beeinträchtigten die außergewöhnlich hohen Temperaturen ebenso wie Fluten maßgeblich die Infrastruktur und damit auch Lieferketten. Sie verursachten zudem erhebliche Schäden in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen sowie an Gebäuden und technischen Anlagen.
Swiss-Re-Chef Berger fordert bessere Absicherung gegen Waldbrände
Waldbrände sind gemäß Swiss Re das weltweit am stärksten wachsende Wetterrisiko. In Europa hätten die versicherten Schäden aus Waldbränden in den vergangenen Jahrzehnten jährlich um schätzungsweise acht bis elf Prozent zugenommen. Das Risiko wachse weiter, weil immer mehr Menschen und Vermögenswerte in waldbrandgefährdeten Gebieten angesiedelt seien.
Insgesamt sei das Risiko von Naturkatastrophen ein wichtiger Treiber der Nachfrage nach Rückversicherungen. Die versicherten Schäden aus Naturkatastrophen nähmen weiterhin jährlich um fünf bis sieben Prozent zu. Ausschlaggebend dafür seien zunehmende Risikoexponierungen, steigende Vermögenswerte und sich verändernde Gefahrenmuster.
Die Modelle von Swiss Re deuteten darauf hin, dass sich die versicherten Naturkatastrophen-Schäden in einem Extremschadenszenario im Jahr 2026 auf rund 320 Milliarden Dollar belaufen könnten.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Erhöhung der Versicherungsprämien für Naturkatastrophenrisiken.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie stark werden die Versicherungsprämien für Endkunden steigen?
- Welche konkreten Anpassungen nehmen Versicherer an ihren Risikomodellen vor?






