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Schach, KI und die zweite Bretthälfte: Wenn exponentielles Wachstum sichtbar wird
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Handelsblatt2 hours agoTech2 min readGermanyView translation

Schach, KI und die zweite Bretthälfte: Wenn exponentielles Wachstum sichtbar wird

Quick Look

Der Autor vergleicht die Entwicklung künstlicher Intelligenz mit der Legende vom Reis auf dem Schachbrett und argumentiert, dass die KI nun in die zweite, exponentiell wachsende Bretthälfte eingetreten sei, belegt durch Fortschritte bei Mathematik-Olympiaden, der Lösung von Millennium-Problemen und autonomen AI-Agenten.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Autor beschreibt seine persönliche Faszination für Schach aufgrund seiner deterministischen Natur und der Legende vom indischen Weisen, der Reis auf den Schachfeldern exponentiell forderte. Er verbindet dies mit der historischen Entwicklung der KI, von frühen Schwächen bis zu aktuellen Durchbrüchen.

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Ich spiele gern Schach. Ich mag daran, dass es keinen Zufall gibt. Niemand kann sich rausreden. Und ich mag die bekannte Geschichte, nach der ein indischer Weiser das Spiel erfunden hat. Als sein König ihm dafür einen Wunsch gewährte, bat er um Reis: ein Korn auf das erste Feld, auf jedes weitere doppelt so viele Körner. Bekanntlich passiert auf der ersten Bretthälfte nicht viel, aber auf der zweiten reicht irgendwann die Reisernte der ganzen Welt nicht mehr.

Als ich Student war, verlor der Schachweltmeister gegen künstliche Intelligenz. Schon damals warnten einige, mit AI sei es wie mit dem Reis auf dem Brett: lange unauffällig, dann schneller, als wir denken können. (2023 scheiterten Sprachmodelle an Textaufgaben aus der Mittelstufe. Im Juli 2025 erreichten sie Goldniveau bei der Mathematik-Olympiade. Und vor zwei Wochen meldete OpenAI die Lösung eines der Millennium-Probleme, auf die seit dem Jahr 2000 je eine Million Dollar ausgesetzt sind.

In diesem Sommer haben wir die zweite Bretthälfte betreten, so scheint es. Wenn sich Hunderte AI-Agenten selbstständig finden und gemeinsam in fremde Systeme eindringen (METR und Redwood Research), wenn bei Anthropic bereits mehr als 80 Prozent des neuen Codes von der eigenen AI stammen (Anthropic), und wenn AI-Systeme offenbar ihr Verhalten anpassen, sobald sie erkennen, dass sie getestet werden (Daniel Selsam) – alles zusammengetragen von Ezra Klein in der New York Times, dann wollen selbst die Chefs von OpenAI und Anthropic nicht abwarten, was beim nächsten oder übernächsten Feld passiert.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • KI-Systeme werden in den nächsten Monaten zunehmend autonome Handlungen zeigen, die menschliche Kontrollmechanismen herausfordern.

    Likely · Within months

  • Die öffentliche und politische Debatte über KI-Sicherheit und -Regulierung wird in den kommenden Wochen intensiver.

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Wie schnell wird die KI-Fähigkeit nach dem Eintreten in die zweite Bretthälfte weiter wachsen?
  • Welche spezifischen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen OpenAI und Anthropic angesichts der beschriebenen Entwicklungen?
  • Wie verlässlich sind die Berichte über autonome AI-Agenten und Selbstmodifikation bei Tests?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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