Softbank nimmt elf Milliarden Dollar für KI-Wette über Rekord-Anleihe ein
Masayoshi Son bricht mit hochverzinsten Junk-Bonds Rekorde, um seine KI-Strategie zu finanzieren.
Quick Look
- Softbank-Gründer Masayoshi Son hat mit einer Rekord-Anleihe in Dollar und Euro rund elf Milliarden Dollar eingesammelt, um seine Investitionen in Künstliche Intelligenz voranzutreiben.
- Der Konzern wird damit zum weltweit größten Emittenten von Junk-Bonds.
AI-generated summary
Why It Matters
Softbank-Gründer Masayoshi Son setzt stark auf Künstliche Intelligenz und investiert über Kredite in Unternehmen wie OpenAI.
Tokio. Softbank-Gründer Masayoshi Son hat seine Wette auf Künstliche Intelligenz (KI) mit einer Anleihe unterstrichen, die gleich mehrere Rekorde bricht. Verteilt auf Dollar- und Euro-Tranchen nahm der japanische Technologieinvestor Medienberichten zufolge rund elf Milliarden Dollar ein.
Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg ist Softbank damit der größte Emittent von Junk-Bonds weltweit. Zugleich musste Son den Investoren mit bis zu zehn Prozent die höchsten Renditen bieten, die sein Konzern je gezahlt hat. Das frische Geld soll zumindest teilweise in eine Kapitalerhöhung bei OpenAI fließen, einem der weltweit führenden KI-Anbieter.
Dass der 69-Jährige dafür viel riskieren wird, machte er im Juni auf der Hauptversammlung klar: „Wir werden ASI bis zum Schluss verfolgen, ohne uns dabei zurückzuhalten.“ Gemeint ist eine Künstliche Superintelligenz, die dem Menschen in nahezu allen Bereichen überlegen sein soll.
Die Emission galt deshalb auch als Barometer für das Vertrauen in den KI-Boom insgesamt. Die Reaktionen an der Tokioter Börse auf die Nachricht aus den USA spiegeln zwei Lesarten von Softbanks Kapitalsuche wider. In den ersten Handelsminuten schoss die Softbank-Aktie um elf Prozent in die Höhe. Zum Handelsschluss notierte sie mit 6352 Yen jedoch nur noch 0,6 Prozent über dem Schlusskurs des Vortags.
Die positive Lesart: Der KI-Boom hat weiterhin Anhänger. Die Emission war mehr als dreifach überzeichnet. Zudem traut der Markt Son offenbar zu, dass sein Konzern über genügend Vermögenswerte und Zugang zum Kapitalmarkt verfügt, um seine hohen Verpflichtungen zu bedienen. Ende Juni lag die Nettoverschuldung bei elf Billionen Yen, umgerechnet rund 61 Milliarden Dollar.
Die negative Lesart: Angesichts seiner hohen KI-Wetten muss Son sich dieses Vertrauen teuer erkaufen. Die Renditen sollen sogar über denen schlechter bewerteter Junk-Bonds gelegen haben. Die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch bewerten Softbanks Bonität mit BB+.
Das ist eine Stufe unterhalb des sogenannten Investment Grade, der relativ solide Schuldner kennzeichnet. Ramschanleihen, englisch Junk-Bonds, gelten als spekulativer. Denn die Bonitätsprüfer sehen ein erhöhtes Risiko, dass der Schuldner seine Verbindlichkeiten nicht vollständig bedienen kann.
Nach Recherchen von Bloomberg teilte Softbank die Emission in drei Dollar- und zwei Euro-Tranchen auf. In Dollar platzierte der Konzern eine Milliarde mit einer Laufzeit von 3,5 Jahren und einer Rendite von 8,625 Prozent, 4,5 Milliarden mit einer Laufzeit von 5,5 Jahren zu 9,25 Prozent sowie weitere 4,5 Milliarden mit einer Laufzeit von 7,5 Jahren zu sogar 9,75 Prozent. Hinzu kamen zwei Euro-Tranchen im Gesamtwert von einer Milliarde Euro mit Laufzeiten von vier und sechs Jahren. Für die längere Laufzeit lag die Rendite bei acht Prozent.
Ein Grund für die hohen Renditen ist Softbanks Investitionsstrategie. Berkshire Hathaway, die lange von der Investorenlegende Warren Buffett geführte Beteiligungsgesellschaft, agiert vergleichsweise konservativ und verfügt derzeit über deutlich mehr Barmittel als Schulden.
Son hingegen belehnt seine Aktienpakete, um größere Investitionen auf Pump zu finanzieren, als es aus eigener Kraft möglich wäre. Hinzu kommt, dass der Softbank-Chef derzeit alles auf die Karte Künstliche Intelligenz setzt.
Sein Vermögen hängt zu einem Großteil vom Wert eines einzigen Unternehmens ab: des britischen Chipdesigners Arm. Ein Einbruch der Chip- und KI-Werte, yani das viel beschworene Platzen der KI-Blase, würde Softbank daher hart treffen.
Doch Son hielt den Warnern bereits im Juni entgegen, die KI-Revolution habe gerade erst begonnen: „Eine Branche, die sich noch in einem so frühen Stadium befindet, als Blase zu bezeichnen, ist eine Beleidigung.“
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Teil der Einnahmen fließt in eine Kapitalerhöhung bei OpenAI.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie hoch fällt die genaue Kapitalerhöhung bei OpenAI aus?
- Kann Softbank die hohen Zinsverpflichtungen langfristig bedienen?





