Spanien zieht Konsequenzen aus Zugunglück mit 69 Toten – 30 Millionen Euro für Opfer
Regierung stellt Hilfspaket von 30 Millionen Euro für Opfer und Angehörige bereit
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Die spanische Regierung hat nach dem Zugunglück bei Urda mit 69 Toten Sicherheitsmaßnahmen beschlossen, darunter weniger Züge zwischen Madrid und Sevilla bis zur Inbetriebnahme von ERTMS, einen zweiten Mitarbeiter im Kontrollzentrum bei LZB-Ausfall und ein 30-Millionen-Euro-Hilfspaket für Opfer und Angehörige.
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Why It Matters
Es war das zweite schwere Zugunglück innerhalb von neun Monaten in Spanien. Im Januar kamen bei einem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge in Adamuz in Andalusien 46 Menschen ums Leben.
Die spanische Regierung hat knapp eine Woche nach dem Zugunglück mit 69 Toten Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Bahnverkehr beschlossen. Bei der wöchentlichen Ministerratssitzung am Dienstag sei zudem ein Hilfspaket von 30 Millionen Euro für Opfer und Angehörige gebilligt worden, teilte die linksgerichtete Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez mit.
Zwei Hochgeschwindigkeitszüge waren am Mittwoch vergangener Woche nahe der Gemeinde Urda in der Provinz Toledo, rund 130 Kilometer südlich von Madrid, zusammengestoßen. Ein Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe fuhr von hinten auf einen stehenden Zug des privaten Betreibers Iryo auf. Es war das zweite schwere Zugunglück innerhalb von neun Monaten in Spanien. Im Januar waren bei einem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge in Adamuz in Andalusien 46 Menschen ums Leben gekommen.
Zwischen Madrid und Sevilla fahren künftig weniger Züge
Während im Fall von Adamuz unter anderem ein Gleisbruch als Ursache gilt, konzentrieren sich die Ermittlungen zum Unglück von Urda vor allem auf den Ausfall des Zugsicherungssystems LZB und mögliche Fehler bei den Anweisungen aus dem Kontrollzentrum des Netzbetreibers Adif. LZB und vergleichbare Systeme sollen dafür sorgen, dass Züge automatisch zum Stehen kommen, wenn Signale nicht beachtet oder die zulässigen Geschwindigkeiten nicht eingehalten werden.
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Funkmitschnitte legen nahe, dass ein Lokführer angewiesen wurde, den normalen Betrieb wieder aufzunehmen, obwohl das Zugsicherungssystem noch außer Betrieb war und sich der andere Zug weiterhin auf der Strecke befand.
Die Zahl der Züge zwischen Madrid und Sevilla soll so lange reduziert werden, bis dort das neue europäische Zugsicherungssystem ERTMS in Betrieb geht, wie Verkehrsminister Óscar Puente erklärte. Fällt das bisherige LZB-System aus, muss künftig ein zweiter Mitarbeiter im Kontrollzentrum die Anweisungen an die Lokführer überprüfen und bestätigen. Damit soll verhindert werden, dass Züge trotz unklarer Streckenverhältnisse weiterfahren.
Die Kontrollzentren sollen zudem mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen bekommen. Die Regierung beschloss außerdem Preisobergrenzen für alternative Verkehrsmittel während der Sperrung der Unfallstrecke zwischen Madrid und Sevilla. So sollen Reisende vor überhöhten Kosten infolge des Zugausfalls geschützt werden.
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Hilfspaket sieht Vorschüsse auf Entschädigungen vor
Das Hilfspaket umfasst direkte staatliche Hilfen, Vorschüsse auf spätere Entschädigungszahlungen und eine Verdoppelung der Leistungen aus der gesetzlichen Fahrgastversicherung. Opfer und ihre Angehörigen sollen über eigens eingerichtete Anlaufstellen betreut werden. Für Verletzte ist zudem eine besondere Regelung zur vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit vorgesehen.
Alle 69 Todesopfer – 40 Männer und 29 Frauen – wurden inzwischen identifiziert, wie die Behörden mitteilten. Deutsche und Minderjährige sind demnach nicht darunter. Unter den Toten sind 54 spanische Staatsangehörige und vier US‑Bürger. Je zwei stammten aus Japan und Australien, die übrigen aus Kanada, Frankreich, Tschechien, Portugal, Argentinien, Mexiko und Tunesien. Von den insgesamt rund 200 Verletzten werden noch 37 in Krankenhäusern behandelt.
dpa/eck
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Das ERTMS-System wird zwischen Madrid und Sevilla in den kommenden Monaten in Betrieb genommen.
Likely · Within months
Die Ermittlungen zum Ausfall des LZB-Systems und zu den Anweisungen aus dem Adif-Kontrollzentrum werden fortgesetzt.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wann wird das ERTMS-System zwischen Madrid und Sevilla in Betrieb gehen?
- Welche konkreten Fehler lagen den Anweisungen aus dem Adif-Kontrollzentrum zugrunde?
- Wie hoch werden die endgültigen Entschädigungszahlungen ausfallen?




