Im Podcast 'Das Politikteil' diskutieren Experten über die tiefgreifenden Probleme der deutschen Sozialdemokratie vor wichtigen Wahlen.
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Die SPD befindet sich in einer anhaltenden Umfragekrise und steht vor der Wahl in Sachsen-Anhalt unter hohem Druck. Kritiker bemängeln mangelnde inhaltliche Schärfe und eine zu starke Fokussierung auf kleinteiliges Management.
Schaut man in diesen Tagen auf die SPD, sieht man das Elend. Unmittelbar vor der so wichtigen Wahl in Sachsen-Anhalt hat sich ihr Dauertief zur Existenzkrise ausgeweitet. An der Basis wachsen Frust und Wut. Schon ist die Rede von einem Sonderparteitag, an dem die Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas gestürzt werden sollen. Doch die Probleme der SPD gehen weit über das Personal an der Spitze hinaus.
In der neuen Ausgabe von Das Politikteil spricht Peter Dausend mit der Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach und dem ZEIT-Korrespondenten Robert Pausch über die Lage der deutschen Sozialdemokratie. Reuschenbach beschreibt, wie sich die SPD über ihre vielen Regierungsjahre hinweg immer stärker im kleinteiligen Policy-Management verlor und dabei mehrfach Chancen verpasste, ihre Situation zu verbessern. Pausch beklagt den fehlenden Mut der Genossen, den Wählern mit einem klaren sozialdemokratischen Blick auf die Welt entgegenzutreten. Und er wundert sich darüber, wie die SPD glauben konnte, sich mit einem Reformpaket profilieren zu können, das für ihre Anhänger finanzielle Verluste bedeutet.
Doch die beiden sind sich einig, dass es für Nachrufe auf die SPD viel zu früh sei. Die sozialdemokratischen Themen lägen – man bräuchte nur auf die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf die Arbeitswelt zu schauen – geradezu auf der Straße. Die SPD müsse nur den Mut haben, sie gegen Widerstände durchzufechten.
Die Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach forscht und lehrt primär zu Parteien und Wahlen. Sie war bis Dezember letzten Jahres am Otto-Suhr-Institut an der FU Berlin tätig, dann ist sie in den Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg gewechselt. Seit März dieses Jahres ist sie zudem Fellow der Denkfabrik Progressives Zentrum.
Robert Pausch arbeitet seit knapp zehn Jahren für DIE ZEIT, die SPD gehört zu seinen Themenschwerpunkten. Für seine Enthüllungen über das von der FDP bewusst herbeigeführte Ende der Ampelkoalition wurde er vom medium magazin als Politikjournalist des Jahres 2025 ausgezeichnet. Pausch hat bei Franz Walter, einem ausgewiesenen SPD-Spezialisten, in Göttingen Politikwissenschaften studiert.
Im Podcast »Das Politikteil« sprechen wir jede Woche über das, was die Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die Zusammenhänge. In der Regel immer freitags mit zwei Moderatoren, einem Gast – und einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören. Abweichungen von diesem Konzept sind nicht nur erlaubt, sondern auch (manchmal) erwünscht.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und fünf europäische Amtskollegen fordern eine EU-weite Übergewinnsteuer für Energiekonzerne. Das Thema soll beim Treffen der EU-Finanzminister Mitte September in Irland diskutiert werden, um auf hohe Energiepreise zu reagieren.

Die FDP fordert zur Senkung der Gaspreise und Sicherung der Versorgung eine Ausweitung der heimischen Gasförderung. Generalsekretär Martin Hagen plädiert dabei auch für den Einsatz weiterentwickelter Fracking-Verfahren und eine Senkung der staatlichen Abgaben.

Der Deutsche Städtetag plädiert für eine Vollversicherung in der Pflege, um Senioren vor Sozialhilfeabhängigkeit zu schützen und Kommunen finanziell zu entlasten. Präsident Burkhard Jung schlägt zudem einen Deckel für Eigenanteile bei Heimplätzen vor.

Juristen des Bundestages bewerten das Heizungsgesetz der Bundesregierung weiterhin als potenziell verfassungswidrig. Trotz vorgenommener Nachbesserungen sehen die Experten ein Risiko für ein Scheitern des Gesetzes vor dem Bundesverfassungsgericht.
Der CDU-Kommunalpolitiker Bernd Prange aus Sachsen-Anhalt hat öffentlich zur Wahl der AfD aufgerufen und die Partei mit 10.000 Euro unterstützt. Er kritisiert den Kurs der Union scharf und provoziert aktiv ein Parteiausschlussverfahren.
Annalena Baerbock steht kurz vor Ende ihrer Amtszeit als UN-Generalversammlungspräsidentin unter Druck. USA und Russland kritisieren ihr transparentes Auswahlverfahren für den nächsten UN-Generalsekretär als Kompetenzüberschreitung.