Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt gegen 105-Jährigen wegen NS-Verbrechen
Quick Look
- Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt gegen einen 105-Jährigen wegen Beihilfe zum vielfachen Mord.
- Der Beschuldigte soll während des Zweiten Weltkriegs als Wachmann im Kriegsgefangenenlager Stalag 326 in Stukenbrock-Senne tätig gewesen sein.
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Why It Matters
Die Staatsanwaltschaft Dortmund ist die Zentralstelle für die Bearbeitung von NS-Massenverbrechen in Nordrhein-Westfalen. Mord und Beihilfe zum Mord verjähren nach deutschem Recht nicht.
Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt gegen einen 105-Jährigen, der während des Zweiten Weltkriegs Wachmann in einem Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht in Ostwestfalen gewesen sein soll. Es gehe um den Vorwurf der Beihilfe zum vielfachen Mord, sagte eine Sprecherin der Behörde. Die Staatsanwaltschaft Dortmund ist als Zentralstelle für die Bearbeitung von nationalsozialistischen Massenverbrechen zuständig für solche Verfahren in ganz Nordrhein-Westfalen. Mehrere Medien hatten zuvor über den Fall berichtet.
Der Mann soll im Kriegsgefangenenlager Stalag 326 in Stukenbrock-Senne bei Bielefeld eingesetzt gewesen sein. Das Lager am Rande des Teutoburger Waldes diente vor allem der Aufnahme sowjetischer Kriegsgefangener, die zur Zwangsarbeit weiterverteilt wurden.
Immer wieder gibt es noch einzelne juristische Verfahren gegen hochbetagte Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus etwa in Konzentrationslagern gearbeitet haben. Gerichte hatten zuletzt entschieden, dass der Dienst in einem Lager unter gewissen Umständen als Beihilfe zum Mord gewertet werden kann, wenn eine Person wissentlich und willentlich das systematische Töten unterstützt hat.
Mord und Beihilfe zum Mord verjähren nach deutschem Recht nicht. Deshalb sind auch jetzt noch Ermittlungsverfahren und Prozesse gegen Beteiligte an NS-Verbrechen möglich.
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