Steigende Ölpreise und geopolitische Spannungen belasten Märkte
Angriffe im Nahen Osten treiben Rohölpreise über 100 Dollar und schüren Inflationssorgen an den Börsen.
Quick Look
- Angriffe auf saudische Anlagen und Schiffe im Persischen Golf treiben die Ölpreise auf über 100 Dollar.
- Investoren fürchten eine anhaltende Inflation und Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed, was die Stimmung an den Aktienmärkten, inklusive des Dax, belastet.
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Why It Matters
Angriffe auf saudische Energieanlagen und Schiffe im Persischen Golf haben die Ölpreise stark ansteigen lassen. Die Märkte reagieren besorgt auf die drohende Inflation und die Zinspolitik der Zentralbanken.
Steigende Ölpreise treiben weiterhin Märkte und Anleger um. Nach erneuten Angriffen auf Saudi-Arabien und auf Schiffe im Persischen Golf zogen diese kräftig an. Zum Wochenstart steigen die Rohölpreise zeitweise um bis zu 3,9 Prozent auf mehr als 108 Dollar je Barrel, gaben einen Teil der Gewinne anschließend aber wieder ab. West Texas Intermediate, die amerikanische Referenzsorte, notierte nahe 103 Dollar. Investoren fürchteten, dass die Ölpreise über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau bleiben und damit weltweit die Inflation anheizen könnten.
Der Dax legte einen schwächeren Wochenstart hin. „Mit jedem weiteren Ölpreisschub wächst die Sorge, dass die Inflation befeuert und die Notenbanken unter Zugzwang gesetzt werden könnten“, sagte Marktanalyst Timo Emden vom Broker Captrader. Der Dax bleibe im Spannungsfeld eines Unsicherheitscocktails aus geopolitischen Risiken, geldpolitischen Fragezeichen und KI-Bedenken gefangen.
Der Dollar legte am Montag zu, US-Staatsanleihen entwickelten sich uneinheitlich. Gold gab zeitweise um knapp ein Prozent nach und wurde knapp über 4300 Dollar je Feinunze gehandelt. „Die geopolitische Risikoprämie ist mit voller Wucht an den Rohölmarkt zurückgekehrt“, schrieb die Analystin Linda Yu der DZ Bank.
Als Haupttreiber sieht sie die eskalierende militärische Konfrontation im Mittleren Osten. „Selbst unter militärischem Geleitschutz bleibt die Durchfahrt für Handelsschiffe mit extremen Risiken verbunden“, so Yu. Nun gerieten auch die Ausweichrouten über Meerenge Bab al-Mandab immer mehr unter Druck. Die Folgen sein nun schon spürbar: Saudi-Arabiens Förderung sei im August eingebrochen, weil Anlagen nach Drohnenangriffen stillgelegt werden mussten und Transportkapazitäten fehlten.
Eine baldige Entspannung ist laut der Analystin nicht in Sicht. „Solange die Angriffe anhalten und die Straße von Hormus unpassierbar bleibt, dürfte der Ölpreis auf erhöhtem Niveau verharren“, sagt Yu. Sollten sich die Angriffe im Roten Meer verschärfen oder weitere Energieanlagen beschädigt werden, drohe kurzfristig sogar ein erneuter Preissprung.
„Neue, auch eskalierende Scharmützel zwischen Amerika und Iran schlagen gewaltig auf die Börsenlaune“, bemerkt Robert Halver von der Baader Bank. Ihm zufolge muss sich die Welt eventuell an einen Ölpreis auch über 100 Dollar gewöhnen. „Denn es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Iran zu echten Verhandlungen bereit wäre.“
Wegen der Öl- und Erdgaspreise und der kräftig gestiegenen Renditen erwartet die Commerzbank tendenziell eine Fortsetzung der Konsolidierung. „Da die Berichtssaison erst wieder im Oktober Fahrt aufnimmt, dürften vor allem Makrodaten und geopolitische Faktoren für Bewegung an den Aktienmärkten sorgen“, meinte Analyst André Sadowsky.
An den Märkten wurde zum Wochenstart eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 90 Prozent für eine Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank am Mittwoch eingepreist. An diesem Mittwoch steht die Sitzung der US-Notenbank an. Die EZB vergangene Woche bereits die Zinsen angehoben. „Nach der leichten Überraschung auf der Oberseite bei der Kerninflation bei den am Freitag veröffentlichen aktuellen Inflationszahlen ist ein Zinsschritt der Fed zu rund 87 Prozent eingepreist“, berichtet Leon Ferdinand Bost von Metzler. „Wir glauben nicht, dass sich das Komitee am Mittwoch diametral gegen die Finanzmärkte stellen kann.“
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie reagiert der Iran auf die diplomatischen Spannungen?
- Wird die Fed die Zinsen am Mittwoch tatsächlich anheben?




