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BackStudie: DDR profitierte massiv von Wirtschaftsspionage im Westen
Studie: DDR profitierte massiv von Wirtschaftsspionage im Westen
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FAZ1 hour agoBusiness2 min readGermanyView translation

Studie: DDR profitierte massiv von Wirtschaftsspionage im Westen

Eine Analyse der Rockwool Foundation Berlin zeigt, dass Industriespionage die DDR-Wirtschaft 1988 um 7,4 Prozent steigerte.

Quick Look

  • Eine neue Studie der Rockwool Foundation Berlin belegt, dass die DDR 1988 durch Wirtschaftsspionage ihre Wirtschaftsleistung um 7,4 Prozent steigerte.
  • Die Erkenntnisse über den Technologiediebstahl im Kalten Krieg haben laut Experten aktuelle Relevanz für heutige Exportkontrollen.

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Why It Matters

Die DDR betrieb während des Kalten Krieges eines der weltweit größten Wirtschaftsspionageprogramme. Die Studie nutzt erstmals digitalisierte Unternehmensunterlagen und Geheimdienstarchive.

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Die DDR hat einer neuen Studie zufolge in erheblichem Maße von wirtschaftlicher Spionage im Westen profitiert. Dadurch sei die Wirtschaftsleistung des Landes um 7,4 Prozent gesteigert worden, wie aus der Reuters am Sonntag vorliegenden Analyse der Rockwool Foundation Berlin (RFBerlin) hervorgeht. Die Wertschöpfung der Industrie war demnach aufgrund der Spionage sogar um 22,3 Prozent höher, was 20,2 Milliarden Ostmark oder 4,1 Milliarden Euro in Preisen von 2020 entspreche. Alle Zahlen gelten für das Jahr 1988, das Jahr vor dem Mauerfall.

„Die Spionage der Stasi stärkte die Position der DDR innerhalb des sozialistischen Blocks. Sie verbesserte jedoch nicht wesentlich den Erfolg auf West-Märkten“, sagte RFBerlin-Projektleiter Albrecht Glitz von der Universität Pompeu Fabra in Barcelona. „Und Unternehmen, die wertvolle Informationen erhielten, hatten dann auch bessere Chancen, den Übergang zur Marktwirtschaft nach der Wiedervereinigung zu überstehen.“

Betriebe mit nützlichen Spionage-Informationen verzeichneten der Untersuchung zufolge ein schnelleres Produktivitätswachstum. Sie investierten zudem stärker in ihren Kapitalstock, stützten sich stärker auf Vorleistungen und spezialisierten sich mehr auf ihre Kernprodukte. Diese Vorteile verbreiteten sich über Lieferanten- und Kundennetzwerke und verstärkten so die gesamtwirtschaftlichen Gewinne. Jede zusätzliche wertvolle Information erbrachte einen geschätzten jährlichen wirtschaftlichen Ertrag von rund 330.000 Euro in Preisen von 2020 oder 1,64 Millionen Ostmark, sagte Glitz.

Während des Kalten Krieges betrieb die DDR den Angaben nach eines der weltweit größten Wirtschaftsspionageprogramme und sammelte wissenschaftliche und technische Informationen von Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Westen. Anhand bisher unzugänglicher Geheimdienstarchive sowie neu digitalisierter Unternehmensunterlagen konnten die Autoren eigenen Angaben zufolge Spionageinformationen von ihrer Quelle im Westen bis zum Endempfänger in der ostdeutschen Wirtschaft verfolgen.

Dem Ko-Autor Adrian Lerche vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg zufolge haben die Erkenntnisse aus der Untersuchung einen aktuellen Bezug. „Obwohl unsere Studie Ereignisse aus dem Kalten Krieg untersucht, sind die zugrunde liegenden Fragen auch heute von hoher Bedeutung im Hinblick auf Exportkontrollen, die Industriepolitik, den Schutz geistigen Eigentums und den technischen Wettbewerb“, sagte Lerche. China wurde in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, seinen Aufstieg zur Technologie- und Wirtschaftsmacht zum Teil auch Industriespionage und dem Diebstahl geistigen Eigentums verdankt zu haben.

„Viele Regierungen verschärfen derzeit die Exportkontrollen, prüfen ausländische Investitionen und verstärken den Schutz strategischer Technologien“, sagte Glitz. Wirtschaftlich sei der Zugang zu Spitzenwissen wichtig.

Als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine verschärfte der Westen beispielsweise die Exportkontrollen für Güter mit möglichen militärischen Anwendungen, was Russland Experten zufolge mithilfe von Agenten im Ausland zu umgehen versucht. Zudem bereiten den Forschern zufolge Chinas Versuche Sorgen, an die Technologie für Maschinen zur Herstellung modernster Halbleiter zu gelangen. Diese werden bislang ausschließlich von dem niederländischen Unternehmen ASML produziert.

Open Questions

  • Welche spezifischen Technologien waren für die DDR am wertvollsten?
  • Wie reagierten westliche Unternehmen damals auf die Spionage?

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This article was originally published by FAZ.

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