Trotz Streckenrekord und drittschnellster Zeit der Geschichte überschattet eine Sehnenverletzung den dritten Sieg der Äthiopierin in Berlin.
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Tigst Assefa hatte 2022 in Berlin einen Weltrekord aufgestellt, der später von Ruth Chepngetich unterboten wurde. Der Berlin-Marathon gilt als eine der schnellsten Strecken der Welt.
Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelte Tigst Assefa über die Ziellinie beim Berlin-Marathon, ehe sie sich völlig entkräftet auf die Knie fallen ließ. Mit Tränen in den Augen suchte die Äthiopierin anschließend Halt bei Lauf-Legende und Trainer Haile Gebrselassie. Nach einem Drama auf den letzten Metern hatte Assefa den fast schon sicher geglaubten Weltrekord über die magische Distanz von 42,195 Kilometern in der Hauptstadt verpasst.
Bei der Siegerehrung und auch bei der anschließenden Pressekonferenz fehlte die erstplatzierte Assefa wegen einer Sehnenverletzung. Sie wurde nach Angaben der Veranstalter stattdessen zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.
Trotzdem drittschnellste Zeit der Geschichte
Assefa, die lange Zeit auf Kurs globale Bestmarke lag, lief trotz der Verletzungsprobleme auf dem letzten Teil der Strecke zu einem Streckenrekord von 2:11:04 Stunden - und damit zur drittschnellsten Zeit in der Marathon-Geschichte bei den Frauen.
Nur Assefas Landsfrau Fotyen Tesfay, die vor einem halben Jahr in Barcelona 2:10:51 Stunden lief, und Weltrekordlerin Ruth Chepngetich aus Kenia waren schon einmal schneller. Chepngetich, die 2024 in Chicago nach 2:09:56 Stunden ins Ziel gekommen war, ist derzeit wegen eines positiven Dopingtests gesperrt.
«Es ist schon bitter, aber das ist halt Marathon. Marathon hat seine eigenen Gesetze. Der entscheidet sich wirklich erst im Ziel. Ich denke, bei ihr waren es die Muskeln, die dann zugemacht haben. Die wird erst in zwei, drei, vier Tagen sich freuen können über ihre Bestzeit», sagte RTL-Expertin Sabrina Mockenhaupt über das Leiden von Assefa beim größten und bekanntesten Marathon Deutschlands.
Erst sagt Sawe ab, dann das Drama um Assefa
Für die ambitionierten Veranstalter in Berlin war es der nächste bittere Rückschlag. Wenn es nach den Organisatoren gegangen wäre, hätten auf einer der schnellsten Marathon-Strecken der Welt gleich zwei Rekorde geknackt werden sollen. Doch wenige Wochen vor dem Berlin-Marathon musste Weltrekordler Sabastian Sawe bei den Männern verletzungsbedingt absagen.
So ruhten die Hoffnungen auf den insgesamt 14. Weltrekord in der Hauptstadt auf Assefa. «Ich bin sehr gut vorbereitet und will meine Bestzeit unterbieten», erklärte die nach Angaben des Leichtathletik-Weltverbands 29-Jährige.
Dritter Berlin-Sieg nur Randnotiz
Bei nahezu optimalen Bedingungen in der Hauptstadt lief Assefa angetrieben von mehreren Tempomachern und Zehntausenden Fans an der Strecke von Beginn an ein einsames Rennen bei den Frauen. Die Olympia-Zweite von Paris und WM-Zweite von Tokio ging allerdings etwas langsamer an als Chepngetich bei ihrem Weltrekord in Chicago.
Doch Assefa hielt das Tempo auf der zweiten Hälfte des Marathons konstant hoch. Bei Kilometer 40 lag sie noch klar auf Weltrekord-Kurs. Dann kamen die Schmerzen - und der Traum platzte. Dass Assefa zum dritten Mal nach 2022 und 2023 in Berlin gewann, konnte sie kaum trösten. Vor drei Jahren war sie in 2:11:53 Stunden Weltrekord gelaufen. Dann nahm Chepngetich ihr die Bestmarke ab.
Auch Pfeiffers deutscher Rekordtraum platzt
Esther Pfeiffer, die den deutschen Rekord von Irina Mikitenko aus dem Jahr 2008 (2:19:19 Stunden) knacken wollte, erlebte ebenfalls einen bitteren Tag. Sie musste beim zweiten Marathon in ihrer Karriere schon nach rund 15 Kilometern aufgeben. Beste Deutsche wurde Anna Langerwisch mit einer Zeit von 2:27:31 Stunden. Sie landete auf dem 16. Platz.
Bei den Männern siegte Guye Adola aus Äthiopien in 2:02:50 Stunden. Haftom Welday als bester Deutscher belegte in 2:08:25 Stunden den 16. Rang. Die schnellsten deutschen Marathon-Läufer um Europameister Amanal Petros waren in Berlin nicht am Start. Sie peilen stattdessen einen Start in Frankfurt in gut einem Monat an.

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