Der Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren verstorben; zudem Nachrichten zu Stadtentwicklung, Justiz und Umwelt in Hamburg.
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Klaus-Michael Kühne war einer der reichsten Deutschen und prägte als Logistikunternehmer und Mäzen die Stadt Hamburg maßgeblich. Sein Vermögen wird auf über 35 Milliarden Euro geschätzt.
Liebe Leserin, lieber Leser,
wer von Klaus-Michael Kühne als Journalist etwas wissen wollte, brauchte bisweilen Mut. Wenn der Unternehmer eine Frage nicht mochte, knarzte er eine Antwort heraus. Trotzdem war das Gesagte oft gut verwertbar. Kühne war kantig und klar, sagte Unbequemes mit Verve und nahm die Folgen in Kauf. Denn Kühne wollte was: für sich, seine Firmen und seine Geburtsstadt Hamburg. Da war er unermüdlich.
In der Nacht zu Montag ist Klaus-Michael Kühne im Alter von 89 Jahren gestorben. Damit verliert Hamburg einen ihrer umtriebigsten Unternehmer, Fußballfans und Wohltäter. Der gelernte Kaufmann formte aus einem mittelständischen Familienunternehmen einen weltweiten Logistikdienstleister und wurde zu einem der reichsten Deutschen. Sein Vermögen betrug zuletzt geschätzt mehr als 35 Milliarden Euro.
Als er mit seinem Vater ab Ende der Sechzigerjahre den Firmensitz von Kühne + Nagel in die Schweiz verlegte, sorgte das für Stirnrunzeln an der Elbe. Schließlich gehört es hier zur Tradition der Kaufleute, der Stadt etwas zurückzugeben, auch über Steuern. Kühne gab später Hunderte Millionen zurück, aber auf seine Art: Er investierte in Vorhaben, die er selbst auswählte. Und immer wieder mischte er sich in die Belange der Stadt ein.
Als der damalige Eigner Tui die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd 2008 nach Singapur verkaufen wollte, initiierte Kühne ein Konsortium, das die Abwanderung verhinderte und die Anteile übernahm. Hapag-Lloyd blieb an der Alster, Kühne und der Stadt bescherten die Beteiligungen später Dividenden in Milliardenhöhe.
Weniger erfolgreich war Kühne 2021 mit seiner Idee, die Häfen Hamburg und Bremen zu einem deutschen Superhafen zu verschmelzen. Er schrieb leidenschaftliche Briefe an Senatoren und besuchte Bürgermeister in Rathäusern. Das Vorhaben scheiterte weniger an der Politik als an anderen Unternehmern und Patriarchen, die ähnlich sperrig waren wie Kühne selbst.
Beim HSV war Kühne über Jahre der finanzstärkste Mäzen. Er investierte dreistellige Millionensummen, erwarb Anteile und Namensrechte am Stadion und mischte sich auch in die sportliche Ausrichtung des Klubs ein.
Auch in der Kultur engagierte sich Kühne: Er gab Millionen für die Elbphilharmonie und gründete eine Logistik-Hochschule. Über seine Kühne-Stiftung engagierte er sich zuletzt für den Bau eines Opernhauses in der Hafencity. Damit wollte er sich auch ein Denkmal setzen. Dieses Vorhaben hat energische Kritiker, auch wegen des Ursprungs von Kühnes Vermögen: Das Familienunternehmen hatte mit dem NS-Regime zusammengearbeitet und geraubte Güter aus jüdischem Besitz transportiert. Kühne weigerte sich zeitlebens, diese Vergangenheit unabhängig wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen.
Die Ehe mit seiner Frau Christine blieb ohne Kinder. Nach seinem Tod dürfte das Vermögen wohl an die nach ihm benannte Stiftung übergehen. Sie wird darüber entscheiden, wie es weitergeht mit dem Erbe von Klaus-Michael Kühne und dessen Liebe zu Hamburg.
Was heute wichtig ist
Das Hamburger Landgericht hat heute die beiden Kinder eines bekannten Hamburger Ägyptologen und Kunstsammlers wegen Geldwäsche zu Geldstrafen verurteilt: den 49-jährigen Sohn zu über 90.000 Euro, seine 43-jährige Schwester zu 30.000 Euro. Die beiden sollen Erlöse aus dem illegalen Verkauf ägyptischer Raubkunst kassiert haben.
Hamburg bekommt eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park. Die Stadt teilte mit, dass die Bergiusstraße zwischen der Großen Brunnenstraße und der Erdmannstraße in Altona künftig Esther-Bejarano-Straße heißen und damit die gleichnamige Shoah-Überlebende ehren wird. Der Park in Winterhude, in dem das Denkmal Jinas Beet steht, erinnert an die Iranerin Jina Mahsa Amini und die durch ihren Tod ausgelöste Protestbewegung.
Angesichts antisemitischer Vorfälle an Hochschulen fordert die CDU-Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft ein Gesetz mit klaren Sanktionsmöglichkeiten. Laut CDU-Wissenschaftsexpertin Anna von Treuenfels-Frowein sollen diese von der Rüge bis hin zur Exmatrikulation als letztem Mittel reichen. Bislang sei der rot-grüne Senat in solchen Fällen viel zu zögerlich.
Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Übernachtungen in Hamburg um 0,5 Prozent auf 7,76 Millionen gestiegen. Im Vergleich der deutschen Städte stehe die Hansestadt gut da, so die Hamburg Tourismus GmbH. Wachstumstreiber seien mit +1,5 Prozent die Gäste aus dem Inland.
Nachdem am Samstag eine tote Frau in Poppenbüttel entdeckt worden war, ist nun gegen eine 22-jährige Beschuldigte Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts erlassen worden. Der Staatsanwaltschaft zufolge befindet sie sich in Untersuchungshaft; es soll ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden.
NACHRICHT DES TAGES
Drei Senatsmitglieder und ein Bezirksamtsleiter: Wenn zur Eröffnung einer Immobilie so viel Politprominenz erscheint, muss das Ergebnis vorzeigbar sein. Finanzsenator Andreas Dressel, Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer, Umweltsenatorin Katharina Fegebank und Altonas Bezirksamtsleiter Sebastian Kloth gerieten jedenfalls ins Schwärmen.
Das Neue Amt ist ein genossenschaftlich organisierter Co-Working- und Kreativort in der Großen Bergstraße, untergebracht im ehemaligen Finanzamt und einem Neubau. Am kommenden Wochenende feiert die Genossenschaft nach rund acht Jahren Planungs- und Bauzeit die offizielle Eröffnung. Wer 2.000 Euro in Genossenschaftsanteile investiert, kann Mitglied werden und hier arbeiten oder ein Büro mieten, ab 129 Euro im Monat. Zugleich ist das Neue Amt eine Art Joint Venture zwischen Sozialprojekten und städtischen Einrichtungen: Die Sozialbehörde ermöglicht hier das sogenannte Haus des Engagements, in dem gemeinnützige Vereine arbeiten und Unterstützung bekommen. Die städtische Kreativgesellschaft verwaltet mehrere Etagen. Ins Erdgeschoss und den Keller ziehen unter anderem Modedesignerinnen, Bandproberäume und die von geflüchteten Frauen betriebene Chickpea Cantina. Auch die beliebte RIAA Bar, die schon während der Bauzeit hier residierte, soll zurückkehren.
Aus Hamburg
Wächst hier die Rettung der Alster?
Mit einem Inselchen ging es los, inzwischen liegt ein ganzer Archipel in der Außenalster. Es sind Rettungsinseln – nicht für gekenterte Gummibootfahrer, sondern für das ökologische Gleichgewicht des Gewässers. Die Inseln gehören zum Projekt Lebendige Alster, bei dem Nabu und BUND seit 2012 Maßnahmen erproben, um der Alster etwas Gutes zu tun. Sogar auf Satellitenbildern ist die feine Inselkette zu erkennen. Sie liegt etwa auf Höhe des Luxushotels Fontenay im Stadtteil Rotherbaum, keine zehn Meter vom Ufer entfernt.
An einem Junimorgen erscheint einer der Projektmanager mit Strohhut und Shorts an der Außenalster. Daniel Ruppert ist auf Gewässer-Renaturierung spezialisiert. Hier könnte man ihn als eine Art Inselwart bezeichnen. Der 39-Jährige kommt ein- bis zweimal die Woche hierher und dokumentiert die Entwicklung der Inseln und die Tiere, die sich dort aufhalten. Alle paar Wochen stapft er in Wathosen zu ihnen ins Wasser.
Bei einem Angriff auf eine UN-Patrouille im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei wurden zwei äthiopische UN-Soldaten getötet und sieben weitere Personen verletzt. UN-Generalsekretär Guterres forderte eine strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen.

Bei einem US-Militäreinsatz gegen ein mutmaßliches Drogenschmuggelboot im Pazifik wurden zwei Menschen getötet. Das US-Südkommando Southcom rechtfertigt den Angriff als Teil des Kampfes gegen Kartelle, während Menschenrechtler die Rechtmäßigkeit kritisieren.

Die Organisation Save the Children warnt vor einer drohenden Hungerkatastrophe für Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch. Kürzungen bei Hilfsgeldern verschärfen die prekäre Lage in den Camps von Cox’s Bazar, wo über eine Million Menschen, mehrheitlich Kinder, leben.

Anlässlich des 35. Unabhängigkeitstags der Ukraine intensivieren Verbündete ihre militärische Unterstützung. Großbritannien ermöglicht die lokale Produktion von Storm-Shadow-Raketen, während die EU 6,1 Milliarden Euro an Hilfsgeldern freigibt.

In Amatrice wurde der Erdbebenkatastrophe von 2016 gedacht, bei der etwa 300 Menschen starben. Ministerpräsidentin Meloni nahm an den Gedenkfeiern teil. Zehn Jahre später ist der Wiederaufbau der Region Latium, Umbrien und Marken aufgrund früherer Fehler nur schleppend vorangekommen.
Zehn Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien, bei dem rund 300 Menschen starben, gedachte Amatrice der Opfer mit einer Gedenkzeremonie. Der Wiederaufbau der Region schreitet auch nach einem Jahrzehnt nur schleppend voran.