Trump hält disziplinierte UN-Rede – Selbstlob als Friedensstifter trotz miserabler Umfragewerte
Quick Look
- Bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen zeigte sich US-Präsident Trump diszipliniert und dankte dem UN-Sicherheitsrat, nachdem er im Vorjahr noch die Organisation angegriffen hatte.
- Die staatsmännischere Auftreten dient innenpolitisch der Verbesserung miserabler Umfragewerte vor den Kongresswahlen, während er zugleich seinen Selbstlob als Friedensstifter äußerte und nach einem Ausweg aus dem Iran-Konflikt suchte.
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Why It Matters
Im Vorjahr hatte Trump bei seiner UN-Rede ohne Teleprompter über die Vereinten Nationen und andere Staaten geschimpft und den Ausstieg der USA angedroht. Diesmal trat er diszipliniert auf, dankte dem UN-Sicherheitsrat und suchte nach innenpolitischer Stabilisierung vor den Kongresswahlen aufgrund miserabler Umfragewerte und Ablehnung seiner Außenpolitik.
Welch ein Kontrast zu Trumps Rede im vergangenen Jahr! Ohne Teleprompter schimpfte der US-Präsident damals über die Vereinten Nationen und andere im Saal anwesende Staaten. Diesmal las Trump seine Rede erstaunlich diszipliniert vom Teleprompter ab und er bedankte sich sogar zwei Mal ausdrücklich beim UN-Sicherheitsrat.
Der vor einem Jahr drohende Ausstieg der USA aus den Vereinten Nationen ist endgültig vom Tisch. Auch weil Trump den Auftritt auf der Bühne der Weltöffentlichkeit mit goldenem Hintergrund genießt.
Vielleicht aber hat er auch erkannt, dass selbst eine militärische Supermacht wie Amerika Konflikte wie die in Gaza oder in der Straße von Hormus nicht im Alleingang lösen kann. Vermutlich ist ihm klar geworden, dass sein als Alternative zur UN konzipierter Friedensrat im Nahen Osten nicht wirklich vorankommt. Und mit Sicherheit bereut es Trump, dass er sich von Israel in einen Krieg gegen Iran verwickeln ließ.
Selbstlob als Friedensstifter
Die diesmal nur knapp 40 Minuten lange Rede enthielt immer noch genügend Aussagen, über die man nur den Kopf schütteln kann. Sein Selbstlob als Friedensstifter, der bereits acht Kriege beendet hat. Das Zitieren von Lobeshymnen, die ihm ausländische Staatschefs geschrieben haben. Sein Selbstbild, er sei der einzig Mutige, der handelt, während alle anderen nur reden. Wie auch seine Polemik gegen Leute, die Künstliche Intelligenz regulieren wollen: Für ihn sind das die gleichen Leute, die den - Zitat Trump - "Schwindel" über Klimawandel verbreiten.
Umfragewerte miserabel
Dass Trump diesmal staatsmännischer auftrat, hat vor allem innenpolitische Gründe. Kurz vor den Kongresswahlen im November sind die Umfragewerte für ihn und die Republikaner miserabel. Mehr als 70 Prozent der US-Bürger lehnen Trumps Außenpolitik ab. Vor allem die ständigen Attacken auf Amerikas Verbündete und die chaotische Zollpolitik kommen schlecht an. Noch stärker ist die Ablehnung des Kriegs gegen Iran und der Ärger über die deutlich gestiegenen Benzin- und Energiepreise.
Deshalb wollte Trump die Bühne der Vereinten Nationen nutzen, um die US-Bürger nicht weiter zu verunsichern: mehr Staatsmann und weniger Disruption. Der für ihn gesichtswahrende Kompromiss im Streit um Grönland kam da gerade zur rechten Zeit. Dankbar lobte Trump Dänemark, Grönland und die NATO, obwohl sich der neue Deal nicht so sehr vom bisherigen Abkommen unterscheidet.
Ausweg suchen aus Sackgasse
Auch beim Iran-Krieg gilt: Trumps Vernichtungsdrohungen gegen das Regime in Teheran klingen zwar schockierend. Aber sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der US-Präsident verzweifelt einen Ausweg aus der Sackgasse sucht, in die er sich und sein Land hineinmanövriert hat. Die vielen Gespräche am Rande der UN-Vollversammlung können dazu beitragen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Trump wird versuchen, seine Außenpolitik vor den Kongresswahlen als staatsmännischer zu präsentieren, um die Umfragewerte zu verbessern.
Likely · Within weeks
Die Suche nach einem Ausweg aus dem Iran-Konflikt wird über Gespräche am Rande der UN-Vollversammlung fortgesetzt werden.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wird Trump tatsächlich einen Ausweg aus dem Iran-Konflikt finden?
- Wie werden die Kongresswahlen im November ausgehen?
- Wird der Grönland-Deal zu einer nachhaltigen Lösung führen?
- Kann Trump sein Bild als Friedensstifter trotz seiner Handlungen glaubhaft vermitteln?






