Trump weist KI-Bedenken zurück und nennt sie "kranke Verschwörung"
Quick Look
- US-Präsident Donald Trump hat Sicherheitsbedenken wegen der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz zurückgewiesen und sie als "kranke Verschwörung" bezeichnet.
- Gleichzeitig veröffentlichte Microsoft einen KI-Verhaltenskodex, während UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk vor "beispiellosen Risiken" warnte und eine Regulierung forderte.
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Why It Matters
Trump hat wiederholt staatliche Regulierung von KI abgelehnt und sie als Teil einer "Verschwörung" dargestellt, vergleichbar mit seinen früheren Behauptungen über Russland-Verbindungen und den Klimawandel. Gleichzeitig wachsen Bedenken über KI-Risiken, verstärkt durch Vorfälle wie den unbefugten Internetzugriff eines KI-Agenten bei OpenAI und den steigenden Energieverbrauch von Rechenzentren.
Der amerikanische Präsident Donald Trump hat Sicherheitsbedenken wegen der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) erneut zurückgewiesen. Es gebe eine „kranke Verschwörung“ gegen KI und die dafür nötigen Rechenzentren, schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Sich selbst bezeichnete der Präsident als „Schwindel-Jäger“ und beste Kontrollinstanz. Derweil veröffentlichte der US-Konzern Microsoft einen KI-Verhaltenskodex.
„Ich bin der Schwindel-Jäger“, schrieb Trump bei Truth Social. „Gerade entlarve ich einen weiteren Schwindel – nämlich, dass die KI die Welt übernehmen, verschlingen und zerstören wird und dass Roboter in unsere Städte einmarschieren und uns alle auslöschen werden!
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Die Befürchtungen wegen KI verglich Trump zudem mit Warnungen wegen des Klimawandels sowie mit den Ermittlungen während seiner ersten Amtszeit wegen Verbindungen zu Russland: „Das ist noch abwegiger als der Russland-, Russland-, Russland-Schwindel oder der Schwindel mit der globalen Erwärmung.“
In der Russlandaffäre hatte Trump jahrelang im Visier der Justiz gestanden. Der 2017 während Trumps erster Amtszeit vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller untersuchte, ob Trumps Wahlkampfteam 2016 zum Schaden der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit Russland zusammengearbeitet hatte.
Verweis auf KI-Wettrennen mit China
Bereits vor seinen jüngsten Äußerungen zu KI hatte Trump erklärt: „Die einzige Kontrolle oder 'Leitplanke', die KI braucht, ist ein starker und kluger (hoher IQ!) Präsident.“ Er begründete seine Absage an staatliche Auflagen erneut mit dem Wettrennen der USA gegen China. „Wer auch immer bei KI gewinnt, gewinnt“, erklärte er.
KI-Skeptiker verunglimpfte Trump als „Verschwörungstheoretiker“ und „Verräter“. „Dass KI die Welt übernimmt, die Menschheit vernichtet und all diese anderen schlimmen Dinge tut, ist ein Schwindel“, schrieb er auf Truth Social.
Anthropics CEO zieht Trumps Zorn auf sich
Der Präsident kritisierte zugleich den Chef des KI-Unternehmens Anthropic, Dario Amodei. Dieser hatte zu einer langsameren Entwicklung von Künstlicher Intelligenz aufgerufen und dies mit „gravierenden“ Risiken der Technologie für die Menschheit begründet. Unterstützung erhielt Amodei vom Chef des Konkurrenzunternehmens OpenAI, Sam Altman, und dem Techunternehmer Elon Musk.
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Auch UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte am Montag Maßnahmen zur Eindämmung der Technologie. In einem Brief an Regierungen und führende KI-Unternehmen warnte er vor „beispiellosen Risiken“. Regierungen und Unternehmen müssten nun dringend in multilateralen Foren „einen Aktionsplan zur Regulierung“ der modernsten KI-Modelle festlegen, erklärte Türk.
Trump hatte Negativ-Szenarien bereits am Rande seines Irlands-Besuchs am Wochenende zurückgewiesen. Vizepräsident JD Vance, der enge Verbindungen zum Silicon Valley hat, nannte es „seltsam, dass so viele führende KI-Technologieunternehmen zur Regierung kommen und sie förmlich anflehen, sie zu regulieren“. Auf ihn wirke das „wie ein Trojanisches Pferd“, sagte er zu Journalisten.
KI-Verhaltenskodex von Microsoft
Inmitten der wachsender Bedenken wegen einer unkontrollierbaren KI veröffentlichte Microsoft am Montag einen „humanistischen Verhaltenskodex für KI“. „KI sollte die nicht die Kontrolle durch den Menschen überschreiten“, hieß es darin. „Modelle sollten der Menschheit untergeordnet bleiben.“ Der Leitgedanke des Dokuments lautet nach Angaben des Unternehmens: „Menschen sind wichtiger als KI“.
Die Sicherheitsbedenken hatten zuletzt stark zugenommen. Im Juli hatte OpenAI mitgeteilt, dass sich ein KI-Agent während eines Sicherheitstests selbständig mit dem Internet verbunden und einen Hackerangriff auf die Programmierplattform Hugging Face unternommen habe. Es habe sich um einen „nie dagewesenen Cybervorfall“ gehandelt, erklärte das Unternehmen damals.
Der Vorfall ereignete sich laut OpenAI bei einem Testlauf mehrerer leistungsfähiger KI-Modelle. Zur Sicherheit war bei dem Test der Internetzugang eingeschränkt – doch dem Agenten gelang es, eigenständig ins Netz zu gelangen und den Cyberangriff zu starten.
Skepsis wegen KI-Rechenzentren
Doch nicht nur dieser Vorfall schürte die Sorgen. Immer mehr US-Bürger stehen Rechenzentren wegen ihres immensen Energieverbrauchs mittlerweile skeptisch gegenüber. Die KI-Rechenzentren spielen wegen des KI-Booms eine immer wichtigere Rolle und sind zu einem wichtigen Thema bei den entscheidenden US-Zwischenwahlen im November geworden.
Aus den Reihen der oppositionellen Demokraten kam Kritik an der Haltung der Trump-Regierung. Der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, sagte: „Die Alarmglocken läuten lauter denn je – und die Trump-Regierung sieht weg.“ Wenn die Regierung nicht handele, müsse der Kongress es tun.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der Kongress wird trotz Trumps Ablehnung KI-Regulierungsvorschläge einbringen.
Possible · Within months
Die Debatte über den Energieverbrauch von KI-Rechenzentren wird in der US-Wahlkampagne eine größere Rolle spielen.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Welche konkreten Schritte plant die Trump-Regierung hinsichtlich KI?
- Wie werden die Rechenzentren ihren Energieverbrauch reduzieren?
- Wird der Kongress trotz Trumps Ablehnung Regulierungsvorschläge einbringen?
- Wie reagieren andere Länder auf die US-KI-Politik?




