Untersuchungskommission stellt Behördenversagen nach Vergewaltigungsvorwürfen in Neuköllner Jugendzentrum fest
Bericht kritisiert Fehler von Sozialarbeitern und Jugendamt, findet jedoch keine Hinweise auf bewusste Vertuschung aus ideologischen Gründen.
Quick Look
- Nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Neuköllner Jugendzentrum belegt ein Untersuchungsbericht schwerwiegende Fehler des Jugendamts.
- Eine bewusste Vertuschung der Taten durch Behörden konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
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Why It Matters
Im Jugendclub Gropiusstadt soll eine 16-Jährige Ende 2025 vergewaltigt worden sein. Die Polizei erfuhr erst im Februar 2026 durch den Vater von dem Vorfall.
Nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Berliner Jugendzentrum hat eine Untersuchungskommission zahlreiche Fehler von Sozialarbeitern sowie Behördenversagen festgestellt. Eine bewusste Vertuschung mutmaßlicher sexueller Übergriffe habe man aber nicht erkennen können, hieß es in dem Bericht der unabhängigen Kommission, die im Auftrag des Bezirks Neukölln arbeitete. Die betroffene Jugendliche fühle sich unterstützt, „aber insgesamt geht es ihr nicht gut“.
Das Jugendamt hätte bei ersten Hinweisen auf Probleme eine eigene Einschätzung vornehmen und ein eigenes Schutzkonzept für Mädchen entwickeln müssen und dies nicht dem Jugendzentrum überlassen dürfen, hieß es. Auch ein Video und Erpressungen von Mädchen durch männliche Jugendliche sowie die von der Jugendlichen gewünschte Strafanzeige hätte das Jugendamt einbeziehen müssen.
In dem Jugendclub im Stadtteil Gropiusstadt soll eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein. Die Polizei erfuhr davon erst durch die Anzeige des Vaters im Februar 2026. Weder das Jugendzentrum noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks erstatteten Anzeige. Inzwischen ermitteln das Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Berlin. Das Jugendzentrum ist seit dem 13. März geschlossen.
Es bestand der Verdacht, dass der Vorfall nicht gemeldet wurde, um die muslimischen Verdächtigen nicht zu stigmatisieren. Für diesen Vorwurf gebe es keine konkreten Anhaltspunkte, stellte die Untersuchungskommission fest.
Open Questions
- Welche disziplinarischen Konsequenzen folgen für die Mitarbeiter?
- Wie wird die Sicherheit in Berliner Jugendzentren künftig gewährleistet?
