US-Finanzministerium verweigert Journalisten Akkreditierung für G20-Treffen
Bloomberg News und die New York Times kritisieren den Ausschluss ihrer Reporter als Angriff auf die Medienfreiheit.
Quick Look
- Das US-Finanzministerium hat zahlreichen Journalisten von Bloomberg News und der New York Times die Akkreditierung für ein G20-Treffen in North Carolina verweigert.
- Die betroffenen Medienhäuser kritisieren dies als Versuch, unabhängige Berichterstattung zu untergraben.
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Why It Matters
US-Präsident Donald Trump steht seit Beginn seiner zweiten Amtszeit in einem konfrontativen Verhältnis zu kritischen Medienhäusern. Er hat bereits mehrfach rechtliche Schritte gegen Presseorgane eingeleitet.
Als G20-Gastgeber regelt das Finanzministerium den Zugang zu den zweitägigen Beratungen im US-Bundesstaat North Carolina.
So reagieren Bloomberg News und die »New York Times«
In einer Stellungnahme von Bloomberg News hieß es, die Akkreditierungsanträge »zahlreicher« Journalisten der Agentur seien abgelehnt worden, darunter auch einige mit Sitz in Europa und Asien. Die Verweigerung des Zugangs »untergräbt die Medienfreiheit und die öffentliche Rechenschaftspflicht«, hieß es. Und: »Wir werden weiterhin für uneingeschränkten Zugang der Presse eintreten, während wir fair und präzise über die Vorgänge berichten.«
Die »New York Times« berichtete, es seien Reporter der Zeitung ausgeschlossen worden, die seit Jahren über solche Treffen berichten. Der Berliner Korrespondent der Zeitung, Jim Tankersley, darf vom Gipfel berichten.
In einer Stellungnahme der Zeitung hieß es, die Verweigerung der Akkreditierung sei »nicht nur ein weiterer beunruhigender Versuch der Regierung, unabhängigen Journalismus zu untergraben«, sondern dies sei auch der Versuch, »öffentlicher Kontrolle zu entgehen«. Bei dem Treffen werde es unter anderem um den Irankrieg, Sanktionen und die Inflation gehen; deshalb sei es »für die Weltwirtschaft und die amerikanische Bevölkerung von großer Bedeutung«.
Vom »Wall Street Journal« gibt es bisher keine Reaktion.
Das Finanzministerium teilte mit, zu dem Treffen würden fast 300 Medienvertreterinnen und Medienvertreter aus rund einem Dutzend Ländern erwartet. Diese hätten Zugang zu den Entscheidungsträgern, und damit gehe die Verantwortung einher, »sachliche Informationen im Einklang mit etablierten journalistischen Standards zu verbreiten«.
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit führt US-Präsident Donald Trump einen Feldzug gegen Medienhäuser, die er als zu kritisch oder als »links« einstuft. Unter anderem verklagte er das »Wall Street Journal« und die »New York Times« und ordnete Kürzungen der staatlichen Subventionen für öffentlich-rechtliche Sender an.
Bei Pressekonferenzen liefert er sich häufiger Wortgefechte mit ihm unbequemen Journalistinnen und Journalisten und beleidigt sie regelmäßig. Erst am Sonntag warf Trump der NBC-Reporterin Kristen Welker ungenaue Berichterstattung vor und forderte, diese müsse »gerügt oder bestraft« werden.
Open Questions
- Welche spezifischen Kriterien führten zur Ablehnung der Akkreditierungen?
- Werden weitere Medienhäuser von künftigen Gipfeln ausgeschlossen?



