VNG-Chef sieht trotz niedriger Gasspeicher kein unmittelbares Versorgungsrisiko
Quick Look
Der VNG-Chef Ulf Heitmüller betont, dass das deutsche Gassystem trotz eines historisch niedrigen Speicherfüllstands von 57 Prozent robuster aufgestellt sei als 2022 und kein unmittelbares Versorgungsrisiko besteht, obwohl Preise sich mehr als verdoppelt haben und Kälte sowie globale Störungen Preisspitzen auslösen könnten.
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Why It Matters
Nach dem Wegfall russischer Pipeline-Lieferungen infolge des Ukraine-Kriegs hat Deutschland seine Gasversorgung neu ausgerichtet, indem es den Zugang zu LNG ausgebaut und die Speicherstrategie überarbeitet hat. Die aktuellen Füllstände liegen jedoch unter den Erwartungen für die Jahreszeit.
Die deutschen Gasspeicher sind bislang noch leerer als geplant. Doch ein wichtiger Gasimporteur sieht das System robuster aufgestellt als in der Krise 2022 – selbst wenn es kalt wird.
Ulf Heitmüller: Der VNG-Chef hält das Risiko einer Gasknappheit für überschaubar. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Oslo. Deutschland geht nach den Worten des Chefs des Gasimporteurs VNG trotz ungewöhnlich niedriger Füllstände in den Gasspeichern ohne unmittelbares Versorgungsrisiko in den Winter. „Verglichen mit 2022 ist das System in Summe deutlich robuster“, sagte Vorstandschef Ulf Heitmüller in einem am Montag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.
Heitmüller verwies unter anderem auf Importe von Flüssigerdgas (LNG). „Wir haben mehr Zugang zu LNG und wir haben uns, was die Bezugsquellen angeht, breiter aufgestellt.“ Die deutschen Gasspeicher sind nur zu 57 Prozent gefüllt. Dies ist ein historischer Tiefstand für Ende September und liegt deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.
Das Leipziger Unternehmen VNG, das mehrheitlich dem Versorger EnBW gehört, ist neben den verstaatlichten Energiekonzernen Uniper und Sefe einer der größten deutschen Gasimporteure. Sein Unternehmen habe das Portfolio so aufgestellt, dass es seine Lieferverpflichtungen auch bei einem kalten Winter erfüllen könne, betonte Heitmüller.
Gaspreise haben sich 2026 mehr als verdoppelt
VNG bezieht Pipeline-Gas aus Norwegen und hat Verträge über Lieferungen aus Algerien und Aserbaidschan abgeschlossen. Diese Lieferanten haben seit dem Wegfall der russischen Pipeline-Lieferungen an Bedeutung gewonnen.
Heitmüller wies darauf hin, dass die Gasspeicherung zwar Teil der Versorgungssicherheit sei, aber nicht der einzig entscheidende Faktor. „Es ist mehr ein Zusammenspiel aus Speichern, Importen und LNG-Verfügbarkeiten.“ Zusätzliche Importausfälle, eine Verknappung auf dem globalen Energiemarkt oder Störungen der Infrastruktur in Verbindung mit kälterem Wetter in diesem Winter könnten gleichwohl zu Preisspitzen führen.
Energie
Neue Daten zeigen: Bei sehr kaltem Winter droht Kunden ein Gasmangel
Die europäischen Gaspreise haben sich in diesem Jahr auf rund 75 Euro pro Megawattstunde (MWh) mehr als verdoppelt, nachdem die Schließung der Straße von Hormus im Zuge des Iran-Kriegs das weltweite LNG-Angebot eingeschränkt hatte. EU-Energiekommissar Dan Jorgensen warnte in der vergangenen Woche, der Staatengemeinschaft drohe in diesem Winter eine Energiepreiskrise.
Die Bundesregierung hat Forderungen nach direkten Eingriffen zur Erhöhung der Speichermengen bisher widerstanden, unterstützt jedoch die Ausschreibung von Reservegas für das erste Quartal 2027. Heitmüller begrüßte diesen Schritt. Er schaffe Anreize zur Gasspeicherung, ohne den Markt zu verzerren.
Mehr: So soll der „historisch niedrige“ Füllstand der Gasspeicher rasch erhöht werden
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What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Bundesregierung wird die Ausschreibung von Reservegas für das erste Quartal 2027 umsetzen, um die Speicher anzufüllen.
Likely · Within months
Bei anhaltend kaltem Winter und weiteren LNG-Lieferausfällen könnten die Gaspreise weiter steigen.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wie stark wird die LNG-Verfügbarkeit tatsächlich durch geopolitische Ereignisse wie den Iran-Krieg beeinflusst?
- Welche konkreten Mengen an Reservegas werden für das erste Quartal 2027 ausgeschrieben?
- Inwiefern könnten Infrastrukturprobleme in den Lieferländern die Gaszufuhr nach Deutschland gefährden?





